Die Riester-Förderung im Über­blick: Zulagen und Steuer­vorteile für Riester-Sparer

Förderberechtigte. Riester-Förderung gibt es für Arbeitnehmer, Beamte und alle, die in der gesetzlichen Renten­versicherung pflicht­versichert sind. Einen Riester-Vertrag kann auch der Ehepartner eines Förderberechtigten abschließen, selbst wenn er keine eigenen Einkünfte hat oder selbst­ständig ist.

Zulagen. Die Grund­zulage beträgt für jeden Riester-Sparer 154 Euro im Jahr. Dazu kommen jähr­lich 185 Euro für jedes Kind, für das die Eltern Kinder­geld erhalten. Für jedes ab 2008 geborene Kind erhöht sich die Kinder­zulage auf 300 Euro. Um die vollen Zulagen zu erhalten, müssen Kreditnehmer jähr­lich mindestens 4 Prozent ihres Brutto­einkommens des Vorjahres abzüglich der ihnen zustehenden Zulagen in einen Riester-Vertrag einzahlen. Mehr als 2 100 Euro im Jahr müssen es aber nicht sein.

Beispiel: Das Brutto­jahres­einkommen beträgt 40 000 Euro, die maximale Zulage 524 Euro (Grund­zulage plus Zulagen für zwei vor 2008 geborene Kinder). Um die vollen Zulagen zu erhalten, muss der Sparer mindestens 1 076 Euro im Jahr in seinen Riester-Vertrag einzahlen (4 Prozent von 40 000 Euro abzüglich 524 Euro). Bei geringeren Einzahlungen wird die Zulage anteilig gekürzt.

Steuer­vorteile. Spar- und Tilgungs­leistungen bis zu 2 100 Euro (Ehepaare bis zu 4 200 Euro) im Jahr sind als Sonder­ausgaben steuerlich absetz­bar. Beträgt der Steu­ersatz 35 Prozent, ergibt das eine jähr­liche Ersparnis bis zu 735 Euro (Ehepaare bis zu 1 470 Euro). Davon zieht das Finanz­amt aber die Zulagen ab. Vom Sonder­ausgaben­abzug profitieren vor allem Sparer ohne Kinder und Sparer mit gutem Einkommen.

Wohn-Riester. Seit 2008 dürfen alle Riester-Sparer ihr Guthaben auch für den Bau oder Kauf einer selbst­genutzten Immobilie verwenden. Außerdem können sie die Zulagen und Steuer­vorteile auch für die Tilgung eines Darlehens beantragen, das sie zur Finanzierung der eigenen vier Wände aufgenommen haben. Voraus­setzungen sind: Der Eigentümer muss in der Wohnung den Haupt­wohn­sitz oder Lebens­mittel­punkt haben. Der Darlehens­vertrag ist von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) oder vom Bundes­zentral­amt für Steuern zertifiziert. Er muss vorsehen, dass das Darlehen spätestens bis zum 68. Lebens­jahr getilgt wird.

Bauspar­verträge. Mit einem Bauspar­vertrag können Riester-Sparer die Förderung nutzen, um zuerst Eigen­kapital anzu­sparen und später die eigene Immobilie zu entschulden. In der Spar­phase gibt es die Zulagen auf die Sparbeiträge. Sie erhöhen das Guthaben. Nach der Zuteilung können die Kunden die Förderung für die Tilgung des Bauspardarlehens beantragen. Die Zulagen fließen dann als Sondertilgung auf das Darlehens­konto. Ist der Bauspar­vertrag zum Bau- oder Kauf­termin noch nicht zugeteilt, darf die künftige Auszahlung mit einem Zwischen­kredit vorfinanziert werden.

Anträge. Den Antrag auf Riester-Zulage stellen Sparer bei ihrem Vertrags­partner, also beispiels­weise ihrer Bausparkasse. Er bescheinigt die Spar- oder Tilgungs­leistungen und leitet den Antrag an die Zentrale Zulagen­stelle weiter. Für die Folge­jahre reicht eine Voll­macht an den Anbieter. Den Sonder­ausgaben­abzug können Riester-Sparer Jahr für Jahr in der Einkommensteuererklärung geltend machen.

Besteuerung im Alter. Eine Riester-Geld­rente muss voll versteuert werden. Steuern zahlen aber auch Riester-Sparer, die Förderung für ihr Eigenheim erhalten haben. Dazu werden alle geförderten Einzahlungen auf einem Wohn­förderkonto erfasst und mit 2 Prozent verzinst. Im Renten­alter ist dieses Konto zu versteuern. Der Haus­eigentümer kann wählen: Entweder er versteuert den gesamten Konto­stand in jähr­lichen Raten bis zum 85. Lebens­jahr. Oder er zahlt die Steuern zu Renten­beginn auf einen Schlag. Dann muss er nur 70 Prozent des Förderkontos versteuern.

Vorzeitige Besteuerung. Riester-Förderung für eine Immobilie bekommen nur Selbst­nutzer. Wer sein Haus verkauft oder vermietet, muss das Wohn­förderkonto vorzeitig versteuern. Ausnahmen: Er legt sich binnen vier Jahren ein neues Eigenheim zu oder zahlt die geförderten Beträge binnen eines Jahres in einen Riester-Spar­vertrag ein. Eine zeit­weise Vermietung nach einem berufs­bedingten Umzug ist möglich.

Verbesserungen in Sicht. Die Bundes­regierung plant, die Wohn-Riester-Förderung ab dem kommenden Jahr zu verbessern. Das Wohn­förderkonto soll dann nur noch mit 1 statt 2 Prozent verzinst werden. Die Förderung soll es auch für den alters­gerechten Umbau einer Wohnung geben. Nach dem Verkauf der geförderten Immobilie soll der Ex-Eigentümer fünf statt vier Jahre Zeit haben, sich ein neues Eigenheim zuzu­legen. Außerdem soll es künftig möglich sein, das Vermögen aus einem Riester-Vertrag jeder­zeit auch für die Entschuldung der Immobilie zu nutzen.

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