Wohn-Riester: So nutzen Bausparer die Förderung

Bausparen. Mit einem Bauspar­vertrag können Riester-Sparer die Förderung nutzen, um zuerst Eigen­kapital anzu­sparen und später die eigene Immobilie zu entschulden (Fünf Möglichkeiten für Riester-Bausparer). In der Spar­phase gibt es Zulagen und Steuer­vorteile auf die Sparbeiträge. Nach Zuteilung erhalten Kunden die Förderung für die Tilgung ihres Darlehens.

Förderberechtigte. Riester-Verträge können fast alle Arbeitnehmer, Beamte und renten­versicherungs­pflichtige Selbst­ständige abschließen, ebenso Personen, die Bundes­freiwil­ligen­dienst leisten, Bezieher von Arbeits­losengeld und Ehepartner von Riester-Berechtigten.

Zulagen. Riester-Sparer erhalten jähr­lich bis zu 175 Euro Grund­zulage (bis 2017: 154 Euro). Dazu kommen bis zu 185 Euro für jedes vor 2008 geborene Kind und bis zu 300 Euro für jedes später geborene Kind. Junge Leute erhalten zusätzlich einmalig 200 Euro, wenn sie einen Vertrag abschließen, bevor sie 25 Jahre alt sind.

Steuer­vorteil. Jeder Förderberechtigte kann Zahlungen bis zu 2 100 Euro im Jahr (inklusive Zulagen) steuerlich als Sonder­ausgaben absetzen. Einen Steuer­vorteil erhält er aber nur, wenn die Steuerersparnis daraus höher ist als die Zulagen. Davon profitieren vor allem Sparer ohne Kinder und Sparer mit gutem Einkommen.

Sparrate für maximale Zulage. Um die vollen Zulagen zu erhalten, müssen Sparer im Jahr 4 Prozent ihres renten­versicherungs­pflichtigen Brutto­einkommens des Vorjahres abzüglich der Zulagen einzahlen. Mehr als 2 100 Euro müssen es aber nicht sein.

Beispiel für das Jahr 2018: Ein Sparer mit einem 2008 geborenen Kind hat ein Jahres­einkommen von 40 000 Euro. Davon 4 Prozent sind 1 600 Euro. Nach Abzug der Zulage von 475 Euro (175 Euro Grund- und 300 Euro Kinder­zulage) bleibt ein eigener Beitrag von 1 125 Euro im Jahr oder 93,75 Euro im Monat.

Sparrate für Steuer­vorteil. Um die maximale Steuerersparnis zu erzielen, muss der Sparer jähr­lich 2 100 Euro abzüglich Zulagen einzahlen.

Beispiel für das Jahr 2018: Ein Sparer ohne Kind muss 1 925 Eigenbeitrag im Jahr leisten (2 100 Euro minus 175 Euro Zulage). Das entspricht einer Monats­rate von 160,42 Euro. Der Steuer­vorteil hängt vom persönlichen Grenz­steu­ersatz ab. Beträgt er 40 Prozent, bringt der Sonder­ausgaben­abzug 840 Euro Steuerersparnis (2 100 Euro × 40 %). Darauf wird die Zulage von 175 Euro ange­rechnet. Es bleibt ein Steuer­vorteil von 665 Euro.

Besteuerung im Alter. Nicht nur eine Riester-Geld­rente muss versteuert werden. Steuern zahlen auch Sparer, die einen Riester-Vertrag fürs Eigenheim einsetzen. Das geförderte Guthaben und die geförderten Tilgungs­leistungen werden auf einem „Wohn­förderkonto“ erfasst und mit 2 Prozent im Jahr verzinst. Im Renten­alter ist das Konto zu versteuern. Der Haus­eigentümer kann wählen: Er versteuert den Konto­stand entweder in jähr­lichen Raten bis zum 85. Lebens­jahr. Oder er zahlt die Steuern sofort. Dann muss er nur 70 Prozent des Förderkontos versteuern. Wählt der Geförderte zunächst die jähr­liche Besteuerung, kann er später noch zur Einmalbesteuerung wechseln.

Vorzeitige Besteuerung. Wer sein Haus verkauft oder vermietet, muss das Wohn­förderkonto vorzeitig versteuern.

Ausnahmen: Der Riester-Sparer legt sich binnen fünf Jahren ein neues Eigenheim zu oder zahlt die geförderten Beträge binnen eines Jahres in einen Riester-Spar­vertrag ein. Auch eine zeit­weise Vermietung nach einem berufs­bedingten Umzug ist möglich.

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