Bausparen Test

Das Angebot der Bausparkassen für Riester-Sparer schrumpft. Doch unser aktueller Test von zehn Bausparkassen zeigt: Gefördertes Bausparen bleibt erste Wahl für Sparer, die in einigen Jahren in die eigenen vier Wände ziehen wollen. Die Sparzinsen sind zwar kläglich, doch dafür sichern sich Häuslebauer schon heute nied­rige Zinsen für ihre künftige Finanzierung.

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TestBausparen23.10.2017
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Weniger Bausparkassen mit Riester-Tarifen

Bausparen ist seit Jahren die beliebteste Riester-Sparform. Doch die Kritik an der staatlich geförderten Alters­vorsorge hat auch im Geschäft der Bausparkassen Spuren hinterlassen: Die Zahl der Riester-Bausparer stieg im vergangenen Jahr nur noch um 127 000. Ein paar Jahre zuvor war der Anstieg noch mehr als doppelt so hoch. Auch das Angebot schrumpft. Aachener Bausparkasse, Alte Leipziger und Bausparkasse Mainz haben den Vertrieb ihrer Fördertarife einge­stellt. Debeka, Deutscher Ring und Signal Iduna hatten bei Wohn-Riester gar nicht erst mitgemacht.

Das bietet der Test Riester-Bauspar­tarife

Zahlen für drei Modell­fälle. Die Finanztest-Tabelle zeigt Riester-Tarife von zehn Anbietern für Sparer, die in sieben oder zehn Jahren eine selbst genutzte Immobilie bauen, kaufen oder alters­gerecht umbauen wollen. Zugrundegelegt haben wir monatliche Sparraten von rund 27, 110 und 160 Euro. Aus der Tabelle geht hervor, wie viel Geld der Bausparer im Vergleich zu einer Kombination aus einem Riester-Bank­sparplan (Rendite 1,0 Prozent) und einem Bank­darlehen (Effektivzins 4,5 Prozent) spart – und wie viel er verliert, wenn er auf einen Kredit verzichtet.

Tipps und Tricks. Wir erklären, wie Wohn-Riester funk­tioniert und wie Bausparer staatliche Förderung und Steuer­vorteile optimal nutzen. Unsere Grafiken zeigen den typischen Ablauf eines Bauspar­vertrags und die Möglich­keiten, die Riester-Bausparer haben – von Hauskauf über alters­gerechten Umbau ihrer Immobilie bis zur Verrentung des Guthabens. Ein Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe von Abschluss­gebühr bis Zuteilung.

Wohn-Riester weiter attraktiv

Ein Riester-Bauspar­vertrag bleibt dennoch erste Wahl für Sparer, die mittel- bis lang­fristig in die eigenen vier Wände ziehen wollen. Auf ihre Sparraten bekommen sie zwar nur klägliche Zinsen. Doch wenn ihr Vertrag nach beispiels­weise sieben oder zehn Jahren zugeteilt wird, können sie zusammen mit ihrem Guthaben ein güns­tiges Darlehen abrufen, dessen Höhe sich aus der Differenz zwischen der vereinbarten Bausparsumme und dem Guthaben ergibt. Die Option auf das Darlehen bietet hand­feste Vorteile:

  • Der Zins­satz für das Bauspardarlehen von meist 2,0 bis 2,5 Prozent ist garan­tiert – auch wenn der Bausparer sein Darlehen erst in zehn Jahren abruft und die Zinsen am Kapitalmarkt bis dahin dreimal so hoch sein sollten wie heute. Keine andere Sparform bietet diese Sicherheit.
  • Mit einem Bauspar­vertrag brauchen Immobilienkäufer nur ein geringeres Darlehen von einer Bank. Dadurch wird die Gesamt­finanzierung oft güns­tiger.
  • Riester-Bausparer profitieren von staatlichen Zulagen und oft von zusätzlichen Steuer­vorteilen – sowohl für die Sparraten als auch für die Tilgung des Bauspardarlehens.

Gebühren höher als Sparzinsen

Eines zeigt der Test deutlich: Die Zeiten, in denen sich Bausparen auch als reine Geld­anlage lohnte, sind endgültig vorbei. Die meisten Bausparkassen zahlen auf das Guthaben nur noch kümmerliche 0,10 Prozent Zinsen im Jahr. Im Gegen­zug kassieren sie eine Abschluss­gebühr von 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme und meist noch eine Jahres­gebühr von 12 bis über 20 Euro, die zumindest in der Spar­phase fällig wird. Alle Bausparkassen im Test verlangen bis zur Zuteilung mehr Gebühren, als sie an Zinsen zahlen. Bausparer haben daher am Ende der Spar­zeit weniger auf dem Konto als zum Beispiel auf einem Riester-Bank­sparplan mit einer Verzinsung von 1 Prozent.

Vorteil bei steigenden Zinsen

Damit sich Riester-Bausparen trotz mick­riger Sparzinsen lohnt, müssen zwei Voraus­setzungen erfüllt sein:

  • Der Sparer setzt den Vertrag später tatsäch­lich für die Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie ein, kann also das Darlehen und die Riester-Förderung für seine Finanzierung nutzen.
  • Die Zinsen steigen. Nur dann wäre das zins­feste Bauspardarlehen güns­tiger als ein Bank­darlehen, dessen Zins­satz von der Zins­entwick­lung am Kapitalmarkt abhängt.

Die Zins­ersparnis gegen­über einem Bank­darlehen muss außerdem hoch genug sein, um die schlechte Verzinsung in der Spar­phase mindestens auszugleichen. Unterm Strich wird sich Bausparen auch bei den güns­tigen Bausparkassen im Test nur lohnen, wenn das Zins­niveau in den kommenden Jahren um mindestens 1 bis 2 Prozent­punkte steigt. Ob das so kommt, kann niemand zuver­lässig voraus­sagen. Als Versicherung gegen steigende Zinsen bleibt Bausparen aber eine gute Wahl für Sparer, die recht sicher sind, dass sie ihre Eigenheimpläne verwirk­lichen.

Nutzer­kommentare, die vor dem 17. Oktober 2017 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger-Unter­suchung aus Finanztest 12/2015.

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