Riester-Bank­sparpläne Meldung

Riester-Kunden der Stadt­sparkasse Gevels­berg können aufatmen. Der Referenzzins für ihre Bank­sparpläne wird zwar geändert, aber sie erleiden dadurch keinen Nachteil. Ursprüng­lich wollte die Stadt­sparkasse einen nach Einschät­zung von Finanztest ungüns­tigen Referenzzins anwenden. Nun orientiert sie sich an dem Vorschlag, den Finanztest gemacht hat.*

Referenzzins ist fester Bestand­teil des Vertrags

Riester-Bank­sparpläne arbeiten mit unterschiedlichen Referenzzinsen. Der Referenzzins hat großen Einfluss darauf, was am Ende der Spar­zeit heraus­kommt. Mit Abschluss des Vertrags wird eine Referenz fixiert und darf anschließend nicht mehr verändert werden. Eigentlich. Die Stadt­sparkasse Gevels­berg wird den Referenzzins für ihren Sparplan ab März 2016 dennoch ändern, weil die Daten­reihe, auf der er basiert, künftig nicht mehr veröffent­licht wird.

Deka­bank stellt Berechnung ein

Die Deka­bank, die für den Referenzzins verantwort­lich ist, stellt dessen Berechnung am 29. Februar 2016 ein. Es muss also ein neuer Referenzzins her. Der bisherige errechnete sich aus den aktuellen Renditen von öffent­lichen Pfand­briefen mit zehn Jahren Lauf­zeit. Ab 1. März 2016 wollte die Stadt­sparkasse Gevels­berg, wie sie ihren Kunden mitteilte, einen Referenzzins verwenden, dessen Grund­lage die Rendite von Pfand­briefen mit einjähriger Rest­lauf­zeit ist. Weiterer Unterschied zur alten Referenz: Statt des aktuellen Zinses sollte ein rück­gerechneter Mittel­wert („gleitender Durch­schnitt“) zur Anwendung kommen. Für Inhaber von älteren Bank­sparplänen der Stadt­sparkasse Gevels­berg hätte das eine deutliche Verschlechterung bedeutet. Der neue Referenzzins wäre im Hinblick auf zukünftige Entwick­lungen nicht mit dem alten vergleich­bar gewesen.

Stadt­sparkasse folgt dem Vorschlag von Finanztest

Doch die Stadt­sparkasse Gevels­berg rückt von ihrem ursprüng­lichen Vorhaben ab und wird künftig den Referenzzins anwenden, den die Experten von Finanztest als gleich­wertigen Ersatz für den bisherigen ansehen. Sie hatten an dieser Stelle der Stadt­sparkasse empfohlen, die Bundes­bank-Daten­reihe „BBK01.WZ3087“ als künftigen Referenzzins zu nehmen. Diese Daten­reihe zeigt die aus der Zins­struktur abge­leiteten Renditen für Pfand­briefe mit jähr­lichen Kuponzah­lungen/Rest­lauf­zeit 10 Jahre/Monats­endstand. Diesem Vorschlag ist die Sparkasse gefolgt. Wie der Leiter des Vorstands­stabs Thomas Theile erklärt: „Obwohl es (...) nicht unser Ansinnen war, unsere Kunden künftig schlechter zu stellen, nehmen wir die durch den Wechsel bei unseren Kunden entstandenen Irritationen aber sehr ernst.“ Die Stadt­sparkasse wird ihre Riester-Kunden schriftlich über die Änderung informieren.

Sparplan gehörte zu den Besten

Der Riester-Bank­sparplan der Stadt­sparkasse Gevels­berg war früher so attraktiv, dass Riester-Kunden mit ihm bestens bedient waren, die Sparkasse dabei aber kaum etwas verdiente. In unseren älteren Tests gehörte der Sparplan mehr­fach zu den Besten. In den folgenden Jahren wurde er zunächst nur noch regional, später mit veränderten Konditionen angeboten.

Zum jüngsten Test von Riester-Banksparplänen
Zum großen Überblick über unsere Riester-Tests

Sparkasse Rade­vorm­wald-Hückeswagen: Gleich­wertige Zins­reihen

Auch die Sparkasse Rade­vorm­wald-Hückeswagen hatte zeit­weise ein sehr attraktives Riester-Angebot. Auch sie musste den Referenzzins ändern, weil die verwendeten Zins­reihen der Deka­bank Ende Februar 2016 einge­stellt wurden. Das Institut wählte aber erfreulicher­weise von vorn­herein gleich­wertige Zins­reihen der Bundes­bank („BBK01.WZ3082“ und „BBK01.WZ3087“) als Ersatz. Auch die ursprüng­liche Mischung der Lauf­zeiten wurde beibehalten.

Was sind Ihre Erfahrungen mit Riester-Bank­sparplänen?

Attraktive Sparpläne aus früheren Jahren sind im aktuellen Zins­umfeld für Banken ein Klotz am Bein. Banken versuchen immer wieder, die für Sparer vorteilhaften Verträge zu ändern oder loszuwerden. Sind Sie Besitzer eines Riester-Bank­sparplans und hat Ihre Bank eine Änderung des Referenzzinses angekündigt? Dann melden Sie sich bei uns unter riester-referenzzins@stiftung-warentest.de. Sie unterstützen damit unsere Bericht­erstattung. Bitte schi­cken Sie uns das Anschreiben der Bank sowie den Auszug aus Ihrem Vertrag, in dem „das Verfahren der Zins­anpassung“ beziehungs­weise der Referenzzins beschrieben wird. Selbst­verständlich behandeln wir alle Einsendungen vertraulich.

* Diese Meldung ist am 12. Februar 2016 auf test.de erschienen und seitdem mehr­mals aktualisiert worden. Das letzte Mal am 10. März 2016.

Dieser Artikel ist hilfreich. 72 Nutzer finden das hilfreich.