Riester-Banksparpläne bieten verlässlichen Wertzuwachs und hätten eine stürmische Nachfrage verdient. Doch leider haben Sparer mit ihnen viel bürokratischen Aufwand.

Einfach, flexibel, risikolos: Der Banksparplan ist eigentlich ein ideales Riester-Produkt. Vor allem, wenn er eine attraktive Verzinsung bei geringen Kosten bietet. Beides stand im Mittelpunkt unseres Tests von 59 Riester-Banksparplänen.

Besonders attraktiv ist eine Sparplanvariante der Volks- und Raiffeisenbanken mit fester Anbindung des Zinses an die Umlaufrendite, allen voran das Angebot der Mainzer Volksbank. Mit einem nur 0,5-prozentigen Abschlag von diesem Maßstab hat es einen sehr fairen Zinssatz von aktuell 3,42 Prozent. Besser ist nur der Sparplan der Bank für Kirche und Caritas, der aber nur kirchlichen Mitarbeitern in bestimmten Regionen (siehe Tabelle „Riester-Banksparpläne mit fester Bindung an die Umlaufrendite“) offen steht.

Auch unter den Sparplänen mit variablem Basiszins gibt es sehr interessante Offerten. Allerdings stellten wir hier große Unterschiede in den zu erwartenden Renditen fest. Die Spanne reicht von knapp über 2 Prozent bis zu 5,3 Prozent pro Jahr. Außerdem können die Banken bei diesen Produkten die Zinsen jederzeit nach Belieben ändern.

Riestern ohne Risiko

Vor allem für nicht mehr ganz junge Leute ist ein Riester-Banksparplan rundum empfehlenswert. Wer nur noch etwa zehn Jahre bis zum Rentenbeginn hat, sollte nicht das Risiko eingehen, am Ende nur mit den unverzinsten Einzahlungen dazustehen, die alle Riester-Angebote mindestens garantieren. Der Banksparplan bietet diese Sicherheit.

Umso ärgerlicher, dass einige Anbieter (siehe Tabellen) schon Sparer ab 53 Jahren nicht mehr bedienen. Zum Glück bleiben aber genügend attraktive Sparpläne ohne Altersbeschränkung.

Banksparpläne sind nicht nur risikolos, sondern auch flexibel. Ein Anbieterwechsel oder vorzeitiger Ausstieg ist für den Anleger jederzeitunter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist möglich. Allerdings wäre ein Ausstieg nach zwei bis drei Jahren bei vielen Sparplänen ein Minusgeschäft, weil dann die Verwaltungs- und Ausstiegskosten die anfangs nur geringen Zinserträge übersteigen. Später aber bietet der Banksparplan als einziges Riester-Produkt die Gewähr, ohne Verlust wechseln oder aussteigen zu können.

So eignen sich Sparpläne auch gut für Unentschlossene, die noch kein langfristiges Sparkonzept haben, die Zulagen und Steuervorteile aber auf jeden Fall mitnehmen wollen. Wer schon heute weiß, dass der Banksparplan nur eine Übergangslösung ist, sollte einen Vertrag mit hoher Anfangsverzinsung und möglichst niedrigen Kosten wählen.

Auch junge Leute, die das angesparte Kapital später zum Immobilienerwerb nutzen wollen, liegen mit Banksparplänen richtig. Zwar bieten auch alle anderen Riester-Verträge die Entnahmeop­tion, aber nur ein Banksparplan garantiert, dass Einzahlungen, Zuschüsse und Zinsen in vollem Umfang für die Finanzierung zur Verfügung stehen.

Und es geht doch

Allen Vorzügen zum Trotz ist das Angebot an Riester-Banksparplänen immer noch bescheiden. Da Großbanken wie die Deutsche Bank, Hypovereinsbank und Commerzbank nicht mitziehen, hilft dem Sparer mitunter selbst das dichte Bankennetz einer Millionenstadt nicht weiter. So gibt es in ganz Berlin und auch in Brandenburg keine einzige Bank, bei der man einen Riester-Banksparplan abschließen könnte.

Bleibt für viele Interessierte nur, sich an eine ortsfremde Bank zu wenden. Angesichts der nicht unkomplizierten Riester-Formulare scheuen aber viele den Abschluss ohne persönliche Beratung. Dabei sind diese Berührungsängste bei näherem Hinsehen nicht gerechtfertigt. Zwar kostet es schon etwas Zeit und Mühe, die zahlreichen Papiere auszufüllen, aber eine unüberwindbare Hürde sind sie nicht.

Es spricht also nichts dagegen, einen Sparplan bei einem ortsfremden Institut abzuschließen. Allerdings sind gerade kleinere Anbieter mit dem plötzlichen Kundenansturm mitunter überfordert. Wer sich etwa nach unserem letzten Test (siehe Finanztest 8/2002) an eine der verhältnismäßig kleinen Volksbanken oder Sparkassen mit besonders guten Konditionen wandte, konnte Pech haben. So manche Bank lehnte zum Jahresende Neukunden bedauernd ab.

Um das zu vermeiden, sollten Sparer ihre Entscheidung möglichst rasch treffen und nicht bis kurz vor Jahresende aufschieben. Außerdem ist es ratsam, bei der Bank telefonisch anzufragen, ob sie noch ortsfremde Neukunden annimmt. Für diesen Test haben wir die Anbieter ausdrücklich gefragt, ob sie auch Kunden außerhalb ihres Einzugsgebiets akzeptieren. In unseren Tabellen sind die bundesweiten und die auf das Geschäftsgebiet beschränkten Angebote getrennt aufgelistet.

Unklare Kosten

In erster Linie interessiert natürlich, wie viel ein Sparplan im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte erwirtschaftet. Doch auch die Kosten sollte der Sparer nicht aus den Augen verlieren. Manche Institute kassieren einen jährlichen Obolus, die meisten lassen sich den Wechsel in ein anderes Riester-Produkt oder den vorzeitigen „förderschädlichen“ Ausstieg aus dem Sparplan bezahlen.

Bezeichnenderweise ist bei Sparplänen mit variablem Basiszins die jährliche Verwaltungsgebühr eher die Ausnahme, bei Verträgen mit Zinsbindung dagegen recht häufig. Den Spielraum bei der variablen Zinsgestaltung können die Anbieter eben auch nutzen, um ihre Kosten versteckt weiterzugeben.

Es muss nicht viel heißen, wenn heute noch keine Entgelte genannt werden. Auch bei laufenden Verträgen können jährliche Pauschalen und Ausstiegsgebühren jederzeit eingeführt werden. Die Bank muss den Kunden nur informieren zum Beispiel durch einen Preisaushang in der Filiale. Wer mit den neuen Konditionen nicht einverstanden ist, hat indes immer noch einen letzten Ausweg: den Anbieterwechsel.

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