Riester-Banksparspläne sind nicht nur äußerst sicher, ­sondern auch lukrativ. Die besten Angebote bescheren dem Sparer durch die staatliche Förderung Renditen, die sonst nur mit viel ­riskanteren Sparformen zu erreichen sind.

Normale Banksparpläne sind vor allem etwas für risikoscheue Naturen. Wer sicheren Wertzuwachs mehr schätzt als höhere Renditeaussichten, liegt bei ihnen goldrichtig. In viel besserem Licht erscheinen dagegen die Banksparpläne mit staatlicher Förderung, die nach dem früheren Arbeitsminister Riester benannt sind. Sie sind sowohl ­sicher als auch sehr rentabel.

Gewöhnlich ist von Banksparplänen langfristig ein durchschnittlicher Zuwachs zwischen 3 und 6 Prozent pro Jahr zu erwarten. Bei der Riester-Variante peppen staatliche Zuschüsse und Steuerersparnisse die Rendite auf. So ergeben sich Wertzuwächse, die man sonst nur von Fondssparplänen kennt.

Zum Beispiel erhöht sich eine durchschnittlich 4- bis 5-prozentige Produkt-rendite bei einem Riester-Sparplan mit 25 Jahren Laufzeit durch die staatlichen Wohltaten auf etwa 7 bis 9 Prozent pro Jahr. Die genaue „persönliche“ Rendite richtet sich nach Einkommen und Familienverhältnissen des Sparers sowie nach der Laufzeit des Vertrags.

Verlässlichkeit ist Trumpf

Auch als Riester-Vertrag sind Banksparpläne besonders verlässliche Geldanlagen. Anders als bei Riester-Fondssparplänen kann der Sparer nicht nur mit einem Erhalt aller Einzahlungen zum Laufzeitende kalkulieren, sondern er darf von einem sicheren Wertzuwachs ausgehen – auch während der Laufzeit.

Das macht die Banksparpläne besonders attraktiv für Menschen, die sich das angesparte Kapital während der Laufzeit leihen und für den Kauf einer Immobilie nutzen wollen. Auch Unentschlossene, die kein langfristiges Sparkonzept haben, aber sich die Zulagen und Steuervorteile sichern wollen, liegen hier richtig, da sie bei einem späteren Wechsel in ein anderes Riester-Produkt keine Verluste fürchten müssen.

Es gibt also viele gute Gründe für den Abschluss eines Riester-Banksparplans. Bei der Auswahl des richtigen Produkts hilft unsere Untersuchung. Wir haben 87 Sparpläne unter die Lupe genommen. Viele Banken scheuen immer noch den Aufwand und machen kein Angebot. Dann wendet sich der Sparer eben an eine andere als seine gewohnte Bank. Das ist meist ohnehin sinnvoll, um das beste Angebot abzuschließen.

Sparpläne mit gebundenem Zins

Die Zinsen, die Riester-Sparer mit einem Banksparplan bekommen, bleiben nicht immer gleich. Sie können in Zukunft sinken oder steigen. Wichtig sind bei der Auswahl deshalb nicht nur die aktuellen Zinsen, sondern auch die Regeln, wie sie sich ändern können.

Am besten sind Sparpläne, deren Zins verbindlich an eine externe Richtschnur gekoppelt ist – im Fachjargon Benchmark genannt. Sie sind sehr transparent und lassen den Sparer stets zuverlässig an der allgemeinen Zinsentwicklung teilhaben. Leider gibt es in dieser Gruppe nur 14 Angebote, von denen 8 nur in einem begrenzten Geschäftsgebiet vertrieben werden.

Diese Riester-Sparpläne stammen ausnahmslos von Genossenschaftsbanken und richten sich nach der Umlaufrendite. Sie wird von der Bundesbank börsentäglich aus den durchschnittlichen Renditen öffentlicher Anleihen errechnet und zum Beispiel in vielen Tageszeitungen abgedruckt. Die Anpassung in den Verträgen erfolgt jeweils zur Mitte eines Quartals.

Das bedeutet aber nicht, dass alle auf dieselbe Verzinsung kommen. Die An- bieter geben natürlich nicht die volle Umlaufrendite an den Kunden weiter, denn dann würden sie ja nichts verdienen. Ihr Abschlag von der Umlaufrendite liegt meist zwischen 0,5 und 1 Prozent.

Da die Umlaufrendite zurzeit mit 3,76 Prozent sehr niedrig ist, wirken solche Sparpläne im Moment nicht so attraktiv. Doch dafür können sich Sparer sicher sein, dass sie unmittelbar davon profitieren werden, wenn die Umlaufrendite wieder steigt.

Sparpläne mit variablem Zins

Das Gros der Riester-Banksparpläne ­arbeitet mit variabler Verzinsung. Der Anbieter kann bei ihnen jederzeit die Zinsen senken. Das führte in der Vergangenheit oft dazu, dass die Banken mit Lockzinsen warben und die Zinsen sehr schnell nach unten korrigierten.

Doch dieser Praxis schiebt die aktuelle Rechtsprechung einen Riegel vor. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) dürfen Banken bei Sparplänen dieser Art die Zinsen nicht mehr nach eigenem Gutdünken verändern. Sie müssen künftig im Vertrag angeben, nach welcher Richtschnur und in welchem Rhythmus sie Zinsanpassungen vornehmen werden.

Sparern, die bei einem hohen Basiszins abgeschlossen haben, darf dieser Vorteil also nicht durch spätere un­verhältnismäßig starke Zinssenkungen wieder genommen werden. Auch am Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus müssen die Sparer teilhaben. Die Bank darf nicht einen überdurchschnittlichen Basiszins so lange einfrieren, bis er vom steigenden Marktniveau überholt wird.

Die Anbieter von Riester-Banksparplänen mit variablem Zins nennen zurzeit noch keine Richtschnur im Vertrag. Die Umsetzung des Urteils wird noch etwas dauern. Doch die Banken werden wohl nicht einfach gegen die Rechtsprechung verstoßen können.

Riester-Sparer können sich das zunutze machen, indem sie sich ein Angebot mit besonders hohem Zins herauspicken: Mit einem Basiszins von 4 Prozent und Bonuszahlungen kommen die Sparpläne der Sparkassen Ahrweiler, Kelheim und Pfullendorf-Meßkirch bei einer Laufzeit von 15 Jahren auf eine Renditeerwartung von 4,72 Prozent.

Allerdings nimmt die Kreissparkasse Kelheim keine Sparer auf, die älter als 45 Jahre sind. Dabei sind Banksparpläne auch für 50-Jährige noch attraktiv.

All unseren Berechnungen liegen die aktuellen Basiszinssätze zugrunde. Für den Vergleich der Sparpläne ist dieses Vorgehen sinnvoll. Allerdings sollten Sparer die langfristigen Renditeerwartungen mit Vorsicht genießen. Schon geringe Veränderungen des Basiszinses führen zu anderen Produktrenditen.

Wie sich Basiszinsen ändern

Die Kreissparkasse Halle/Westfalen hält bei den Zinsänderungen den Rekord. Sie hat in knapp drei Jahren nicht weniger als 26-mal an der Zinsschraube gedreht. Kurioserweise ist dabei im Endeffekt gar nicht mal viel passiert. Der Zins sank von 2,5 Prozent am 1. Januar 2002 auf aktuell 2,0 Prozent.

Ganz anders verhielten sich zahlreiche Sparkassen, die den Basiszins im gleichen Zeitraum überhaupt nicht angetastet haben. Aus Sicht des Kunden ist es besonders erfreulich, wenn sie wie die Sparkassen Ahrweiler, Hameln, Kelheim und Schenefeld dauerhaft hohe Basiszinsen von 4 Prozent anbieten.

Sie heben sich damit wohltuend von Banken ab, die Sparer mit einem befristeten „Sonderzins“ anlockten und ihn dann drastisch senkten. So machte es zum Beispiel die Kreissparkasse Ludwigsburg, deren 6-prozentiges Sonderangebot zum Jahresende 2003 auslief. Heute müssen sich ihre Kunden mit 2 Prozent begnügen.

Die Sparpläne mit variablem Basiszins bieten aber mehr als nur diesen Basiszins. Die meisten Anbieter arbeiten nämlich mit ausgefeilten Zusatzkonditionen. Durch ansteigende Zinstreppen und Bonuszahlungen nach langer Anspardauer versuchen sie, ihre Kunden möglichst bei der Stange zu halten.

Eins erreichen die komplizierten Sparpläne in jedem Fall: Sie machen es dem Normalbürger unmöglich, selbst die Rendite zu berechnen. Deshalb haben wir für verschiedene Laufzeiten die Renditeerwartung berechnet.

Kosten nicht verlässlich

Einen Nachteil haben alle Sparpläne  – ob mit oder ohne Zinsbindung: Die Banken dürfen die Kosten jederzeit ändern. Sie können zum Beispiel für eine vorher kostenlose Kapitalentnahme 50 oder 100 Euro verlangen. Dem Kunden bleibt bei deutlich verschlechterten Konditionen kaum mehr als ein Wechsel zur Konkurrenz.

Der ist bei den meisten Anbietern ohnehin schon kostenpflichtig. Oft berechnen die Banken 50 bis 100 Euro für die Abwanderung. Angesichts des Verwaltungsaufwands ist das vertretbar. Haarig wird es erst, wenn die Bank einen prozentualen Obolus verlangt. Die Städtische Sparkasse Schweinfurt berechnet beim Anbieterwechsel außer Haus 4 Prozent Gebühr. Bei einer Sparsumme von 40 000 Euro wären das unverhältnismäßige 1 600 Euro.

Doch das ist ein Ausreißer. Die besten Riester-Banksparpläne können wir guten Gewissens empfehlen. Sparer sollten sie für sich prüfen, selbst wenn sie nicht am Ort des Anbieters wohnen. Der Abschluss klappt auch per Post.

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