Verschmähte Geschenke

Viele lassen sich die Riester-Förde­rung entgehen und verzichten auf eine sichere, hohe Rendite.

Es ist paradox. Auf der einen Seite jagen Geldanleger bei Festzinsangeboten jedem Zehntelprozent hinterher, um beim Sparen ja nichts zu verschenken. Auf der anderen Seite lassen sie eine der rentabelsten Sparformen links liegen – das Riester-Sparen.

Riester-Verträge bringen dank der staatlichen Zuschüsse und Steuervorteile in der Ansparphase höhere Renditen als fast alle anderen Formen der ­Altersvorsorge. Auch wenn der Sparer diese Rente später versteuern muss, kann er mit einem Riester-Vertrag kaum etwas falsch machen.

Umso bedauerlicher ist es, dass die Mehrheit der Berechtigten auf die staatlichen Geschenke verzichtet. Ein Recht auf Riester-Förderung haben ­alle Pflichtmitglieder in der gesetz­lichen Rentenversicherung sowie Beamte, Soldaten und Angestellte des ­öffentlichen Dienstes. Auch die Ehepartner von Berechtigten haben Anspruch auf Riester-Förderung.

Offenbar lassen sich viele durch die umfangreichen Antragsformulare vom ebenso lukrativen wie risikolosen Riester-Sparen abschrecken. Dabei stellen die Papiere keine unüberwindliche Hürde dar. Es kostet zwar etwas Zeit und Mühe, sie auszufüllen, aber mit Unterstützung eines sachkundigen Beraters sollte das zu schaffen sein.

Zulagen nicht abgerufen

Aber selbst viele Sparer, die einen Vertrag abgeschlossen haben, lassen sich die Förderung durch die Lappen gehen. Denn sie versäumen es, den notwendigen Antrag zu stellen. Bisher müssen sie einmal pro Jahr einen Zulagenantrag ausfüllen, den ihnen der Anbieter automatisch zuschickt. Ohne Antrag gibt es auch keine Zulagen. Mit der vereinfachten Riester-Förderung würde ab dem kommenden Jahr ein Antrag für die gesamte Förderdauer genügen. Allerdings wird nicht jede Bank diese Vereinfachung zum Jahresanfang 2005 umsetzen.

Wie unsere Nachfrage bei den Anbietern von Banksparplänen ergab, liegen selbst viele Zulagenanträge für 2002 noch unausgefüllt bei den Sparern – bei manchen Banken sind es sogar weit über 50 Prozent.

Die Anträge können zwar auch rückwirkend gestellt werden, aber damit lässt sich der Sparer Zinsen entgehen und schiebt nur einen wachsenden Papierberg vor sich her.

Achtung: Die Zulagenanträge für das Jahr 2002 müssen bis Ende 2004 gestellt sein. Ansonsten verfällt die Zulage für dieses Jahr.

Tipp: Sofern Sie bisher noch keinen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, sollten Sie dies so bald wie möglich nachholen. Bei einem Riester-Vertrag ist es sinnvoll, wenn Sie die staatlichen Zuschüsse und Steuerersparnisse vollständig ausschöpfen. Dazu müssen Sie in diesem Jahr 2 Prozent ihres Jahresbruttolohns abzüglich Zulagen einzahlen, zusammen sind das maximal 1 050 Euro.

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