Wenn die Riester-Rente fließt: Noch ist die Auswahl für Rentner gering

Heutige Riester-Rentner können mit ihren monatlichen Auszahlungen keine großen Sprünge machen. Dafür ist das System der geförderten Alters­vorsorge einfach noch zu jung. Selbst wer seit Einführung der Riester-Rente im Jahr 2002 dabei war, konnte kaum mehr als 15 000 bis 17 000 Euro ansparen. Je nach Renten­anbieter dürften rund 65 Euro pro Monat das höchste der Gefühle sein.

Sparer können wählen zwischen einer Sofortrente und der Kombination aus einem Bank­auszahl­plan mit anschließender Rente ab 85. Meist erhalten sie mit der Sofortrente höhere monatliche Zahlungen als mit einem Auszahl­plan. Die Sofortrente hat außerdem den Vorteil, dass sie tendenziell steigt, während bei vielen Auszahl­plänen die Monats­raten wegen der abnehmenden jähr­lichen Zins­ausschüttung eher sinken werden.

Sowohl Volks­banken als auch Sparkassen unterbreiten in der Regel Angebote von verbund­eigenen Versicherungen: bei Volks­banken die R+V, bei Sparkassen eine Provinzial oder die Versicherungs­kammer Bayern. Aus unserer Sicht ärgerlich ist es, dass insbesondere die Kunden vieler Sparkassen bei der Sofortrente keine Wahl zwischen Renten mit und ohne Garan­tiezeit haben. Eine obliga­torische Renten­garan­tiezeit geht zu Lasten der Rentenhöhe und ist für kinder­lose Rentner nicht sinn­voll. Ihnen bringt eine um ein paar Euro höhere Monats­leistung mehr Nutzen als die Garantie, dass Rest­beträge vererbt werden können.

Sparer müssen in der Renten­phase zwar nicht beim gleichen Anbieter bleiben, bei dem sie das Kapital angespart haben. Aber viele Wechsel­optionen gibt es zurzeit noch nicht, da bisher kaum ein Anbieter das Geschäft für sich entdeckt hat. Das dürfte sich in den kommenden Jahren ändern.

Für Kunden, die einen Vertrag mit Schluss­bonus haben, ist Folgendes wichtig: Der Bonus bleibt auch dann erhalten, wenn der Sparer unmittel­bar nach Beendigung des Sparplans und vor Eintritt in die Renten­phase zu einem anderen Anbieter wechselt. Wir hatten die betroffenen Banken aus unserer Unter­suchung danach gefragt und wider­sprüchliche Antworten erhalten. Der Justiziar des Deutsche Sparkassen- und Giro­verbands (DSGV) gab uns nun eine verbindliche Auskunft: „Ich sehe (...) keine Grund­lage, dem Riester-Sparer bei einem Anbieter­wechsel in ein Produkt der Auszahl­phase den Schluss­bonus zu verweigern. Die Bezahlung des Schluss­bonus ist nicht daran gekoppelt, dass der Riester-Sparer für die Auszahlungs­phase bei der Sparkasse bleibt.“

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