So haben wir getestet

Finanztest hat 71 Riester-Bank­sparpläne geprüft. Eines der Angebote konnten wir nicht bewerten, da der Anbieter als Referenz­größe keine sich am Markt bildende Zins­reihe verwendet und deshalb ein Vergleich mit unserem Muster­vertrag nicht möglich war (siehe „Qualität des Vertrags“).

Anbindung an die Umlaufrendite

Die Zinsen von 29 Sparplänen sind an die aktuelle Umlaufrendite von Bundes­wert­papieren gekoppelt. Die Zinsen werden üblicher­weise zur Quartals­mitte angepasst. Vier Institute verwenden andere Referenzzins­reihen, die ebenfalls stich­tags­aktuell ermittelt werden.

Die meisten Sparpläne sind an einen gleitenden Referenzzins oder eine Referenzzins­mischung gekoppelt. Am häufigsten ist die Mischung aus 30 Prozent gleitendem Drei­monats­zins (Euribor) und 70 Prozent gleitendem Zehn­jahres­zins (Bundes­wert­papiere mit 10 Jahren Rest­lauf­zeit). Gleitend bedeutet, dass rück­wirkend der Durch­schnitt aus den Monats­werten gebildet wird.

Qualität des Vertrags

Der Rendite­abstand ist unser Maß für die lang­fristige Ertrags­erwartung. Er nennt die Differenz gegen­über einem Finanztest- Muster­vertrag, der den Zins von zehnjäh­rigen Bundes­wert­papieren ohne Abschlag und Kosten an den Kunden weitergibt. Zuerst haben wir den Abstand zwischen der Produktrendite und dem Referenzzins der Bank berechnet. Er enthält alle Kosten und Margen der Bank. Um Verträge mit unterschiedlichen Referenzzinsen vergleich­bar zu machen, haben wir zusätzlich einen Korrektur­faktor berechnet. Es handelt sich um die lang­fristige mitt­lere Differenz zwischen dem Referenzzins der Bank und dem Zins des Muster­vertrags. Für die Umlaufrendite beträgt sie beispiels­weise zurzeit 0,21 Prozent­punkte, für die am häufigsten verwendete gleitende 30–70-Mischung 0,31 Prozent­punkte.

Zins und Bonus

Aktueller Zins. Basiszins für Neuverträge am 2. September 2013.

(Anfäng­liche) Differenz zum Referenzzins. Mit diesem Abschlag zum Referenzzins der Bank startet der Sparplan. Bei Sparplänen mit Bonus verringert sich der Abschlag mit der Lauf­zeit.

Art des Bonus­systems. Boni oder Zins­zuschläge zusätzlich zur Grund­verzinsung.

Kosten

Verwaltungs­kosten. Jähr­liche Kosten für Konto­führung.

Produkt­wechsel. So teuer ist es, auf ein anderes Riester-Produkt zu wechseln. Förderschädliche Kündigung. Kosten bei vorzeitiger Auflösung. Der Sparer muss zudem Zulagen und Steuer­vorteile zurück­zahlen.

Entnahme für Wohn­eigentum. Das verlangt die Bank, wenn man das angesparte Kapital zur Baufinanzierung entnehmen will.

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