Riester-Banksparpläne Test

Riester-Banksparpläne sind nicht nur äußerst sicher, sondern auch flexibel und kostengünstig. Mit den Spitzenangeboten aus unserem Test sorgen Sparer bestens für die Rente vor.

Uwe Abel ist einer von fast 400 000 Bundesbürgern, die in den vergangenen fünf Jahren einen Riester-Banksparplan abgeschlossen haben. Als Vorstand der Mainzer Volksbank sitzt er an der Quelle. Das Institut gehört zu den größten Anbietern von Riester-Banksparplänen.

Leider sind die Mainzer, die bereits 15 500 Verträge verkauft haben und Kunden aus ganz Deutschland bedienen, untypisch für die Bankenlandschaft. In vielen Regionen gibt es nicht eine einzige Bank, die einen Riester-Banksparplan anbietet.

Selbst in der Hauptstadt Berlin und dem Umland hat keine einzige Bank einen Sparplan im Programm. So versorgen die Mainzer und einige andere regionale Anbieter diese Kunden mit.

Jeder dritte Vertrag der Mainzer Volksbank stammt von einem Sparer außerhalb des Einzugsgebiets. Es ist zum Glück keine große Sache, den Riester-Vertrag auf dem Postweg zu schließen (siehe „Unser Rat“).

Warum die großen Privatbanken, ob Deutsche oder Dresdner Bank, Commerzbank oder Hypovereinsbank, nicht mitmachen, ist leicht zu erklären. An einem Riester-Banksparplan verdienen sie nicht viel, trotzdem machen Beratung, Abschluss und Verwaltung einige Arbeit.

Zinsen plus Förderung

Riester-Banksparpläne Test

Für den Kunden ist das Produkt umso besser: preiswert, flexibel, gut kalkulierbar – also genau das Richtige fürs Alterssparen. Selbst die Renditen können sich sehen lassen, auch wenn Riester-Fondssparpläne noch deutlich bessere Chancen bieten.

Die besten Banksparpläne unseres Tests starten mit einer Verzinsung von knapp 3 bis etwa 3,8 Prozent pro Jahr und haben auf Basis der aktuellen Zinsen eine Renditeerwartung von 3,6 bis 4,5 Prozent.

Zu diesen Zinsen kommen durch die staatliche Riester-Förderung aus Zulagen und Steuerersparnis leicht noch einmal mehrere Prozent Zuschlag, je nach Kinderzahl des Sparers und Laufzeit seines Sparvertrages.

Die Besten

Riester-Banksparpläne Test

Erfolgreich. Uwe Abel (oben) ist Vorstands-
mitglied der Mainzer Volksbank. Ihren Riester-Banksparplan verkaufen die Mainzer in ganz Deutschland. Gut versorgt in die Rente schicken die Sparkasse Günzburg-Krumbach und ihr Vorstands-
vorsitzender Walter Pache (unten) ihre Riester-Kunden. Mit der Laufzeit steigt der Zins.

Den langfristig attraktivsten Riester-Banksparplan hat die Sparkasse Günzburg-Krumbach im Programm. Der Startzins von 2,95 Prozent steigt im Laufe der Jahre kontinuierlich an und lässt auf Grundlage des aktuellen Zinsniveaus nach 25 Jahren eine Sparplanrendite von knapp über 4 Prozent pro Jahr erwarten.

Wie viel letztlich bei diesem oder irgendeinem anderen Sparplan herausspringt, lässt sich heute nicht genau sagen. Sollten die Zinsen irgendwann einmal kräftig steigen, könnten deutlich höhere Renditen herauskommen. Ein jahrelanges Niedrigzinsniveau könnte die Gesamtrendite dagegen drücken.

Das gilt auch für den Sparplan der Mainzer Volksbank. Sie bietet derzeit einen Startzins von 3,83 Prozent. Er liegt zwar von vornherein höher als der Zins der Günzburger, steigt aber im Gegenzug nicht automatisch mit der Laufzeit.

Der Zins der Mainzer ist direkt an die Umlaufrendite gekoppelt, die das Zinsniveau von Bundeswertpapieren unterschiedlicher Laufzeiten widerspiegelt. Die Umlaufrendite wird börsentäglich ermittelt und veröffentlicht. Der Sparer kann sie in vielen Tageszeitungen oder im Internet nachschauen.

Wenn sich das allgemeine Zinsniveau in Deutschland verändert, schlägt dies unmittelbar auf die Umlaufrendite durch. Mit kurzer Verzögerung folgt jeder Sparplan, der an diese Maßzahl gebunden ist.

Das Besondere am Sparplan der Mainzer Volksbank und an den anderen Umlaufrendite-Produkten ist die vorbildliche Transparenz. Der Sparer muss weder komplizierte Rechnungen nachvollziehen, noch über versteckte Kosten nachgrübeln. Die Karten liegen offen auf dem Tisch.

Die Bank kassiert als Marge einen bestimmten prozentualen Abstand zur Umlaufrendite, und der Kunde kann sich überlegen, ob ihm diese Marge angemessen erscheint. Im Falle der Mainzer Volksbank beträgt der Abstand ein halbes Prozent, bei einigen anderen Anbietern liegt er doppelt so hoch oder sogar darüber.

Noch attraktiver als das Angebot der Mainzer ist einzig der Sparplan der Bank für Kirche und Caritas, die sich mit einem sozial vorbildlichen Abschlag von 0,25 Prozent begnügt. Leider können nur Mitarbeiter katholischer Einrichtungen in einigen Bistümern diesen Sparplan abschließen. Er hätte einen wesentlich größeren Kundenkreis verdient.

Treue wird belohnt

Die meisten Sparkassen und manche Genossenschaftsbanken bieten Riester-Sparpläne an, die etwas anders funktionieren. Im Allgemeinen wird der Sparer belohnt, wenn er möglichst lange bei der Stange bleibt. Zinszuschläge und manchmal auch Schlussbonuszahlungen lassen die Rendite mit der Laufzeit steigen und erschweren dem Kunden den Durchblick.

Wer durchschaut schon, wie sich ein 5-prozentiger Schlussbonus auf alle Einzahlungen aus 25 Sparjahren auf die Gesamtrendite auswirkt?

Als wäre das noch nicht kompliziert genug, binden solche Sparpläne ihre Grundverzinsung nicht an die Umlaufrendite, sondern an eigens konstruierte gleitende Referenzgrößen, die verschiedene Zinsbarometer kombinieren.

Eins haben all diese Bezugsgrößen gemeinsam: Der Sparer kann sie kaum nachvollziehen und somit auch nicht kontrollieren, ob die Bank das aktuelle Zinsniveau korrekt an ihn weitergibt.

Pfullendorf-Meßkirch mit Haken

In unserer Untersuchung gibt es zwar keine ausgesprochenen Lockzinsangebote, aber bei manchen Sparplänen sollte der Kunde schon genau hinsehen. Die Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch ist beispielsweise mit 4 Prozent auf den ersten Blick der attraktivste Anbieter. Doch ihr Sparplan hat einen Haken.

Der aus dem Referenzzins abgeleitete Basiszins, an dem sich der Sparplan langfristig orientiert, liegt derzeit bei nur knapp 2,4 Prozent. Rund 1,6 Prozent sind ein Sonderzins, den die Sparkasse jederzeit streichen kann. Oder sie gibt Zinserhöhungen am Markt so lange nicht weiter, bis der vertraglich garantierte Zins erreicht ist.

Der Kunde hätte keine Handhabe dagegen. Wir haben deshalb nur mit dem garantierten Zinsniveau gerechnet.

Vergleich mit dem Mustersparplan

Um die stark unterschiedlichen Sparpläne vergleichen zu können, hat Finanztest einen Mustersparplan entwickelt. Sparer mit einem solchen Vertrag würden ihre Raten kontinuierlich in zehnjährigen Bundeswertpapieren anlegen und deren Ertrag ohne jegliche Gebühren einstreichen.

Diesen Idealsparplan gibt es nicht, denn die Bank würde an ihm keinen Cent verdienen. Als Messlatte ist er aber bestens geeignet.

Wir haben für alle Sparpläne im Test den Renditeabstand zu dem Mustersparplan berechnet. Diese Prozentzahl in der Tabelle entscheidet über die Qualität des Vertrags. Je geringer der Renditeabstand, desto besser für den Sparer. In der Tabelle haben wir nach den Werten für eine Laufzeit von 15 Jahren sortiert.

Der Vergleich zu unserem Test vom vergangenen Jahr zeigt, dass die Qualität auch für Neuverträge sehr konstant ist.

Unsere Untersuchung bezieht sich schließlich auf die langfristige Ertragserwartung, und die ändert sich nur, wenn eine Bank die Konditionen für Neuabschlüsse spürbar verändert. Das war nur bei drei Banken der Fall:

Die Sparkasse Gelsenkirchen hat im Vergleich zum Vorjahr ihre Marge um ein halbes Prozent erhöht, die Kreis- und Städtische Sparkasse Schweinfurt um 0,15 Prozent.

Auch die Stadtsparkasse Gevelsberg hat schlechtere Kennzahlen als zuvor. Das Institut hat den Schlussbonus am Ende der Vertragslaufzeit gestrichen und dadurch die Gesamtrendite gesenkt. Die Gevelsberger bieten ihren Sparplan inzwischen nicht mehr bundesweit, sondern nur noch in ihrem Geschäftsgebiet an.

Altverträge bleiben unverändert

Riester-Sparer, die einen alten Vertrag haben, sind von solchen Veränderungen nicht betroffen. Banken dürfen weder die Marge noch den Referenzzins oder die vereinbarten Zinszuschläge ändern.

Allerdings können sie nachträglich Kontogebühren einführen oder erhöhen. Gleiches gilt für die Ausstiegsgebühren, die bei vorzeitiger Kündigung anfallen.

In letzter Zeit haben die Banken davon wenig Gebrauch gemacht. Bei den meisten Instituten ist die Kontoführung immer noch kostenfrei, bei anderen wie der Mainzer Volksbank sind die jährlichen Kosten mit 10 Euro moderat. Mehr als 15 Euro verlangt derzeit keine einzige Bank.

Schließlich wollen die Anbieter ihre Kunden behalten. Auch sie wissen, dass der Wechsel zu einem anderen Anbieter bei Banksparplänen so einfach ist wie bei keinem anderen Riester-Vertrag.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1292 Nutzer finden das hilfreich.