Riester-Rente: Turbo für die Altersvorsorge

Riester-Banksparpläne Test

Mit einer Riester-Rente sparen Menschen für ihr Alter, und der Staat hilft ihnen dabei. Das Geld ist Hartzsicher, und wer zwischendurch nicht zahlen kann oder will, darf aussetzen.

Einfach mal anfangen – mit einer Riester-Rente. Vorsorge fürs Alter muss sein, und hier gehen Sparer so gut wie kein Risiko ein.

Es ist egal, ob sich jemand als Riester-Vertrag einen Fonds-, einen Banksparplan oder eine Rentenversicherung aussucht. Jeder Anbieter garantiert ihm, dass zur Auszahlung mindestens das eingezahlte Geld vorhanden sein wird. Gemeint ist das, was der Sparer selbst überwiesen hat und das, was der Staat per Zulagen beitrug.

Im Jahr 2007 gibt es für jeden Sparer bis zu 114 Euro Zulage, ab 2008 werden es jedes Jahr 154 Euro sein.

Pro kindergeldberechtigtem Kind stehen Eltern außerdem 138 Euro zu. Die Kinderzulage steigt 2008 auf 185 Euro. Und für alle ab dem nächsten Jahr geborenen Kinder werden Eltern sogar 300 Euro bekommen.

Den eingezahlten Beitrag können Riester-Sparer von der Steuer absetzen.

Die staatliche Hilfe ist ein Anlageturbo: Selbst wenn der Riester-Vertrag keine Zinsen brächte, geht es durch die Zulagen und Steuervorteile aufwärts.

Nur Sparer, die eine Riester-Rentenversicherung nach kurzer Zeit wieder kündigen, können verlieren, weil ihnen alle Abschlusskosten oft in den ersten Jahren abgezogen werden. Verluste kann auch machen, wer aus einem Riester-Fondssparplan in ungünstiger Börsenphase aussteigt.

Bei einem Riester-Banksparplan besteht weder das eine noch das andere Risiko. Hier ist das Kundenkonto immer sicher in den schwarzen Zahlen.

So funktioniert die Riester-Rente

Die Riester-Rente gibt es seit 2002. Eingeführt wurde sie, um die Bürger nach den Kürzungen von gesetzlicher Rente und Beamtenpensionen zum Sparen zu bewegen.

Nach anfänglicher Zurückhaltung sind viele Menschen mit einer Riester-Rente in die private Altersvorsorge eingestiegen. Bis Jahresende werden voraussichtlich mehr als zehn Millionen Verträge bestehen.

Die Förderung bekommt jeder, der ein rentenversicherungspflichtiges Einkommen hat, der Arbeitslosengeld erhält oder bekäme, wenn er oder sein Partner weniger Geld hätte. Auch Mütter und Väter in der Elternzeit sind förderberechtigt, außerdem alle Beamten. Andere, wie Selbstständige, können nur „riestern“, wenn ihr Ehepartner einen Riester-Vertrag hat.

Volle Zulagen gewährt der Staat, wenn der Sparer mindestens 3 Prozent seines Jahresbruttoeinkommens im Vorjahr (ab 2008: 4 Prozent) aufbringt. Verdient jemand beispielsweise 30 000 Euro, liegt sein Mindesteigenbeitrag bei 900 Euro.

Von diesem kann er die ihm zustehende Zulage abziehen. Ein Single mit einem Vorjahreseinkommen in dieser Höhe müsste im Jahr 2007 deshalb genau 786 Euro einzahlen, um die volle Grundzulage von 114 Euro kassieren zu können.

Hätte jemand mit diesem Einkommen zwei Kinder, reichten ihm 510 Euro für die volle Zulage von dann 390 Euro (114 Euro plus zweimal 138 Euro).

Zahlt der Sparer weniger, erhält er die Zulage anteilig. Geringverdiener und Riester-Kunden in der Elternzeit müssen 60 Euro im Jahr überweisen.

Mehr einzahlen

Jeder kann auch mehr sparen. Damit sichert er sich eine höhere Zusatzrente und oft einen noch größeren Steuervorteil. Maximal werden 2007 bis zu 1 575 Euro steuerlich gefördert. Ab 2008 sind es 2 100 Euro. Die Beträge gelten inklusive Zulagen.

Wenn nur ein Ehepartner förderberechtigt ist, dürfen beide nur einmal den Höchstbeitrag steuerlich absetzen. Sind beide förderberechtigt, weil sie beispielsweise beide als Angestellte tätig sind, können beide für dieses Jahr jeweils bis zu 1 575 Euro in der Steuererklärung nachträglich steuermindernd geltend machen.

Steuern und Abgaben

Sparer überweisen Riester-Beiträge aus ihren Nettoeinkünften. Sozialabgaben sind also vorher abgegangen. Steuern auch, doch diese werden nach der Steuererklärung erstattet.

Auf die spätere Rente fallen keine Sozialabgaben an (Ausnahme: Rentner, die freiwillig krankenversichert sind), dafür aber Steuern. Da der Steuersatz im Alter meist niedriger ist als während der Berufstätigkeit, rechnet sich die Sache.

Arbeitslose und Erben

Ein arbeitsloser Sparer muss Riester-Vermögen nicht antasten, um seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II zu erhalten. Riester-Vermögen ist Hartz-sicher.

Riester-Geld ist auch nicht verloren, wenn der Sparer stirbt. Bei Fonds- und Banksparplänen kann das Spargeld in der Ansparphase immer vererbt werden. Aus einer Riester-Rentenversicherung fließt Geld jedoch nur an Erben, wenn eine Leistung bei Tod vereinbart war.

Erben müssen die Förderung zurückzahlen. Nur der Ehepartner kann alles Gesparte auf seinen eigenen Riester-Vertrag übertragen. Hat er keinen Vertrag, kann er für diesen Zweck noch einen abschließen.

Auszahlung ab 60 möglich

Eine Riester-Rente darf nicht vor dem 60. Geburtstag des Sparers beginnen. Vorgesehen ist eine lebenslange Rente. Der Sparer darf aber bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals vor Auszahlungsbeginn entnehmen, wenn sein Vertrag dies zulässt.

Kunden mit einem Sparplan können statt einer Rente zunächst einen Auszahlplan wählen und daraus ratenweise Geld beziehen. Das hat den Vorteil, dass sie das Restkapital vererben können.

Ein Teil des Kapitals muss allerdings für eine lebenslange Rente ab 85 Jahren reserviert werden. Das ist vorgeschrieben.

Rentenversicherungen laufen von vornherein auf eine Rentenzahlung hinaus. Alle Kunden können ihren Anbieter für die Auszahlungsphase aber noch wechseln.

Umzug ins Ausland

Die Riester-Rente lohnt sich, selbst wenn ein Rentner die Förderung zurückzahlen muss, weil er ins Ausland zieht. Der Anbieter zweigt dann von jeder Rente 15 Prozent für die Zulagenstelle ab, bis Steuervorteile und Zulagen zurückgezahlt sind.

Zinserträge aus der Ansparphase werden nicht angetastet. Das macht die Sache rentabel. Zudem ist die Riester-Rente in Deutschland nicht mehr steuerpflichtig.

Behält der Rentner einen Zweitwohnsitz in Deutschland, ändert sich nichts.

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