Riester-Banksparpläne Test

Riester-Banksparpläne eignen sich vor allem für Ältere und zum Vorsparen fürs Eigenheim. Sie bieten mäßige Renditen, sind aber besser kalkulierbar als andere Verträge.

Klassische Sparpläne der Banken gelten nicht gerade als Renditeknüller. Vor allem bei langen Laufzeiten sind die Ertragschancen deutlich niedriger als etwa beim Sparen mit Investmentfonds.

Der Charme des Banksparens liegt gerade in unruhigen Börsenzeiten in der hohen Sicherheit und Kalkulierbarkeit. Um sein Guthaben einschließlich der Zinsen muss sich der Sparer nicht sorgen. Und obwohl der Zinssatz variabel ist, sind die Schwankungen im Vergleich zu anderen Geldanlagen gering.

Mäßige Renditen bei hoher Sicherheit – das gilt auch für die neuen Banksparpläne, die der Staat im Rahmen der privaten Altersvorsorge fördert. Die meisten Bankangebote basieren auf den klassischen Sparplänen, die lediglich punktuell verändert werden mussten, um den Förderkriterien zu genügen. So endet die Laufzeit der Riester-Sparpläne in der Regel mit Beginn der gesetzlichen Rente. Dann wird auch das Sparkapital in eine Monatsrente umgewandelt.

Die hohe Verlässlichkeit macht Banksparpläne für Riester-Sparer in verschiedenen Lebenslagen interessant.

Sparer ab 50: Gut geeignet sind Banksparpläne vor allem für ältere Sparer. Rentenversicherungen lohnen sich für sie wegen der relativ hohen Abschlusskosten meist nicht mehr. Je kürzer die Zeit bis zur Rente, desto weniger eignen sich auch Investmentfonds mit hohem Aktienanteil, deren Renditen stark schwanken. Fondssparpläne mit geringem Risiko wiederum bieten bei kurzen Laufzeiten kaum noch Renditevorteile gegenüber Banksparplänen.

Künftige Häuslebauer: Riester-Sparer können aus ihrem angesparten ­Vorsorgekapital zwischen 10 000 und 50 000 Euro für die Finanzierung der eigenen vier Wände vorübergehend entnehmen. Diese Möglichkeit haben sie bei ­allen Riester-Verträgen. Doch nur mit einem Banksparplan ist sicher, dass alle Einzahlungen, Zulagen und bis dahin gutgeschriebene Zinsen ungeschmälert fürs Eigenheim zur Verfügung stehen.

Mit einem Fondssparplan riskiert der Sparer, dass er in schlechten Börsenzeiten nur mit Verlusten an sein Geld herankommt. Und mit einer Rentenversicherung drohen ihm deutliche Ren­diteeinbußen, wenn er viele Jahre vor Rentenbeginn über das Geld verfügt.

Unentschlossene: Wer später zu einem anderen Riester-Vertrag wechseln will, kann aus einem Banksparplan das erreichte Sparplan-Guthaben jederzeit ohne Risiko und mit meist nur geringen Abstrichen an der Rendite mitnehmen. Ein Vertrag mit möglichst hoher Anfangsverzinsung eignet sich deshalb als erste Station für Sparer, die sich jetzt noch nicht langfristig festlegen, aber auf Zulagen und Steuervorteile nicht verzichten wollen.

Risikoscheue: Wer jedes Risiko scheut und dafür auch auf Renditechancen verzichtet, für den kommt selbst ein Banksparvertrag mit langer Laufzeit infrage. Die besten Sparpläne bieten immerhin 5 bis 6 Prozent Rendite. Bei steigenden Kapitalmarktzinsen sind auch höhere Erträge drin. Langfristig bieten Fondssparpläne oder fondsorientierte Rentenversicherungen allerdings klar die besseren Chancen, und das Risiko nimmt mit der Laufzeit ab.

Sparpläne im Test

Finanztest hat 291 Banken und Sparkassen nach ihren Riester-Bankspar­plänen gefragt, Zinsen und Kosten ermittelt und die möglichen Renditen der Sparpläne für unterschiedliche Lauf­zeiten berechnet. Die Unterschiede sind enorm. Mehrere Banken und Sparkassen speisen ihre Kunden mit Minizinsen um 3 Prozent ab, die später zu einer mickrigen Zusatzrente führen. Doch es geht auch anders.

Die Kreissparkasse Kaiserslautern, Testsieger bei den Bonussparverträgen, bietet von Anfang an eine ordentliche Basisverzinsung von 4,25 Prozent. Zusammen mit den Bonuszinsen kommen Riester-Sparer auf eine Rendite bis zu 6 Prozent. Die Bank für Kirche und Caritas Paderborn, Testsieger bei den Sparplänen mit fester Bindung an die Kapitalmarktzinsen, bietet 4,90 Prozent und sichert ihren Kunden zugleich faire ­Zinsen in der Zukunft. Bei der Riester-Rente können sich Zinsunterschiede auf mehrere Hundert Euro im Monat summieren.

Angebote sind rar

Die meisten Vorsorgesparer müssen ­allerdings die Landkarte zu Hilfe nehmen, um ein halbwegs attraktives Angebot zu erhalten. Gerade mal 37 der 291 untersuchten Banken bieten derzeit einen verzinslichen Riester-Sparplan an.

Deutsche Bank, Dresdner Bank, Com­merzbank und Hypovereinsbank haben sich ebenso wie alle anderen größeren Privatbanken gar nicht erst einen Banksparplan für die Riester-Rente zertifizieren lassen. Ein solches Zertifikat, ausgestellt vom Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Bonn, ist Voraussetzung für die Förderung.

Viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben sich zwar mit Zertifikaten für die Musterverträge ihrer Verbände eingedeckt, doch die meisten Verträge schmoren seitdem in der Schublade. Von den hundert größten Sparkassen bietet nur jedes vierte, von den hundert größten Volks- und Raiffeisenbanken nur jedes zehnte Institut einen Riester-Banksparplan an.

Von einem flächendeckenden Angebot kann keine Rede sein. In ganzen Regionen und selbst in vielen Großstädten wie Berlin, Dresden, Frankfurt am Main und Hamburg gibt es keine einzige Filialbank mit Riester-Sparplan. Das Geschäft ist vielen Banken offenbar nicht lukrativ genug.

Dass Sparer dennoch eine Auswahl haben, verdanken sie einigen Regionalinstituten, die ihre Sparpläne jetzt bundesweit anbieten. So können Berliner auch mit der Kreissparkasse Kaiserslautern einen Riester-Vertrag abschließen. Das geht per Post und Telefon. Persönliche Beratung ist auf diese Distanz kaum drin – dafür aber eine gute Rendite.

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