Riester-Banksparpläne: Rentable Vorsorge

Ein Riester-Vertrag lohnt sich für gut verdienende Singles ebenso wie für Familien mit Kindern.

„Die Riester-Rente lohnt nur für kinderreiche Familien mit niedrigem Einkommen“ – so lautet ein verbreitetes Vorurteil gegen die geförderte private Altersvorsorge. Tatsächlich dürften die meisten Vorsorgesparer mit einem Riester-Vertrag aber besser als mit einer nicht geförderten Geldanlage fahren.

Finanztest hat je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl ermittelt, wie Zulagen und Steuervorteile die Rendite einer Anlage mit einer Verzinsung von 5 Prozent in der Sparphase erhöhen. Die Ergebnisse:

  • Je kürzer die Laufzeit, desto höher ist die Förderrendite. Während die Förderung bei 35-jähriger Laufzeit die Rendite im Schnitt „nur“ um 2 bis 3 Prozentpunkte aufbessert, erzielen Riester-Sparer bei zehn Jahren Laufzeit mindestens eine Rendite von 12 bis 15 Prozent. Schon für Sparer ab 40 Jahren gibt es deshalb kaum noch eine rentable Alternative zum Riester-Sparen.
  • Die Zahl der Kinder hebt die Rendite nur bei kleinem bis mittlerem Einkommen spürbar. Bei hohem Einkommen spielen Kinder kaum noch eine Rolle.
  • Für Kinderlose und für Sparer mit höherem Einkommen gilt in den meisten Fällen: Je mehr sie verdienen, desto höher fällt auch die Förderrendite aus.

Nicht berücksichtigt ist in der Tabelle die unterschiedliche Besteuerung der Alterseinkünfte. Die Riester-Rente hat einen Nachteil: Sie ist voll steuerpflichtig, während bei einer nicht geförderten Privatrente ebenso wie bei der gesetzlichen Rente derzeit nur der Ertragsanteil versteuert werden muss. Beginnt die Rente mit 65, sind das nur 27 Prozent.

Davon sollten sich Vorsorgesparer nicht abschrecken lassen. Nach aktuellem Recht bleibt häufig auch die Riester-Rente ganz oder teilweise steuerfrei, weil der steuerpflichtige Teil der gesetzlichen Rente noch weit unter den Steuerfreibeträgen liegt.

Bei einem Riester-Vertrag sind zudem alle bis zum Rentenbeginn erzielten Erträge steuerfrei, während Zinsen und Dividenden aus nicht geförderten Fonds- oder Banksparplänen zu versteuern sind. Nicht zuletzt kann über die künftige Besteuerung von Alterseinkünften derzeit nur spekuliert werden. Das Bundesverfassungsgericht verlangt eine grundlegende Reform.

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