Sparplan mit Tücken

Bei der CHD-Bank hängt der Zins von der Börse ab. Ein gutes Geschäft macht nur die Bank.

Die Conrad Hinrich Donner Bank, Tochter der Iduna/Signal-Gruppe, hat sich für Riester-Sparer mit dem „CHD-Vorsorgesparplan“ etwas Besonderes ausgedacht: Neben einem variablen Basiszins von 1 Prozent gibt es bei steigenden Kursen der wichtigsten europäischen Aktien einen Aufschlag. Jeweils am Monatsende vergleicht die Bank den Stand des Eurostoxx 50 mit dem Stand des Vormonats. Ist der Index gestiegen, erhöht sich der Basiszins im abgelaufenen Monat um die Hälfte des prozentualen Anstiegs, bei 5 Prozent also um 2,5 Prozentpunkte.

Was nach hohen Renditen bei günstiger Kursentwicklung klingt, fällt in Wirklichkeit recht kümmerlich aus. Finanztest hat anhand der Euro-stoxx-Entwicklung seit 1987 berechnet, welche Boni beim CHD-Sparplan angefallen wären. In 42 Prozent der Monate ist der Index gesunken. Für diese Monate wäre kein Bonus angefallen. Außerdem fiel der monatliche Anstieg des Index im Schnitt bescheiden aus. Selbst im Boomjahr 1998, als der Eurostoxx 32 Prozent zulegte, wäre beim CHD-Kunden nur ein Bonus von 2,35 Prozent hängen geblieben.

Im Schnitt hätte der Kunde mit 1,26 Prozent im Jahr von der Börse profitiert. Mit der Grundverzinsung von derzeit 1 Prozent ergibt das die Aussicht auf eine Rendite von 2,26 Prozent. Da lohnt sich der Sparvertrag nicht einmal durch staatliche Zulagen.

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