SOS-Kinder­dorf­schule in Sierra Leone

Tier­schutz, Hilfe für Kinder, Gesundheit, Nothilfe und Umwelt­schutz sind die wichtigsten Ziele von Spende­rinnen und Spendern, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Doch woran erkennt man, ob die eigene Spende in die richtigen Hände kommt? Die Finanztest-Experten erklären, worauf zu achten ist, damit möglichst viel Geld in die gute Sache fließt.

So spenden die Deutschen

Wenn sie um Hilfe gebeten werden, öffnen knapp die Hälfte der Menschen in Deutsch­land ihr Portemonnaie. Statt­liche 10,5 Milliarden Euro an Spenden kamen nach Angaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) im Jahr 2019 zusammen. Das sind 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Wir wollten wissen, für welchen Zweck Menschen in den letzten zwei Jahren Geld gespendet haben und ob sich wegen der Corona-Krise ihr Spenden­verhalten verändert hat.

Jeder Zweite gibt Geld für einen guten Zweck

Zusammen mit dem Markt­forschungs­institut GfK haben wir dazu im September 2020 eine repräsentative Umfrage durch­geführt. Befragt wurden fast 2 000 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 74 Jahren. Rund 49 Prozent von ihnen haben in den letzten zwei Jahren gespendet.

Das liegt den Menschen besonders am Herzen

Die häufigsten Ziele waren Tier­schutz (29,4 Prozent), Kinder­nothilfe (28 Prozent), Gesundheit (19,4 Prozent), Not- und Katastrophen­hilfe (17,7 Prozent) und Umwelt­schutz (17,2 Prozent). Mehr­fachnennungen waren möglich. Die Hilfs­werke Ärzte ohne Grenzen und SOS Kinderdorf/Kinderdörfer weltweit wurden besonders häufig genannt.

Unser Rat

Auswahl. Kennen Sie eine Hilfs­organisation bereits und vertrauen Sie ihr, spenden Sie direkt dorthin. Unbe­kannte Organisationen können Sie mit unserer Check­liste rechts prüfen. Auskünfte zu Spenden­organisationen erteilt das Deutsche Zentral­institut für Soziale Fragen: sozialinfo@dzi.de.

Zweck. Binden Sie Ihre Spende nicht an ein konkretes Projekt. Dann kann über­schüssiges Geld auch für ähnliche Hilfs­projekte der Organisation einge­setzt werden, die kaum öffent­liche Schlagzeilen machen.

Ziel. Spenden bis zu 150 Euro sollten Sie nicht splitten, damit möglichst viel von Ihrem Geld in die direkte Hilfe fließt. Geht Ihr Geld an mehrere Organisationen, entstehen in der Regel höhere Verwaltungs­kosten.

Dauer­spende. Über­legen Sie, ob Sie eventuell regel­mäßig spenden wollen. Das hilft Organisationen, die lang­fristige Hilfen planen. Seriöse Organisationen räumen Ihnen bei Vertrags­schluss ein 14-tägiges Widerrufs­recht ein. Für Fördermitgliedschaften, Dauer­spenden oder Patenschaften mit konkretem Zweck sollten zudem während der Lauf­zeit Kündigungs­fristen gelten, die die Dauer eines Monats nicht über­schreiten.

Steuer. Spenden an gemeinnützige Organisationen können Sie von der Steuer absetzen. Für Beträge bis 200 Euro (300 Euro ab Steuer­jahr 2021) reicht ein Buchungs­beleg als Nach­weis. Bei größeren Spenden, die bis zu einem Fünftel Ihrer Gesamt­einkünfte absetz­bar sind, sollten Sie sich von der Organisation eine Spendenquittung geben lassen.

Spenden­rechner. Mithilfe unseres Spendenrechners können Sie ermitteln, wie viel Steuern Sie durch Ihre Spenden sparen.

Corona hat Spender kaum beein­flusst

Anders als von vielen erwartet, hat die Corona-Pandemie das Spenden­verhalten kaum beein­flusst. 74 Prozent derjenigen, die in den vergangenen zwei Jahren spendeten, haben ihr Verhalten deshalb nicht verändert.

Tier­schutz steht an erster Stelle

Tier­schutz war mit rund 29 Prozent der häufigste genannte Spenden­zweck, gefolgt von Nothilfe für Kinder mit 28 Prozent. Das ergab eine Studie im Auftrag der Stiftung Warentest, an der 983 Personen teil­nahmen.

Blickt man auf die Spenden­zwecke von Frauen und Männern, fällt auf: Bei der Nothilfe für Kinder liegen sie fast gleich­auf. Sie ist für 28,3 Prozent der Männer und für 27,6 Prozent der Frauen besonders wichtig. Bei anderen Spendenzielen gibt es deutliche Unterschiede. So ist für rund 38 Prozent der Frauen der Tier­schutz am wichtigsten, Männer nennen ihn nur zu 21 Prozent.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Wir haben 983 Personen, die in den letzten zwei Jahren gespendet haben, zu ihrem Spenden­verhalten befragt. Darunter waren 480 Frauen und 503 Männer.

Männer unterstützen mit 20,6 Prozent eher die Not- und Katastrophen­hilfe. Bei den Frauen tun das nur 14,7 Prozent. Auffällige Unterschiede gibt es auch bei der Unterstüt­zung von Sport und Frei­zeit, genauer bei Spenden für Inklusions­projekte, den Erhalt und die Schaffung von Sport­anlagen und Frei­zeit­einrichtungen. Hier spenden mit 14,1 Prozent mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen (6,7 Prozent). Weiter spenden laut Umfrage Haushalte mit drei und mehr Personen eher als Singlehaushalte. Auch beein­flusst die Höhe des Haus­halts­netto­einkommens sowie die Schul­bildung das Spenden­verhalten. Je höher die Bildung, desto eher wurde in den letzten zwei Jahren gespendet.

Seriöse Organisationen erkennen

Durch­blick behalten. Doch worauf sollten Spende­rinnen und Spender achten, um möglichst wirkungs­voll zu helfen? Oft ist es gar nicht so einfach, bei dem Wust der Spendenwerbung in Zeitungen und Fernsehen, Internet, per E-Mail, Social Media oder an der Haustür die richtige Organisation auszuwählen. Über 600 000 Organisationen stehen in Deutsch­land zur Auswahl. Längst nicht alle arbeiten seriös (Nicht empfehlenswert).

Lokal spenden. Am einfachsten haben es Menschen, die eine Spenden­organisation persönlich kennen und ihr vertrauen. Das gilt vor allem auch für kleine Organisationen in der näheren Umge­bung oder Vereine, deren Arbeit die Spendenden kennen. Unsere Umfrage zeigte: Frauen spenden für Tier­schutz, um die Massentierhaltung abzu­schaffen und Tier­heime zu erhalten. Tier­heime, kleinere Vereine und Stiftungen, die sich für artgerechte Nutztierhaltung oder für kranke und verletzte Tiere einsetzen, sind oft regional organisiert. Deshalb stellen wir keine Tier­schutz­organisation im Porträt vor.

Check­liste hilft bei Auswahl

Gerade im Tier­schutz­bereich sind aber sehr viele Organisationen unterwegs. Längst nicht alle sind seriös. Einige setzen Spender mit emotionaler Ansprache oder grau­samen Bildern mora­lisch unter Druck. Wer möchte, dass möglichst viel von seinem Geld direkt bei einem Projekt ankommt, muss sich gut informieren. Kriterien, die für die Seriosität einer Organisation sprechen, nennt unsere Checkliste.

Was Spender wissen sollten

Aufwand und Nutzen. Über den Spenden­zweck kann man mit dem Herzen entscheiden. Nicht aber über die dazu passende Organisation. Organisationen, die aggressiv zum Beispiel mit kosten­intensiven Bettel­briefen oder aufwendigen Geschenken werben, sollte niemand Geld geben. Aufwand und Nutzen stehen meist in einem nicht vertret­baren Verhältnis.

Trans­parenz und Rechenschaft. Trans­parenz ist das A und O jeder Spenden­samm­lung. Generell gilt: Wer Geld einsammelt, sollte darüber auch Rechenschaft ablegen können. Seriös arbeitende Organisationen stellen alle wichtigen Informationen auf ihre Website. Sie veröffent­lichen einen aktuellen Jahres­bericht und informieren über Einnahmen und Ausgaben für ihre Projekte. Jähr­liche Kosten für Verwaltung und Werbung weisen sie getrennt aus. So können Spender nach­voll­ziehen, wie viel von ihrem Geld direkt in ein Hilfs­projekt fließt. Zur Trans­parenz gehört auch, auf Fragen der Spender zu antworten.

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Check­liste: Die Guten finden

Je mehr der folgenden Merkmale auf eine Organisation zutreffen, desto wahr­scheinlicher ist es, dass sie Spendengelder zweck­gemäß, spar­sam und wirt­schaftlich einsetzt.

  • Siegel. Hat eine Organisation ein Siegel oder Zertifikat, ist das positiv. Am aussagekräftigsten ist das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Das Siegel erhält nur, wer sich vom DZI auf Herz und Nieren prüfen lässt.
  • Information. Informiert eine Organisation auf ihrer Website umfassend über Projekte und veröffent­licht einen Jahres­bericht mit Finanzzahlen, ist das positiv.
  • Nach­frage. Seriöse Organisationen veröffent­lichen Kontakt­adressen. Hier bekommen Spender Auskünfte zu Projekten.
  • Kosten. Organisationen setzen Geld ein, um auf Notfälle aufmerk­sam zu machen, die Mittel­verwendung zu organisieren und trans­parent zu berichten. Für Werbung und Verwaltung sollten sie nicht mehr als 30 Prozent der Ausgaben verwenden.
  • Werbematerial. Organisationen sollten sachlich werben. Bettel­briefe oder grau­same Fotos, die mögliche Spender unter Druck setzen, gehören nicht dazu.
  • Haustürwerbung. Seriöse Organisationen, die an der Haustür um Spenden werben, drängen niemals zur sofortigen Unter­schrift.
  • Samm­lungen. Auf der Straße sollte ein Spenden­sammler einen Mitglieds­ausweis vorzeigen können. Auf dem Ausweis sollte der Name des Samm­lers und ein Hinweis zu etwaigen erfolgs­abhängigen Vergütungen zu lesen sein.
  • Gemeinnützig­keit. Der Frei­stellungs­bescheid des Finanz­amts belegt die Gemeinnützig­keit der Organisation.

Tipp: In unserem Special Spenden von der Steuer absetzen erklären wir, worauf Sie achten müssen, wenn auch das Finanz­amt Ihr gutes Werk würdigen soll.

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Spendensiegel des DZI

Bis zu 30 Prozent der Gesamt­ausgaben für Verwaltung und Werbung auszugeben, hält das Deutsche Zentral­institut für soziale Fragen (DZI) gerade noch für vertret­bar. Im Durch­schnitt beträgt der Anteil bei den Spendensiegel-Organisationen laut DZI aber nur 12 Prozent. Das DZI ist eine Stiftung, die sich zu 45 Prozent aus öffent­lichen Zuwendungen und zu 55 Prozent aus Eigen­einnahmen finanziert. Sie vergibt seit 1992 das DZI-Spenden-Siegel.

Prüfung nach strengen Kriterien

Erhalten können es Organisationen, die sich jähr­lich von DZI-Mitarbeitern nach strengen Kriterien prüfen lassen. Nur wer sachlich wirbt, Mittel zweck­gerichtet, spar­sam und wirt­schaftlich einsetzt und eine funk­tionierende Kontrolle der Planungen und Entscheidungen für jedes Projekt nach­weisen kann, bekommt das DZI-Siegel.

230 Organisationen haben das Siegel

Für die jähr­liche Prüfung zahlen die Organisationen einen Grund­betrag von maximal 1 500 Euro plus einen Zusatz­betrag, der bis zu 0,035 Prozent der jähr­lichen Gesamt­einnahmen, maximal 11 500 Euro plus Mehr­wert­steuer beträgt. Aktuell haben rund 230 Organisationen das Siegel. Etwa 30 Prozent der Erst­antrag­steller scheitern Jahr für Jahr an den strengen Prüfkriterien.

Wer es nicht hat, muss nicht unseriös sein

Spender, die eine Organisation nicht kennen und wissen wollen, ob sie seriös arbeitet, erhalten auf der DZI-Website auch Auskünfte über einzelne Organisationen, die das Siegel nicht haben. Kein DZI-Siegel zu haben, bedeutet nicht, dass „diese Organisationen oft nicht im gewissen Maße gute Arbeit leisten“, erklärt das DZI. Es hapere aber im Einzelnen häufig deutlich an einer optimalen Qualität.

DZI-Siegel besonders aussagekräftig

Finanztest hält das DZI-Spenden-Siegel im Vergleich zu anderen Siegeln für besonders aussagekräftig, da es eine umfassende Prüfung von außen voraus­setzt und nicht nur die Kontrolle durch einen Interes­senverband.

Andere Siegel

Mitglieds­organisationen des Deutschen Spendenrates oder des Verbands Entwick­lungs­politik deutscher Nicht­regierungs­organisationen (Venro) erhalten ein kosten­pflichtiges Siegel, wenn sie wichtige Informationen über Projekte und Finanzen veröffent­lichen. Dagegen ist das Logo für Trans­parenz der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) nach Unter­schrift unter eine Selbst­verpflichtung kostenlos.

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SOS Kinder­dorf: Jedes Kind braucht ein Zuhause

Die Idee, eine „Mutter“ für eltern­lose Kinder zu engagieren und sie in einem Kinder­dorf­haus aufwachsen zu lassen, stammt von dem Österreicher Hermann Gmeiner.

In 137 Ländern aktiv

Seit 1949 wurden über­all auf der Welt Hunderte Kinder­dörfer gegründet. Heute gibt es in einem welt­weiten Verbund 137 SOS-Kinder­dorf-Vereine, die rund 414 000 Kinder in 137 Ländern betreuen. In Deutsch­land gibt es zwei Organisationen: Der Verein SOS Kinderdörfer weltweit ist im Ausland tätig, während der Verein SOS Kinderdorf haupt­sächlich in Deutsch­land arbeitet.

Hilfe aus einer Hand

„SOS Kinder­dorf“ kümmert sich um eltern­lose und benach­teiligte Kinder in Deutsch­land. In 39 Einrichtungen werden über 100 000 Kinder, Jugend­liche und junge Erwachsene unterstützt. Es gibt ein breites Spektrum von Gesund­heits-, Beratungs- und Ausbildungs­zentren sowie Behinderten­werk­stätten, die Hilfe aus einer Hand anbieten.

Kinder leiden besonders unter sozialer Isolation

Politisch fordert SOS Kinder­dorf zum Beispiel, dass durch Corona entstandene Belastungen wie soziale Isolation nicht auf den Rücken der Kinder ausgetragen werden dürfen und dass Hilfs­angebote auch in Corona-Zeiten jeder­zeit zugäng­lich sein müssen.

Insgesamt 176 Millionen Euro Spenden einge­worben

 Der Verein SOS-Kinder­dörfer welt­weit, der 2018 Geld­spenden von rund 91 Millionen Euro erhielt, setzt 20 bis 30 Prozent seiner Ausgaben für Werbung und Verwaltung ein, beim deutschen Verein SOS-Kinder­dorf, der 2018 rund 85 Millionen Euro bekam, sind es 10 bis 20 Prozent. Beide Vereine haben das DZI-Spenden-Siegel und sitzen in München.

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Ärzte ohne Grenzen: Medizi­nische Hilfe in 70 Ländern

Für die 1971 in Paris gegründete Organisation Ärzte ohne Grenzen arbeiten jähr­lich etwa 65 000 Ärzte, Pfle­gekräfte, Psycho­logen, Logistiker, Heb­ammen und Finanz­experten. Ziel ist es, in Konflikt­gebieten, nach Natur­katastrophen oder nach dem Ausbruch von Epidemien humanitäre und medizi­nische Nothilfe zu leisten. Aktuell ist die Organisation welt­weit in rund 70 Ländern aktiv. Gemein­sam mit einheimischen Helfern betreibt sie mobile Kliniken, Gesund­heits- und Ernährungs­zentren und Notunterkünfte.

Von Südsudan bis Syrien

Einsatz von „Ärzte ohne Grenzen“ bei einer Rettungs­aktion im Mittel­meer vor der lybischen Küste 2018

2020 kümmerte sich Ärzte ohne Grenzen beispiels­weise um die Wasser- und Sanitär­versorgung nach dem Hoch­wasser im Südsudan. Auf der Sea Watch 4 im Mittel­meer über­nahm sie die medizi­nische Versorgung von Flücht­lingen. In Syrien wurden nach dem Luft­angriff auf Idlib Verletzte im von der Organisation betriebenen Kranken­haus behandelt.

Vorkämpfer für eine humane Flücht­lings- und Asyl­politik

Politisch fordert Ärzte ohne Grenzen von der Europäischen Union (EU) eine humane Flücht­lings- und Asyl­politik. Mit der Kampagne „Zugang zu unentbehr­lichen Medikamenten“ soll Verantwort­lichen in Forschung, Politik und Industrie klargemacht werden, dass dringend benötigte Medikamente auch für Arme erschwing­lich sein müssen.

Von jedem Euro fließen 87 Cent in Projekte

Die Organisation erhielt 2018 Spenden von fast 130 Millionen Euro. Laut Website fließen von jedem Euro 87 Cent in die Projekt­arbeit, rund 2 Cent in die Erstellung von Berichten und 11 Cent in Verwaltung und Werbung. Die Organisation hat das DZI-Spenden-Siegel.

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Nicht empfehlens­wert: Von diesen Organisationen raten DZI und ADD ab

Vielen Spenden­organisationen mangelt es an Trans­parenz. Das ist auch beim Tier­schutz ein Problem.

Unsere Liste nennt Spenden­organisationen, die dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin und/oder der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) aus Rhein­land-Pfalz negativ aufgefallen sind. In Rhein­land-Pfalz wird die Einhaltung des Samm­lungs­gesetzes genau über­wacht.

... weil sie Spender mit Geschenken unter Druck setzen

Beim Verein Child-Help Hilfe für Kinder mit schweren Miss­bildungen e. V. mit Büro in Hamburg ist die Höhe der Verwaltungs- und Werbe­kosten nicht veröffent­licht. Laut DZI setzt der Verein Spender unter Druck, indem er ihnen Werbegeschenke schickt, die ausdrück­lich als Dank für eine noch nicht geleistete Spende bestimmt sind. Bei Spendern würde so ein schlechtes Gewissen erzeugt, wenn sie kein Geld über­weisen. Der ADD hat dem Verein 2018 Spenden­aufrufe und -samm­lungen in Rhein­land-Pfalz verboten.

Der Verein St. Josefs Indianer Hilfs­werk e. V. aus Offenbach am Main sammelt Spenden für ein Internat in den USA, das junge Lakota-Indianer unter­richtet und versorgt. Das DZI kritisiert die drängelnde Spendenwerbung. Geschenke als ausdrück­lichen Dank für eine noch nicht geleistete Spende zu verschi­cken, schüre bei Spendern – falls sie nicht spendeten – ein schlechtes Gewissen. Auch hält das DZI die Verwaltungs- und Werbe­kosten, die 2018 mehr als 30 Prozent der Gesamt­einkünfte von rund 9 Millionen ausmachten, für unver­tret­bar hoch.

... weil sie zu viel Geld für Werbung und Verwaltung ausgeben

Der Verein Dekuna e. V. mit Büro in Staufen­berg und Wismar darf in Rhein­land-Pfalz keine Spenden mehr einsammeln. Anlass für das Samm­lungs­verbot der ADD waren Hinweise, wonach die Dekuna wieder­holt Spenden­abbuchungen der Vereine Organisation für Notleidende Kinder e. V. – „ONK“ und Deutsche Gesell­schaft Tiere & Natur e. V. (beide Wismar) fortgeführt hat, obwohl diese Vereine landes­weit keine Samm­lungen mehr durch­führen dürfen. Die Über­prüfung der Dekuna erfolgte vor allem, weil der Verein laut Satzung bis zu 85 Prozent der Mitglieds­beiträge für Fremdfirmen, Mitglieder­gewinnung und Mitglieder­verwaltung verwenden darf. Gegen das Samm­lungs­verbot kann Dekuna recht­lich vorgehen.

Auch der BHR Bundes­verband Rettungs­hunde e. V. in Hünxe, der seine Einnahmen im Jahr 2019 mit rund 5,9 Millionen Euro angibt, ist laut DZI nicht förderungs­würdig. Die auf der Website veröffent­lichten Ausgaben für Werbung, Verwaltung und Geschäfts­führung seien mit rund 53 Prozent der Gesamt­aufwendungen unver­tret­bar hoch.

... weil sie nicht belegen, wofür sie die Spenden verwenden

Gegen den erst 2018 gegründeten Verein Kinder Krebs Aktion Deutsch­land e. V. in Berlin hat die ADD 2020 bereits zum vierten Mal ein Zwangs­geld verhängt. Damit will die Aufsichts­behörde ein im August 2019 für Rhein­land-Pfalz verfügtes Samm­lungs­verbot durch­setzen. Der Verein hatte in Rhein­land-Pfalz unter anderem mit Telefon-Werbemaß­nahmen zu Spenden aufgerufen und Geld­spenden von Konten der Spender einge­zogen. Eine satzungs­gemäße Verwendung der Spenden habe er gegen­über der ADD nicht nachgewiesen.

... weil sie ihren gesetzlichen Auskunfts­pflichten nicht nach­kommen

Beim Kinder­krebs­werk für Deutsch­land e. V. aus Detmold ist laut DZI unklar, ob der Verein vom Finanz­amt als steuer­begüns­tigt anerkannt ist und ob er Spendenquittungen ausstellen darf. Die ADD hat bereits 2014 gegen den Verein ein Samm­lungs­verbot verfügt. Danach ist es dem Verein untersagt, Spenden­samm­lungen in Rhein­land-Pfalz durch­zuführen. Auch sei der Verein seinen gesetzlichen Auskunfts­pflichten nicht nachgekommen: Gegen­über der ADD habe er keine Hilfs­maßnahmen für betroffene krebs­kranke Kinder nachgewiesen.

.. weil unklar ist, ob sie Spenden zweck­gemäß verwenden

Der Verein Kolibri Hilfe für krebs­kranke Kinder Deutsch­land e. V. in Berlin darf in Rhein­land-Pfalz keine Geld­samm­lungen durch­führen und keine Fördermitglieder werben. Bank­einzüge müssen durch den Verein gestoppt werden. Das hat die ADD verfügt. Zuvor hatte sie bei einer Prüfung fest­gestellt, dass eine einwand­freie und zweck­gemäße Verwendung der Spenden nicht gewähr­leistet sei.

Dem Verein Stern­chen­kinder e. V. aus Lasel, der Angehörigen von verstorbenen Kindern Hilfe anbietet, sind Spenden­samm­lungen und Abbuchungen von Spenden in Rhein­land-Pfalz von der ADD untersagt worden. Der Verein kam der Aufforderung der ADD nicht nach, Spenden­eingänge offen­zulegen und eine zweck­gemäße Verwendung der Erträge darzulegen.

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Spenden­rechner: So viel Steuern sparen Sie

Um Ihren persönlichen Steuer­vorteil – ausgenommen Parteispenden – zu berechnen, geben Sie einfach alle in dem jeweiligen Steuer­jahr von Ihnen geleisteten Spenden als Gesamt­summe in unseren Spenden­rechner ein und tragen den Gesamt­betrag Ihrer Einkünfte ein. Hat sich Ihr Einkommen seit dem letzten Steuer­bescheid nicht verändert, können Sie einfach den entsprechenden Betrag aus dem Bescheid ablesen und eingeben.

Sparbei­spiel: Hat ein Ehepaar im Jahr 2021 Einkünfte in Höhe von 35 000 Euro und übers Jahr insgesamt 3 000 Euro gespendet, spart es rund 804 Euro Steuern (berück­sichtigt ist ein Kirchen­steu­ersatz von 8 Prozent). Allein­stehende sparen bei gleichen Werten rund 1 030 Euro.

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Nutzer­kommentare, die vor dem 7.12.2020 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Veröffent­lichung zum selben Thema.

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