Richtig reklamieren Meldung

Einkaufen will gelernt sein. Wer fehlerhafte Ware erwischt, sollte wissen, was zu tun ist. An Rechten fehlt es nicht, oft jedoch am Wissen darum. Und: Mancher Händler will auch gar nicht wissen, was er seinen Kunden alles schuldet. Wer als Kunde nicht selbst Bescheid weiß, geht leer aus. Finanztest erklärt, wie Sie den Verkäufer in die Pflicht nehmen, wann Sie Ware zurückgeben dürfen und wo Sie bei komplizierten Fällen Rechtsrat und Hilfe bekommen.

Einkauf im Laden

Der Einkauf im Laden ist der klassische Weg zur Ware. Es gilt: Vorsicht bei der Auswahl! Ein generelles Umtauschrecht gibts nämlich nicht. Grundsätzlich gilt: Gekauft ist gekauft. Wer die Ware zurückgeben will, ist auf Kulanz angewiesen. Allerdings: Viele Unternehmen räumen ein solches Umtauschrecht ein. Und: Wo mit Geld-zurück-Garantie, Kauf auf Probe und ähnlichem geworben wird, kann sich der Kunde auch drauf verlassen.

Mit Netz und doppeltem Boden

Mehr Rechte haben Käufer, wenn Sie die Ware bestellen und sich nach Hause liefern lassen. Egal ob telefonisch, via Internet oder mit Karte: Nach Zusendung der Ware haben Käufer zwei Wochen Zeit zu widerrufen. Als Widerruf gilt auch die Rücksendung der Ware. Nicht mal das Porto muss der Käufer zahlen. Bei Waren im Wert von 40 und mehr Euro muss der Verkäufer das Porto für die Rücksendung übernehmen. Bei günstigerer Ware kann der Händler die Übernahme der Portokosten in den Geschäftsbedingungen ausschließen. Wenn er es jedoch nicht tut, muss er auch in solchen Fällen das Porto übernehmen. Das Widerrufsrecht gilt auch für Profihändler bei ebay. Allerdings: Im Zweifel muss der Käufer beweisen, dass sein Vertragspartner ein Händler ist, für den das Widerrufsrecht gilt. Indizien für Händler: Sie bieten reichlich gleichartige Ware ein. Auch die Bezeichnung als Powerseller spricht für einen Händler.

Recht bei Mängeln

Unabhängig von der Art des Einkaufs gilt das Recht auf Gewährleistung. Bei Neuware müssen Händler zwei Jahre lang dafür einstehen, dass bei Übergabe an den Käufer alles in Ordnung war. Wenn Fehler vorlagen, haben Käufer ein Recht auf Nachbesserung. Wenn diese scheitert, können sie wahlweise Herabsetzung des Kaufpreises oder Rückzahlung des Preises gegen Rückgabe der Ware verlangen. Nur Privatleute dürfen das Gewährleistungsrecht ausschließen. Wenn sie anbieten: Kauf unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung, dann gilt das auch. Händler dürfen beim Verkauf gebrauchter Gegenstände die Gewährleistungsfrist auf ein Jahr verkürzen. Weniger allerdings ist nicht zulässig.

Unter Garantie

Zusätzlich gibts oft Garantie. Sie ist freiwillig. In der Regel funktioniert sie so: Der Hersteller steht eine bestimmte Zeit lang dafür ein, dass sein Produkt einwandfrei funktioniert. Möglich sind auch beschränkte Garantien („...gegen Durchrostung...“ oder „...auf die Karosserie...“). Ob der Fehler schon von Anfang an vorlag, spielt für Garantiefälle keine Rolle. Häufig ist es deshalb bequemer, die Garantie beim Hersteller in Anspruch zu nehmen, statt beim Händler Gewährleistung zu verlangen. Denn in den Gewährleistungsfällen muss grundsätzlich der Kunde beweisen, dass in der Ware von Anfang an der Wurm drin war. Nur in den ersten sechs Monaten ab Kauf ist er von dieser Beweispflicht befreit.

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