Richtig feiern Special

Klassiker Roll­mops – tatsäch­lich gar nicht das beste Kater­frühstück.

Der Schädel brummt, der Kreis­lauf fährt Achterbahn und der Magen rebelliert: Nach dem Alkoholrausch kommt – nicht nur in der Faschings­zeit – der Katzen­jammer. „Verkatert“ sagt der Volks­mund. Alkohol raubt dem Körper Wasser und Mineralstoffe. Der rächt sich mit Kopf­schmerzen und Übel­keit. Jetzt helfen Espresso mit Zitrone, Honig, Salz­stangen und saure Gurken. Die Stiftung Warentest nennt Mittel gegen den Kater.

Der Alkohol raubt dem Körper Wasser

Grund für den Katzenjammer am Morgen danach: Alkohol entwässert. Der verkaterte Körper braucht für den Abbau von Alkohol mehr Flüssig­keit und Mineralstoffe als er aufgenommen hat. Das fehlende Wasser entzieht er den Organen – auch dem Gehirn. Die Folgen spürt man am nächsten Tag: Kopf­schmerzen, Übel­keit und Schwindel sind die Symptome des Katers. Der Zuckerspiegel des Blutes sinkt. Manche Drinks enthalten auch Fuselöle. Die verschärfen das Problem. In der Leber können daraus sogar Gifte entstehen. Ob mit oder ohne Fuselöl: Wissenschaftlich gesehen ist der Kater eine Alkohol­vergiftung.

Kater – ein Begriff aus Leipzig

Große Mengen Alkohol über­lasten die Leber. Sie kann in der Stunde nur etwa sieben Gramm Alkohol abbauen. Kommt mehr rein, reagiert der Körper mit Kopf­schmerzen und Unwohl­sein. Die Redewendung „einen Kater haben“ geht wohl auf das grie­chische Wort Katarrh zurück. Das bedeutet Schnupfen, sprich: Schleimhaut­entzündung. Im 19. Jahr­hundert verglichen Leipziger Studenten ihren Zustand nach über­triebenem Zechen mit einer dicken Erkältung. So wurde der Kater geboren. Entscheidend für einen Kater ist übrigens nicht die Reihen­folge der alkoholischen Getränke, sondern die Alkoholmenge. Das haben deutsche Forscher aktuell untersucht: Der Spruch „Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat‘ ich dir.“ stimmt also nicht.

Das hilft: Espresso und Zitrone

Richtig feiern Special

Ein bewährtes Mittel gegen Kopf­schmerzen ist Espresso mit Zitrone. Die Kombination dämpft das Schmerz­empfinden. Das haben Wissenschaftler der Uniklinik Freiburg in einer Studie nachgewiesen. Koffein und Zitronensäure blockieren die Bildung eines Enzyms, das die Freiset­zung von Prosta­glandinen steuert. Prosta­glandine sind hormon­ähnliche Substanzen. Sie helfen bei der Weiterleitung von Schmerzen. Koffein verstärkt, der Studie nach, auch die Wirkung einfacher Schmerz­mittel wie Acetylsalicylsäure (ASS).

Deftig frühstücken – mit Säure, Salz und Pfeffer

Am Morgen nach der Feier hilft ein deftiges Frühstück mit sauren Gurken, Salz­stangen und Brühe. Säure fördert den Alkohol­abbau, Salz ersetzt verlorene Mineralstoffe, scharfe Gewürze regen die Verdauung an. Auch Honig und Tomatensaft sollen kleine Wunder wirken. Sie enthalten Frucht­zucker und helfen dem Körper beim Alkohol­abbau. Geübte Trinker beugen dem Kater schon am Tag der Zeche vor. Mit fettem Essen und viel Wasser.

So beugen Sie dem Kater vor

  • Trocken feiern. Radikal und wirk­sam: Feiern Sie ohne Alkohol. Trinken Sie statt­dessen Frucht­cock­tails, Wasser und Saft. Für die Stimmung sorgen scharfe Sprüche.
  • Fett essen. Trinken Sie nicht auf nüchternen Magen. Essen Sie vor dem Feiern deftig und salzig. Etwa Pommes, Mayonnaise, Kartoffel­salat, Bratkar­toffeln, Käse oder Pasta mit Käse. Fett verzögert die Aufnahme von Alkohol ins Blut. Salz beugt der harn­treibenden Wirkung des Alkohols vor.
  • Lang­sam trinken. Stürzen Sie Ihr Glas nicht einfach hinunter. Trinken Sie lang­sam und möglichst maßvoll. Legen Sie Pausen ein.
  • Maß halten. Kennen Sie Ihr Limit. Je betrunkener man sich fühlt – also je höher die konsumierte Alkoholmenge ist, umso stärker fällt der Kater aus.
  • Wenig Zucker. Meiden Sie süße Cock­tails, Liköre, Glüh­wein und Punsch mit viel Zucker. Auch süße Weine und Sekt machen schnell einen dicken Kopf.
  • Wenig Kohlensäure. Meiden Sie Getränke mit viel Kohlensäure. Kohlensäure beschleunigt die Aufnahme von Alkohol ins Blut.
  • Vitamine für Raucher. Wer raucht und trinkt braucht besonders viel Vitamine. Versorgen Sie sich am Buffet vor allem mit Obst, Gemüse und frischem Salat.
  • Viel Wasser. Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Trinken Sie beim Feiern zwischen­durch auch Wasser oder Saft. Das gibt dem Körper Reserven.
  • Bittere Kräuter. Wein­verkoster und Naturmediziner empfehlen Kräuter­auszüge aus Wermut, Arti­schocke oder Mariendistel. Die bitteren Kräuter sollen die Leber­funk­tion unterstützen und dem Kater vorbeugen. Wissenschaftlich ist das nicht bewiesen. Probieren Sie es aus: Kräuter­auszüge gibts in der Apotheke.
  • Wasser und Mineralstoffe. Trinken Sie vor dem Einschlafen viel Wasser oder Mineral­wasser, einen Isodrink oder einen Calzium-Magnesium-Cock­tail aus Brause­tabletten mit Leitungs­wasser. Wer will, nimmt dazu ein Aspirin oder eine vergleich­bare Kopf­schmerz­tablette (ASS).

So vertreiben Sie den Kater

  • Kater­frühstück. Am Morgen danach braucht Ihr Körper Säure, Salz und Schärfe. Frühstücken Sie mit sauren Gurken, Salz­stangen und Brühe. Säure fördert den Alkohol­abbau, Salz ersetzt verlorene Mineralstoffe, scharfe Gewürze regen die Verdauung an. Wers sanfter für den Magen mag, isst Voll­korn­brot und Käse. Verzichten Sie auf Roll­möpse: Die sind schwer verdaulich.
  • Honig und Früchte. Krönen Sie das Frühstück mit Honig, Obst und Joghurt. Honig enthält Frucht­zucker und fördert den Abbau von Alkohol. Vitamin C hilft der Leber bei der Entgiftung.
  • Frucht­saft. Tomatensaft enthält viel Frucht­zucker und beschleunigt den Abbau von Alkohol. Trinken Sie Bloody Mary mit Pfeffer und Salz, aber ohne Wodka. Ebenfalls angesagt: frisch gepresste Frucht­säfte. Die bringen Vitamine.
  • Kopf­schmerzen. Bei starken Kopf­schmerzen hilft oft ein doppelter Espresso mit einem Schuss Zitrone. Koffein mit Zitronensäure dämpft das Empfinden für Kopf­schmerzen.
  • Schmerz­mittel. Ergänzen Sie das Frühstück um eine Kopf­schmerz­tablette, wenn Kaffee und Zitrone nicht helfen.
  • Trinken. Nach dem Alkoholrausch braucht der Körper Wasser. Trinken Sie so viel Sie können. Am besten Mineral­wasser, Apfelschorle oder Früchtetee ohne Zucker.
  • Frische Luft. Frische Luft versorgt den Körper mit Sauer­stoff. Gehen Sie nach dem Frühstück spazieren.

Dieses Special ist erst­mals am 31. Dezember 2005 auf test.de erschienen. Es wurde seitdem regel­mäßig aktualisiert, zuletzt am 28. Februar 2019.

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