Rezepte gegen Kater Das hilft bei Kopf­schmerzen nach Alkohol­konsum

01.01.2021
Rezepte gegen Kater - Das hilft bei Kopf­schmerzen nach Alkohol­konsum
Klassiker Roll­mops – tatsäch­lich gar nicht das beste Kater­frühstück. © Adobe Stock / Thomas Francois

Egal ob Geburts­tag, Weih­nachten oder Silvester – Partys fallen in der Corona-Zeit aus oder finden nur im ganzen kleinen Kreis statt. Alkohol trinken viele Menschen trotzdem, manche sogar mehr als sonst. Nach dem Rausch kommt am nächsten Morgen dann der Kater. Hier verraten wir, wie er entsteht und was dagegen hilft.

Alkohol entzieht dem Körper Wasser

Symptome. Grund für den Katzenjammer am Morgen danach: Alkohol entwässert. Der verkaterte Körper braucht für den Abbau von Alkohol mehr Flüssig­keit und Mineralstoffe, als er aufgenommen hat. Das fehlende Wasser entzieht er den Organen – auch dem Gehirn. Die Folgen spürt man am nächsten Tag in Form von Kopf­schmerzen, Übel­keit und Schwindelgefühlen. Der Zuckerspiegel des Blutes sinkt.

Gift. Manche Drinks enthalten auch Fuselöle, die sich bei der alkoholischen Gärung bilden. Die verschärfen das Problem. Im Körper, etwa in der Leber, können daraus Gift­stoffe entstehen. Ob mit oder ohne Fuselöl: Wissenschaftlich gesehen ist der Kater eine Alkohol­vergiftung. Große Mengen Alkohol über­lasten die Leber. Sie kann in der Stunde nur etwa sieben Gramm Alkohol abbauen. Kommt mehr rein, reagiert der Körper mit Kopf­schmerzen und Unwohl­sein.

Der Kater ist eigentlich ein Katarrh

Leipziger Erfindung. Die Redewendung „einen Kater haben“ geht wohl auf das grie­chische Wort Katarrh zurück. Das bedeutet Schnupfen, sprich: Schleimhaut­entzündung. Im 19. Jahr­hundert verglichen Leipziger Studenten ihren Zustand nach über­triebenem Zechen mit einer dicken Erkältung. So wurde der Kater geboren.

Auf die Menge kommts an. Entscheidend für einen Kater ist übrigens nicht die Reihen­folge der alkoholischen Getränke, sondern die Alkoholmenge. Der Spruch „Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat‘ ich dir“, stimmt nicht. Das hat eine aktuelle Unter­suchung deutscher Forscher bestätigt, nach­zulesen im American Journal of Clinical Nutrition und verständlich zusammengefasst von Spiegel Online.

Was wirk­lich gegen Kater hilft

Rezepte gegen Kater - Das hilft bei Kopf­schmerzen nach Alkohol­konsum
© Alamy Stock Photo / Roman Sahaidachnyi

Espresso mit Zitrone. Diese Kombi hat sich als Mittel gegen Kopf­schmerzen bewährt: Sie dämpft nämlich das Schmerz­empfinden. Das haben Wissenschaftler der Uniklinik Freiburg in einer Studie nachgewiesen. Koffein und Zitronensäure blockieren die Bildung eines Enzyms, das die Freiset­zung von Prosta­glandinen steuert. Prosta­glandine sind hormon­ähnliche Substanzen. Sie helfen bei der Weiterleitung von Schmerzen. Koffein verstärkt, der Studie nach, auch die Wirkung einfacher Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS). Ergänzen Sie das Frühstück um eine Kopf­schmerz­tablette, wenn Kaffee und Zitrone nicht helfen.

Achtung!
Von Kombinationspräparaten mit Koffein raten die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest aber ab: Die belebende Wirkung des Koffeins kann dazu verleiten, solche Mittel häufiger und länger einzunehmen, als es angeraten ist. Damit steigt das Risiko für Dauer­kopf­schmerzen und Nierenschäden. Besser ist es, eine Schmerz­tablette zu nehmen, die kein Koffein enthält, und danach eine Tasse Kaffee zu trinken.

Deftig frühstücken. Am Morgen nach der Feier hilft ein deftiges Frühstück mit sauren Gurken, Salz­stangen und Brühe. Säure fördert den Alkohol­abbau, Salz ersetzt verlorene Mineralstoffe, scharfe Gewürze regen die Verdauung an. Wers sanfter für den Magen mag, isst Voll­korn­brot und Käse. Verzichten Sie auf Roll­möpse: Die sind schwer verdaulich.

Honig und Früchte. Krönen Sie das Frühstück mit Honig, Obst und Joghurt. Honig enthält Frucht­zucker und fördert den Abbau von Alkohol. Vitamin C hilft der Leber bei der Entgiftung.

Frucht­saft. Frisch gepresste Frucht­säfte bringen Vitamine. Vor allem Tomatensaft enthält viel Frucht­zucker und beschleunigt den Abbau von Alkohol. Trinken Sie Bloody Mary mit Pfeffer und Salz, aber ohne Wodka. Über­haupt braucht der Körper nach dem Alkoholrausch jetzt viel Wasser: Trinken Sie davon so viel Sie können. Am besten in Form von Mineralwasser, Apfelschorle oder Früchtetee ohne Zucker.

Frische Luft. Frische Luft versorgt den Körper mit Sauer­stoff. Gehen Sie nach dem Frühstück also am besten eine Runde spazieren.

So beugen Sie dem Kater vor

  • Fett essen. Trinken Sie nicht auf nüchternen Magen. Essen Sie vor dem Feiern deftig und salzig. Etwa Pommes, Mayonnaise, Kartoffel­salat, Bratkar­toffeln, Käse oder Pasta mit Käse. Das verhindert zwar nicht den Kater, Fett verzögert aber die Aufnahme von Alkohol ins Blut. Salz beugt zudem der harn­treibenden Wirkung des Alkohols vor.
  • Lang­sam trinken. Stürzen Sie Ihr Glas nicht einfach hinunter. Trinken Sie lang­sam und möglichst maßvoll. Legen Sie Pausen ein.
  • Maß halten. Kennen Sie Ihr Limit. Je betrunkener man sich fühlt – also je höher die konsumierte Alkoholmenge ist, umso stärker fällt der Kater aus.
  • Wenig Zucker. Verzichten Sie auf süße Cock­tails, Liköre, Glüh­wein und Punsch mit viel Zucker. Auch süße Weine und Sekt machen schnell einen dicken Kopf.
  • Wenig Kohlensäure. Meiden Sie Getränke mit viel Kohlensäure. Kohlensäure beschleunigt die Aufnahme von Alkohol ins Blut.
  • Ziga­retten weglassen. Weil Alkohol und Nikotin sich gegen­seitig beein­flussen, kann es bei Rauchern länger dauern, bis sie die Wirkung des Alkohols spüren. Sie vertragen scheinbar mehr. Doch die Gift­wirkung des Alkohols bleibt dieselbe: Der Stoff­wechsel wandelt Alkohol nämlich in giftiges Azetaldehyd um. Wer raucht und trinkt, braucht zudem besonders viel Vitamine. Versorgen Sie sich am Buffet vor allem mit Obst, Gemüse und frischem Salat.
  • Viel Wasser. Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Trinken Sie zwischen­durch auch Wasser oder Saft. Das gibt dem Körper Reserven.
  • Bittere Kräuter. Wein­verkoster und Naturmediziner empfehlen Kräuter­auszüge aus Wermut, Arti­schocke oder Mariendistel. Die bitteren Kräuter sollen die Leber­funk­tion unterstützen und dem Kater vorbeugen. Wissenschaftlich ist das nicht bewiesen. Probieren Sie es aus: Alkoholfreie Kräuter­auszüge zum Trinken gibt es in der Apotheke.
  • Wasser und Mineralstoffe. Trinken Sie vor dem Einschlafen viel Wasser oder Mineralwasser, einen Isodrink oder einen Kalzium-Magnesium-Cock­tail aus Brause­tabletten mit Leitungswasser.
  • Auf Alkohol verzichten. Das ist radikal, aber wirk­sam. Trinken Sie statt­dessen Frucht­cock­tails, Wasser, Apfelschorle und Saft. Experten raten ohnehin zu mehr­wöchiger Abstinenz im Jahr – man muss damit ja nicht erst im neuen Jahr beginnen (Trockener Januar tut der Leber gut).

Dieses Special wird regel­mäßig aktualisiert – neuestes Update: 21. Dezember 2020.

01.01.2021
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