Resilienz in Krisen­zeiten Wie Sie lernen, gelassen zu bleiben

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Resilienz in Krisen­zeiten - Wie Sie lernen, gelassen zu bleiben
Angriffen trotzen. Auch in Zeiten andauernder Krisen gibt es Strategien, um mental stark zu bleiben. © Getty Images PA

Pandemie, Krieg, Inflation: Das hält doch keiner aus! Was macht die Psyche widerstands­fähig und gibt der Seele Kraft? Wir haben Psycho­logen und Resilienz­forscher gefragt.

Resilienz in Krisen­zeiten Wie Sie lernen, gelassen zu bleiben

Angst, Druck, Sorgen – seit Beginn der Pandemie 2020 fühlen sich viele Menschen dauer­haft angespannt. Auf erhöhte ­Belastungen reagieren Körper und Psyche üblicher­weise mit erhöhtem Stress. Negative Gefühle wie Über­forderung, Wut oder Angst steigen an. Darauf sollte eine Erholungs­phase folgen, und der Stress­level absinken. Was, wenn das nicht mehr gelingt? Wir haben Experten und Expertinnen zurate gezogen und zeigen, wie sich Krisen­festig­keit schulen lässt.

Warum sich unser Resilienz-Special für Sie lohnt

  • Psycho­logische Ratschläge und Hintergrund­wissen. Wir lassen Psycho­loginnen und Resilienz­forscher zu Wort kommen, die erläutern, wie wir Krisen gut meistern können und dabei gesund bleiben.
  • Interviews und konkrete Anleitungen. Experten geben Tipps, wie man die eigene Resilienz stärkt und sich selbst Gutes tut.
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf den Heft­artikel aus test 12/2022.

Resilienz in Krisen­zeiten Wie Sie lernen, gelassen zu bleiben

Die Fähig­keit, etwas an sich abprallen zu lassen

Wie jemand Belastungen bewältigt und mental gesund bleibt, hängt von den Ressourcen und Lebens­umständen ab. Das Schlüssel­wort lautet: Resilienz. Das Wort stammt vom Lateinischen resilire (deutsch: abprallen) und hat sich als Begriff für die psychische Widerstands­fähig­keit einge­bürgert.

„Je resilienter ­jemand ist, desto schneller und unbe­schadeter gelangt er in schwierigen Zeiten aus dem Stress zurück in die Erholung“, sagt Professor Klaus Lieb, Direktor der ­Klinik für Psychiatrie und Psycho­therapie an der Universitäts­medizin Mainz.

Aus Krisen gestärkt hervorgehen

Die Grund­lagen für diese Fähig­keit sind von Geburt an vorhanden. Und, da sind sich Experten einig: Resilienz lässt sich im Laufe des Lebens lernen und trainieren.

Wer Probleme erfolg­reich meistere, gehe daraus gestärkt hervor und stelle oft verblüfft fest: „Ich hätte nie gedacht, dass ich so stark bin und das bewältigen kann“, so Professor Klaus Lieb. Er zählt zu den führenden Resilienz­forschern Deutsch­lands und nennt in unserem Artikel einfache und effektive Maßnahmen, wie jemand resilienter werden kann – etwa indem er sich ein Netz­werk aufbaut.

Stör­faktoren umgehen oder beseitigen

Die Psycho­logie kennt verschiedene Strategien, um sich nicht von Krisen über­wältigen zu lassen. Etwa Wege finden, um stressige Stör­faktoren zu umgehen oder zu beseitigen.

Eines ist das Dauer­feuer an schlechten Nach­richten. „Zeiten ohne Handy oder Fernseher helfen, unsere psychische Gesundheit nicht zu sehr zu belasten“, sagt Eva Asselmann, Professorin für Differentielle und Persönlich­keits­psychologie an der HMU Health and Medical University Potsdam.

Resilienz in Krisen­zeiten Wie Sie lernen, gelassen zu bleiben

Selbst­fürsorge darf nicht zu kurz kommen

Um gesund zu bleiben, brauchen wir eine gelungene Abwechs­lung von Ruhe und Belastung. Viele Menschen verpassen in Zeiten der Über­forderung den Moment, Pause zu machen. Unser Report zeigt, mit welchen einfachen Mitteln jeder gegen­steuern kann.

Wo es Hilfe gibt, wenn alles zu viel wird

Wie erkenne ich, dass Krisen einer Person in meinem Umfeld so zusetzen, dass sie allein keinen Ausweg findet? Wie gehe ich mit psychisch Kranken um? Was, wenn ich mich selbst verloren fühle?

Anzeichen. Betroffene Personen verändern sich stark, kehren sich nach innen, nehmen am sozialen Leben nicht mehr teil. Man sollte ihnen Unterstüt­zung und Gespräche anbieten oder diese im Freundes­kreis aktiv suchen – gerade in Krisen­zeiten ist die Hilfs­bereitschaft hoch, hat die Pandemie bestätigt. „Bringen Gespräche keine Besserung, sollten Betroffene auf professionelle Hilfe zurück­greifen“, rät Professor Klaus Lieb.

Krisen-Hilfe. Schnellste Anlauf­stelle ist die Telefon­seel­sorge, die jeder­zeit erreich­bar ist: per Telefon unter 0 800/1 110 111, per E-Mail und Chat unter online.telefon­seel­sorge.de. Bei akuten Suizid­gedanken sind die lokalen psychiatrischen Kliniken der beste Ansprech­partner.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 29.11.2022 um 10:30 Uhr
Christstollen

@Nikolaus2011: Vielen Dank für Ihre positive Einschätzung unserer Arbeit. Solches Lob ist uns Ansporn, auch in Zukunft informative und spannende Tests zu veröffentlichen. Die Gewichtung unserer Untersuchungsparameter zum Stollentest finden Sie unter „So haben wir getestet“ www.test.de/christstollen-im-test-4946993-4946998/
Hinter unseren Tests steht immer eine gründliche, sachorientierte und gewissenhaft geplante und durchgeführte Untersuchung. Dabei werden im Vorfeld alle anerkannten wissenschaftlichen Studien gesichtet und mit Fachleuten erörtert. Die Untersuchungsmethodik und Gewichtung der Ergebnisse richten sich dabei nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft, nachdem wir auch unsere Bewertung vornehmen.

halsbandschnaepper am 29.11.2022 um 09:20 Uhr
Christstollen mit Resilienz?

Haben die Christstollen Resilienz oder steigert Christollen-Essen die Resilienz?

Nikolaus2011 am 28.11.2022 um 16:30 Uhr
Christstollen Wertung

Es ist mir wenig verständlich, wenn Schadstoffe befriedigend, sonst alles gut die Bewertung gut ausfällt.
Bei ‚alles gut‘ und die Deklaration befriedigend der Stollen mit befriedigend bewertet wird.
Das ist nicht gut, sondern auch nur ‚befriedigend‘!
PS.
Ihr für uns!
Schön, das es Stiftung Warentest gibt.
Da wird die Qualität besser und die Industrie herausgefordert! Leider ist das immer noch nötig und wird auch so bleiben.

ninick am 27.11.2022 um 18:01 Uhr
Sich dem Businessmodell von Medien entziehen!

Frau Asselmann wurde bereits zitiert, das möchte ich aus meiner Sicht präzisieren. Einer der Grundpfeiler des Businessmodells von Medienmachern (sowohl öffentlich-rechtlichen als auch privaten) ist, mit Nachrichten zum Beispiel: Angst einzujagen, zu polarisieren und die Gesellschaft in Gruppen zu spalten, diese gegeneinander aufzuwiegeln, verrückte & überzogene "Rollenvorbilder" dramatisch in der Berichterstattung zu bevorzugen (Promis, Models, Extremsportler etc.) u.ä. Ganz ohne Nachrichten wäre es natürlich langweilig, aber man kann sich diesem Irrsin schon entziehen. Und zum Glück gibt es ja mittlerweile so etwas wie youtube, wo es mittlerweile deutlich vertrauenswürdige Informationsquellen mit größerer Meinungsvielfalt und Inhaltstiefe gibt als in den ziemlich korrumpierten Mainstream-Medien. Natürlich gibt es auch von den öffentlich-rechtlichen einige gute Angebote, aber die sind rar gesät. Seitdem ich weitgehend auf Nachrichtensendungen verzichte, schlafe ich wirklich besser.