Reser­vierungs­kosten Deutsche Bahn Versprechen gebrochen

Reser­vierungs­kosten Deutsche Bahn - Versprechen gebrochen
© Deutsche Bahn AG

Seit einem Jahr warten Kunden vergeblich darauf, dass die Deutsche Bahn die Reser­vierungs­gebühren für die zweite Klasse abschafft. Vor einem Jahr hatte die Bahn die Abschaffung als Teil einer „Kunden­offensive“ angekündigt, die bis 2030 rund 50 Millionen Fahr­gäste pro Jahr zusätzlich in die Züge locken soll. Getan hat sich seitdem nichts.

Nur die erste Klasse spart

Am 18. März 2015 hatte die Bahn genau das Ende der Reser­vierungs­gebühren in einer Pressekonferenz angekündigt. Doch ein Jahr später kostet die Sitz­platz­reser­vierung in der zweiten Wagenklasse weiterhin 4,50 Euro pro Fahrt. Nur bei Buchung von Tickets in der ersten Klasse ist die Sitz­platz­reser­vierung inklusive – das aber schon seit Dezember 2014.*

Kostenlose Reser­vierung „frühestens 2017“

Auf Nach­frage von test.de hat eine Unter­nehmens­sprecherin mitgeteilt, dass die Bahn ihren Plan nicht aufgegeben habe. „Derzeit kann jedoch kein Einführungs­zeit­punkt genannt werden“. Bei der Presse­konferenz zur Jahres­bilanz am 16. März 2016 gab die Bahn bekannt, Kunden könnten „frühestens 2017“ kostenlos Sitz­plätze in der zweiten Klasse reser­vieren.*

Derzeit fahren viele Fernzüge verspätet – wenn sie über­haupt fahren. Im vergangenen Jahr war nur jeder vierte Zug pünkt­lich. Für die Reisenden heißt das: Alltäglich platzen Sitz­platz­reser­vierungen, weil gebuchte Züge nicht erreich­bar sind. Die Gebühren gibt es dann zwar zurück – aber nur auf Antrag.

19-Euro-Tickets – letzte Chance

Immerhin: Ein anderes Versprechen hat die Bahn einge­löst. Es gibt auch in diesem Jahr wieder kostengüns­tige 19-Euro-Tickets für die Reise quer durch Deutsch­land. test.de hilft die besten Verbindungen zu finden. Buch­bar sind die Aktions-Tickets mit Zugbindung noch bis zum 20. März 2016 – online frühestens 91 Tage vor dem Reisetag. Der Preis von 19 Euro gilt für eine einfache Fahrt in der 2. Klasse – ohne Reser­vierung.

* Passage am 16. März korrigiert beziehungs­weise aktualisiert.

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