Vor-Ort-Reparatur: Mister Minit geht unter die Hand­yheiler

Schuhe neu besohlen und Schlüssel nach­machen – dafür ist Mister Minit bekannt. Seit einiger Zeit bieten die kleinen Werk­stätten, die oft in Einkaufs­zentren zu finden sind, auch Smartphone-Reparaturen an. Ob ein Schuster gesplitterte Displays und defekte Kopf­hörer­buchsen zu heilen vermag, haben wir in zwei Filialen exemplarisch geprüft. Da Mister Minit ausschließ­lich Handys von Apple und Samsung annimmt, erfüllt der Anbieter die Test­kriterien nicht in vollem Umfang und fehlt daher in der Tabelle.

Keine Erfahrung. Hilfs­bereitschaft wurde von uns erwartet, als wir bei Mister Minit ein kaputtes Smartphone auf den Laden­tisch legten. Im ersten Fall zog ein Filial­mit­arbeiter etliche Kartons mit Ersatz­teilen unter seiner Werk­bank hervor und bat den Tester, ihn bei der Auswahl zu unterstützen. „Welches von denen könnte es sein?“, fragte der Reparateur. Er kannte sich offen­bar nicht mit Handys aus. In den Kartons lagen keine Einzel­teile, sondern Module – die lassen sich viel einfacher wechseln. Module sind üblich in der Reparaturbranche, dabei wären Einzel­teile preis­werter. Das Samsung-Handy war am nächsten Tag fertig, hatte aber einen deformierten Laut­sprecher, weshalb die Rück­schale nicht mehr richtig saß. Der Preis: 206 Euro.

Kaputt zurück. Nicht besser lief es in der zweiten Filiale, die ein iPhone zur Reparatur bekam. Die Kopf­hörer­buchse wurde nicht fachgerecht repariert, sie knackte anschließend beim Benutzen deutlich. In Ordnung war die Displayre­paratur, Mister Minit verwendete kein Original­ersatz­teil. 125 Euro Reparatur­kosten sind relativ nied­rig. Dafür gab es aber nur die halbe Reparatur, die ganze elf Werk­tage dauerte. Immerhin: In beiden Fällen blieben Bilder und Daten unver­sehrt. Unser Fazit: Bei der Hand­yreparatur erlaubt sich Mister Minit grobe hand­werk­liche Fehler. Schuster, bleib bei deinen Leisten!

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