Tages­geld und Renten­versicherung kaum vergleich­bar.

Mit dem Spruch „Tut uns leid, liebes Tages­geld!“ bewirbt die Ideal Lebens­versicherung ihre private Renten­versicherung UniversalLife als besser verzinste Alternative zum Tages­geld. Sparer sollten wissen: Anders als beim Tages­geld sind hier Verluste möglich.

Falscher Vergleich

So sieht der imaginäre Brief ans Tages­geld der Ideal Versicherung aus.

“Liebes Tages­geld, es war wirk­lich schön mit Dir, aber ich mache Schluss!“ – so bewirbt die Ideal Versicherung ihre Renten­versicherung „UniversalLife“ auf ihrer Internetseite. Weiter heißt es in dem imaginären Brief ans Tages­geld: „Sie gibt mir die Möglich­keit, eine Alters­vorsorge aufzubauen und lässt mir die Freiheiten, die ich brauche! Und das bei 3,3 % Verzinsung!“

Vergleich Renten­versicherung mit Tages­geld­konto hinkt

Der Vergleich einer Renten­versicherung mit einem Tages­geld­konto ist jedoch irreführend. Tages­geld­konten sind anders als Renten­versicherungen generell frei von Kosten. Das macht sie zu einer sehr flexiblen Möglich­keit, Geld anzu­legen, das kurz­fristig zur Verfügung steht, wenn es benötigt wird. Finanztest empfiehlt, zwei bis drei Monats­gehälter als Notre­serve auf einem Tages­geld­konto zu parken, falls Geld zum Beispiel für eine unvor­hergesehene Auto­reparatur oder eine Zahn­arzt­rechnung fällig wird. Mit einem Tages­geld­konto kommt der Sparer jeder­zeit ohne Verluste wieder an sein Geld heran. Das ist sinn­voll, auch wenn das Geld dort nur gering verzinst wird.

Raus nur mit Verlust

Eine Renten­versicherung funk­tioniert gänzlich anders. Hier fallen vor allem in den ersten Jahren Kosten an, die erst im Laufe der Zeit durch die Verzinsung wieder ausgeglichen werden. Darüber schweigt die Werbeseite der Ideal. Nur über Umwege kommt der Sparer dann zum verpflichtenden „Basis­informations­blatt“. Für eine Einmal­anlage von 10 000 Euro stehen dort Szenarien, die zeigen, was passieren würde, wenn der Sparer das Geld nach einem Jahr bräuchte. Selbst im „opti­mistischen Szenario“, also mit sehr guter Zins­entwick­lung, erhielte der Sparer nach einem Jahr nur 9 696 Euro zurück – ein Verlust von 304 Euro. In den pessi­mistischeren Szenarien liegt der Verlust bei bis zu 624 Euro.

Gute Verzinsung rentiert sich erst nach etlichen Jahren

Der Grund: Anders als beim Tages­geld wird bei Renten­versicherungen nicht das gesamte einge­zahlte Geld verzinst. Die Verzinsung wird nur auf den sogenannten Sparbeitrag berechnet, der nach Abzug der Kosten und eventuellen Beiträgen für die Risiko­absicherung vom einge­zahlten Beitrag übrig bleibt. Zwar liegt die Ideal mit einer laufenden Verzinsung von 3,3 Prozent an der Spitze der Lebens­versicherer, aber diese gute Verzinsung kommt erst nach vielen Jahren zum Tragen. Auf Nach­frage von Finanztest erklärt die Ideal: „Der vorgesehene Anla­gehorizont ist hier selbst­verständlich länger gedacht als nur ein Jahr oder auch nur einen Monat“. Aufgrund der hohen laufenden Verzinsung ließen sich aber „schon bei einem mitt­leren Anla­gehorizont bessere Renditen erzielen als mit einem Tages­geld“. Nach sechs Jahren gäbe es bei einem „mitt­leren“ Szenario laut Basis­informations­blatt tatsäch­lich eine Rendite von 1,43 Prozent pro Jahr. Im „pessi­mistischen“ Szenario allerdings nur 0,47 Prozent und im „Stres­szenario“ sogar immer noch Verluste mit einer Rendite von minus 0,86 Prozent.

Nicht umschichten

Anleger, die ihr Geld flexibel anlegen wollen, sollten das nicht mit einer Renten­versicherung tun. Eine Renten­versicherung mit einem Tages­geld­konto zu vergleichen, ist daher nicht sinn­voll. Kunden können auch bei dieser Renten­versicherung kurz­fristig nur mit Verlusten auf ihr Geld zugreifen. Die besten Tages­geld­konten finden Sparer in unserem Tagesgeldvergleich.

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