Renten­versicherung Meldung

Wer seine Angehörigen pflegt, bekommt dafür Entgelt­punkte aufs Renten­konto gutgeschrieben. Das erhöht die spätere Rente. Allerdings berück­sichtigt die Rentenkasse die Pflege­zeiten nur, solange der Pflegende eine bestimmte Alters­grenze nicht über­schritten hat. Danach ist Schluss mit den Punkten, auch wenn die Versorgung des Angehörigen weiter geht. Wir zeigen einen Kniff, wie ältere Pflegende auch noch jenseits der 65 ihre Rente erhöhen können.

Ältere Pflegende im Nachteil

Seit 2017 können Rentner, die nach dem Erreichen der Regel­alters­grenze sozial­versicherungs­pflichtig arbeiten, weiterhin Renten­punkte sammeln und so ihre Rente erhöhen. Das gilt aber nicht für pflegende Angehörige. Zwar schreibt die Rentenkasse ihnen vor Erreichen der Regel­alters­grenze Entgelt­punkte für ihre Tätig­keit aufs Renten­konto gut – und zwar selbst dann, wenn sie bereits vorzeitig in Rente gegangen sind. Doch mit der rentenrecht­lichen Anerkennung ihrer Tätig­keit ist Schluss, sobald sie die reguläre Alters­grenze erreicht haben und ihre volle Rente beziehen – auch wenn sie die Versorgung des Angehörigen nach wie vor stemmen müssen. Die Regel­alters­grenze liegt für den Jahr­gang 1952 bei 65 Jahren und sechs Monaten. Für die Jahr­gänge ab 1964 liegt die Grenze bei 67 Jahren (zum Basiswissen Rentenversicherung).

Mit einem kleinen Kniff doch zu mehr Rente

Pflegende Angehörige haben sich bei uns gemeldet. Sie finden die Regelung ungerecht. Tatsäch­lich können aber auch sie mit einem kleinen Kniff jenseits der 65 ihre Rente erhöhen. Die Rentenkasse erkennt Pflege­zeiten auch noch nach Erreichen der Regel­alters­grenze an, wenn Rentner keine Voll­rente sondern nur eine Teilrente beziehen.

Unser Tipp: Beantragen Sie als Pflegender statt einer Voll­rente eine Teilrente von 99 Prozent. Sie können bei der Auszahlung einer Teilrente flexibel zwischen 10 und 99 Prozent wählen. Mit 99 Prozent haben Sie kaum Abzüge bei der Rentenzahlung, bekommen aber die vollen Pflege-Renten­punkte gut geschrieben und können so Ihre Rente weiter erhöhen.

Zuschlag für ältere Pflegende mit Teilrente

Wunder dürfen pflegende Rentenbezieher allerdings nicht erwarten. Die Rente erhöht sich durch die Versorgung eines Angehörigen pro Jahr Pflege­tätig­keit nach heutigen Werten monatlich zwischen rund 5 Euro und rund 30 Euro – je nach Pfle­gegrad des Pflegebedürftigen und dem Umfang zusätzlicher professioneller Hilfe durch ambulante Pflege­dienste, die der Angehörige in Anspruch nimmt. Aber: Das zusätzliche Geld wird ein Leben lang gezahlt und erhöht sich bei jeder weiteren Renten­steigerung. Ein weiterer Bonus: Rentner mit Teilrente, die nach Erreichen ihrer Regel­alters­grenze weiter pflegen, bekommen – anders als jüngere Pflegende – auch noch einen Zuschlag von 0,5 Prozent monatlich für die gesammelten Pflegerenten­punkte.

Voraus­setzung: Mindestens Pfle­gegrad 2

Wichtig ist, dass sich pflegende Rentner nicht nur früh­zeitig mit ihrem Renten­versicherungs­träger in Verbindung setzen (deutsche-rentenversicherung.de), sondern auch die Pflegekasse des Pflegebedürftigen darüber informieren, dass sie eine Teilrente beziehen. Denn die ist es, die Rentenbeiträge für die Pflege­tätig­keit an die Rentenkasse über­weist. Generell gilt:

  • Pflege­zeiten erkennen Pflege- und Rentenkasse nur dann an, wenn der Pflegebedürftige in einen Pfle­gegrad zwischen 2 und 5 einge­stuft ist. Zudem muss der pflegende Angehörige ihn mindestens 10 Stunden pro Woche in häuslicher Umge­bung versorgen. Die Stunden muss er dabei regel­mäßig auf mindestens zwei Tage in der Woche verteilen.
  • Angehörige, die sich um Pflegebedürftige mit Pfle­gegrad 1 kümmern, bekommen wegen des vergleichs­weise geringeren Aufwands keine Renten­punkte gutgeschrieben.

Wie viel Pflege nötig ist, legt bei gesetzlich Pflege­versicherten der Medizi­nische Dienst der Krankenkassen fest, bei privat Pflege­versicherten macht das die Firma Medicproof. Auch darf der Pflegende neben der Pflege­tätig­keit nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbs­tätig sein. Für pflegende Ruhe­ständler ist das aber eher ohnehin kein Thema.

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