Rentensteuer Meldung

Rentner zahlen künftig mehr Steuern, Beitragszahler weniger.

Nach dem neuen Alterseinkünftegesetz müssen Rentner sich ab 2005 auf höhere Steuern einrichten.

Die Steuer auf gesetzliche Renten wird bis zum Jahr 2040 schrittweise angehoben. Das gilt auch für Renten aus berufsständischen Versor­gungswerken und aus Leibrentenversicherungen.

Bisher wurde nur der so genannte Ertragsanteil versteuert, ab nächstem Jahr hingegen 50 Prozent der Rente. Renten bis 18 900 Euro jährlich bleiben steuerfrei (Ehepaare 37 800 Euro), wenn keine anderen Einkünfte wie Betriebsrenten, Kapitaleinkünfte oder Mieten hinzukommen.

Der Satz von 50 Prozent steigt für jeden Jahrgang, der neu in Rente geht, zunächst um zwei Prozentpunkte, ab 2020 um einen Prozentpunkt. Im Jahr 2040 ist dann die gesamte Rente steuerpflichtig. Der Prozentsatz bei Renteneintritt bleibt unverändert. Wer 2006 in Rente geht, muss bis zum Lebensende nur 52 Prozent versteuern.

Betriebsrenten: Direktversi­cherungen aus der betriebli­chen Vorsorge unterliegen ab 2005 dem persönlichen Steuersatz. Bisher sind Einmalauszahlungen steuerfrei, bei lebenslangen Renten wird nur der Ertragsanteil versteuert. Für vor 2005 abgeschlossene Verträge bleibt das auch so.

Pensionen: Der Versorgungsfreibetrag soll schrittweise für jeden Beamten, der ab 2006 in den Ruhestand geht, abgeschmolzen werden. Für den einzelnen Pensionär bleibt es bei dem zum Eintritt geltenden Versorgungsfreibetrag.

Pauschbetrag: Die 920 Euro Arbeitnehmerpauschbetrag werden gestrichen. Statt dessen gilt der Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro, wie bei Renten. Pensionäre bekommen einen Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag, der ebenfalls bis 2040 abgeschmolzen wird.

Rentenbeiträge: Arbeitneh­mer und Selbstständige können im nächsten Jahr bis 60 Prozent als Sonderausgaben von der Steuer absetzen, maximal 12 000 Euro (Ehepaare: 24 000 Euro). Dieser Prozentsatz steigt jährlich um zwei Punkte. 2025 sind dann bis 20 000 Euro steuerfrei.

Betriebsrente: Noch können Beiträge bis 2 472 Euro pro Jahr steuerfrei per Gehaltsumwandlung eingezahlt werden. Zusätzlich kann ein Betrag bis 1 752 Euro im Jahr zum Beispiel in eine Direkt­versi­che­­rung eingezahlt werden, auf den aber rund 21 Prozent Pauschalsteuer fällig sind. Ab 2005 steigt der Betrag auf 1 800 Euro, die Pauschalsteuer entfällt, doch wird der Sparbetrag voll mit Sozialabgaben belastet und die Auszahlung voll versteuert.

Riester-Rente: Beiträge sollen ab 2006 nur staatlich gefördert werden, wenn die Verträge für Frauen und Männer gleiche Beiträge und gleiche Leistun­gen vorsehen. Für be­stehen­de und vor Ende 2004 abgeschlossene Verträge bleibt aber alles beim Alten.

Altersentlastungsbetrag: Er beträgt heute 40 Prozent und reduziert das steuerpflichtige Einkommen um 1 908 Euro jährlich, soweit es nicht aus Renten, Pensionen oder anderen Versorgungsbezügen ist. Diese Steuerentlastung wird ab 2006 schrittweise beendet. 2008 sind es nur noch 35,2 Prozent, also 1 762 Euro. Im Jahr 2040 wird der Altersentlas­tungs­be­­trag ab­ge­schafft sein.

Weitere Informationen: In test 9/2004 erscheint ein aktueller Überblick mit weiteren Details zu den Änderungen bei der Besteuerung von Renten und Vorsorgebeiträgen. Insbesondere sind auch Lebensversicherungen Thema.

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