Rentenhypothek der Hannoversche Leben Schnelltest

Die Hannoversche Leben bietet mit der „Rentenhypothek“ ein Darlehen speziell für Rentner, die ein schuldenfreies Eigenheim besitzen oder eine noch bestehende Restschuld ablösen wollen.

Angebot

Sie bekommen ein Darlehen bis zur Hälfte des Immobilienwerts (Mindestsumme 30 000 Euro). Das Geld können sie nicht nur zur Hausmodernisierung oder Umschuldung, sondern beispielsweise auch für ein Auto, für Möbel oder Reisen nutzen. Wer das Geld nicht auf einen Schlag benötigt, kann es in bis zu fünf Teilbeträgen abrufen (ohne Bereitstellungszinsen). Das Darlehen brauchen Rentner zu Lebzeiten nicht zu tilgen, sodass nur die vierteljährlichen Zinsen anfallen. Die Rückzahlung müssen dann die Erben übernehmen. Der Zinssatz steht für die gesamte Laufzeit fest. Er richtet sich nach der sta­tistischen Lebenserwartung: 75-jährige Rentner zahlen 0,3 Prozentpunkte weniger als 65-jährige ( Tabelle).

Vorteil

Die Zinssätze sind sehr günstig. Die laufende Belastung ist bei fehlender Tilgung relativ niedrig. Auch eine flexible Rückzahlung ist möglich: Der Kreditnehmer kann das Darlehen jederzeit ganz oder teilweise zurückzahlen oder die laufenden Raten erhöhen.

Nachteil

Die Zinsen führen zu einer dauerhaften Belastung des Einkommens. Die Nachkommen erben eine belastete Immobilie, wenn das Darlehen nicht zu Lebzeiten zurückgezahlt wird.

Fazit

Ein bislang einzigartiges und sehr günstiges Angebot für Rentner, um sich größere Anschaffungen zu leisten oder andere Pläne zu verwirklichen. Voraussetzung ist, dass ihr Einkommen hoch genug ist, um die Zinsen bequem zahlen zu können.

[Update 4. Mai 2009] Die Hannoversche Leben hat ihre Rentenhypothek bereits wieder aus dem Angebot genommen. Aktuell gibts neu auf dem Markt ImmoRentenPlus von Immokasse GmbH und die Zustifterrente der Stiftung Liebenau. Beide Angebote sind allerdings kompliziert. Finanztest hat sie noch nicht untersucht. Die öffentlichen Förderbanken und vor allem die Investitionsbank Schleswig-Holstein arbeiten an der Entwicklung einer „Förder-Immorente“.

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