Rentenfonds Euro Meldung

Von 0,08 auf knapp 1 Prozent pro Jahr. Die Rendite für zehnjäh­rige Bundes­anleihen kletterte von Mitte April bis Anfang Juni um mehr als das Zehnfache. 1 Prozent – das ist beileibe noch nicht so viel, wie viele Zins­sparer sich wünschen würden, doch an den Anleihemärkten sorgt der Anstieg für gehörigen Wirbel. Grund: Steigen die Renditen von Anleihen, fallen ihre Kurse. Auch Rentenfonds machen dann Verlust. Nach Berechnungen von Finanztest liegen Staats­anleihenfonds bis zu 5 Prozent im Minus.

Schwankungen versetzen Anleger in Aufruhr

Am 20. April 2015 betrug die Rendite für zehnjäh­rige Bundes­anleihen noch 0,08 Prozent pro Jahr. Drei Wochen später, am 13. Mai, lag sie bei 0,72 Prozent pro Jahr – fast zehn Mal höher. Ende Mai war sie wieder auf 0,48 Prozent pro Jahr gesunken – nur um sich wenige Tage später wieder zu verdoppeln. Zwar sind die Zins­sätze immer noch historisch nied­rig, doch versetzen die Schwankungen Anleger in Aufruhr. Folgt man der Ansicht von Experten, könnte das Auf und Ab noch weitergehen.

Deutsche Papiere stärker betroffen als Eurozone insgesamt

Deutsche Staats­anleihen haben seit Mitte April 5,3 Prozent verloren und damit einen größeren Verlust gemacht als die Staats- und Unter­nehmens­papiere der Eurozone insgesamt (Stand 4. Juni). Diese liegen mit 3,9 Prozent im Minus. Das zeigt ein Vergleich der entsprechenden Rentenindizes (siehe Grafik).*

Rentenfonds Euro Meldung

Fonds mit Euro-Staats­anleihen trotz Rück­schlägen mit guter Rendite

Die Fonds, die laut Finanztest-Bewertung zu den Top-Staatsanleihenfonds gehören, haben von Mitte April bis Anfang Juni zwischen 3,5 und 5,2 Prozent verloren. Die Einbußen kamen zwar in kurzer Zeit, sind bislang aber nicht die stärksten im Fünf­jahres­zeitraum: Der maximale Verlust der Staats­anleihenfonds betrug 6 Prozent und stammt aus den Jahren 2010 und 2011, als die Eurokrise erst anfing. Die Fünf­jahres­rendite der Top-Fonds kann sich trotz der Rück­schläge sehen lassen. Sie lag per 4. Juni zwischen 4,5 und 5,3 Prozent pro Jahr.

Geringere Verluste bei Fonds mit Staats- und Unter­nehmens­anleihen

Fonds, die außer Staats- auch Unter­nehmens­anleihen oder Pfand­briefe kaufen, hat der Rendite­anstieg nicht so schlimm erwischt: In der Gruppe der Rentenfonds Welt (Euro) lagen die zwischen­zeitlichen Verluste zwischen 0,4 Prozent und 4 Prozent. Über fünf Jahre betrachtet, haben die Top-Fonds zwischen 3,1 und 5,2 Prozent pro Jahr erwirt­schaftet (Stand 4. Juni 2015).

Tipp für Anleger

An der Empfehlung von Finanztest, dass Rentenfonds Staatsanleihen (Euro) und Rentenfonds Welt (Euro) sich als Sicher­heits­baustein für ein lang­fristig ausgerichtetes Depot eignen, hat sich nichts geändert. Wie die Analyse zeigt, sind Anleger weniger riskant aufgestellt, wenn sie Fonds haben, die außer deutschen Papieren auch solche anderer Euroländer kaufen. Anleger finden die Top-Euro-Rentenfonds im Produktfinder Fonds. Wer nur wenige Jahre anlegen will, sucht sich attraktive Festzinsangebote von Banken. Für kurz­fristige Anlagen ist Tages­geld geeignet. Die besten Angeboten finden Sie im Produktfinder Tagesgeld.

* Die Grafik wurde am 8. Juni 2015 korrigiert: Unsere Grafik zeigt den Barclays Euro Aggregate. In der ursprüng­lichen Version war fälsch­licher­weise angegeben worden, dass es sich um den Barclays Euro Treasury handelte.

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