Häufige Fragen zur sicheren Anlage: Wäre Tages­geld nicht besser?

Ich fürchte, dass sich die Eurokrise wieder zuspitzen könnte. Sind Rentenfonds mit Euro­land-Staats­anleihen dann wirk­lich noch sicher?

Lang­fristig ja. Vorüber­gehend könnten Sie damit allerdings Verlust machen. Angenommen, die Krise spitzt sich tatsäch­lich zu, dann steigen die Risiko­aufschläge für Anleihen der Euro-Krisenländer. Die Kurse der Anleihen sinken. Entsprechend sinkt auch der Wert der Rentenfonds. Im Sommer 2012, als die Krise auf ihrem vorläufigen Höhe­punkt war und die Renditen spanischer und italienischer Anleihen bei mehr als 6 Prozent pro Jahr lagen, machten die Fonds trotzdem kaum Verluste. Das lag allerdings vor allem daran, dass gleich­zeitig die Kurse der Bundes­anleihen gestiegen sind. Das wog die Verluste der Krisen­anleihen wieder auf. Unser Tipp, falls Sie Angst vor einer erneuten Verschärfung der Krise haben: Kaufen Sie Fonds, die nur in deutsche Staats­anleihen investieren, zum Beispiel den iShares eb.rexx Government Germany (Porträt Staatsanleihen).

Ist es nicht sicherer, Tages­geld oder Fest­geld abzu­schließen? Hier gibt es keine Kurs­verluste.

Das stimmt. Bei Tages­geld und Fest­geld wissen Sie bei Abschluss, wie viel Zinsen Sie bekommen. Bei Rentenfonds ist das ungewiss. Wollen Sie nur kurz- bis mittel­fristig anlegen, zwei bis fünf Jahre, ist eine Fest­zins­anlage besser. Wenn ganz sicher wäre, dass morgen die Zinsen steigen, würden wir Ihnen bei einer Neuanlage in der Tat eher Tages­geld empfehlen. Selbst mehr­jähriges Fest­geld wäre dann unge­eignet. Rentenfonds taugen ohnehin mehr für die lang­fristige Geld­anlage. Bereits vor drei Jahren, als das Zins­niveau schon sehr nied­rig war, befürchteten viele Anleger und Experten, dass die Zinsen steigen könnten. Wer Ende September 2011 Rentenfonds gekauft hätte, konnte sich drei Jahre später über eine jähr­liche Rendite von über 7 Prozent freuen. So viel Zinsen gab es mit Tages­geld bei weitem nicht.

Ich finde Ihre Pantoffel-Portfolios toll, habe aber Bedenken, 40 000 Euro in einen einzigen Renten-ETF anzu­legen. Wie könnte ich das Geld aufteilen?

Wenn Sie unser Pantoffel-Portfolio nach­bauen, kaufen Sie sowohl Aktienfonds als auch Rentenfonds. Im Grunde genügt dieser Mix. Falls Sie Ihr Geld aber lieber auf mehrere Rentenfonds aufteilen wollen, können Sie zum Beispiel zwei ETF auf Staats­anleihen von verschiedenen Anbietern kaufen. Sie können auch einen ETF Staats­anleihen Euro­land mit einem ETF auf deutsche Staats­anleihen kombinieren. Oder Sie kaufen für einen kleineren Teil Ihres Geldes zum Staats­anleihen-ETF einen ETF auf Unter­nehmens­anleihen dazu. Tipp: Mehr zur Pantoffel-Idee finden Sie im Test Geldanlage im Zinstief, Finanztest 8/2014.

Der Euro verliert immer mehr an Wert. Ist es nicht an der Zeit, sein Geld in Sicherheit zu bringen und statt Euro- nun Dollar-Anleihen zu kaufen?

Nein, als deutscher Anleger, der seinen Lebens­unterhalt in Euro bestreitet, sollten Sie Ihre Geld­anlage in Euro optimieren. Mehr Sicherheit bekommen Sie mit Anleihen auf US-Dollar, Schweizer Franken oder anderen Fremdwährungen nämlich nicht. Im Gegen­teil. Die Schwankungen sind rasch doppelt so hoch wie mit Euro-Fonds, die Rendite­chancen sind lang­fristig betrachtet allerdings nicht höher. Nur wenn Sie jetzt gezielt auf einen weiteren Anstieg des Dollar setzen möchten und das höhere Risiko bewusst eingehen, sollten Sie Dollar-Anleihen kaufen.

Lohnen sich eigentlich Lebens- und Renten­versicherungen noch? Die kaufen doch auch vor allem Staats- und Unter­nehmens­anleihen?

Natürlich leiden auch die Versicherer unter der Zins­entwick­lung. Nicht von ungefähr wird vom kommenden Jahr an der Garan­tiezins von 1,75 auf 1,25 Prozent gesenkt. Auch die Über­schüsse, die dazu­kommen können, sind in den vergangenen Jahren gesunken. Die Versicherer sind jedoch schon seit längerem dabei, ihre Anlagen breiter zu streuen. Beispiels­weise kaufen sie verstärkt Immobilien. Eine Versicherung ist allerdings kein reines Spar­produkt.

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