International ausgerichtete Rentenfonds: Wagnis mit Währungen

Rentenfonds Test

Mit international ausgerichteten Rentenfonds erhöhen Anleger ihre Chancen und Risiken. Das liegt weniger an den ­Zinsen als an der Währungsentwicklung.

Unter den Aktienfonds gelten die weltweit anlegenden als besonders solide. Weil sie so breit gestreut investieren, ist ihr Risiko geringer als das anderer Fonds. Bei Rentenfonds Welt ist das Gegenteil der Fall. Der Grund ist das Währungsrisiko.

Auch Aktienfonds Welt bergen ein Währungsrisiko, aber es ist zumindest langfristig kein großes Thema, da die Kurse der Aktien viel stärker schwanken als die Währungen, in denen sie notiert sind.

Bei festverzinslichen Papieren ist es umgekehrt. Die Währungseffekte haben großen Einfluss auf die Wertentwicklung – im guten wie im schlechten Sinne.

Das passt nicht zu dem Anspruch, den wir an eine Basisanlage stellen. Sie soll dem Depot Stabilität verleihen und eine möglichst kontinuierliche Wertentwicklung ­sichern. Euro-Rentenfonds eignen sich ­dafür gut. Rentenfonds, die auch in US-Dollar, britischen Pfund oder japanischen Yen anlegen, weniger.

Interessante Ergänzung fürs Depot

Eine interessante Beimischung sind internationale und europäische Rentenfonds aber auf jeden Fall. Das zeigt schon ein Blick auf die Top-Fonds.

Den Managern des Lilux-Rent, Spitzenreiter der Rentenfonds Welt mit geringem Risiko, gelang sogar das Kunststück, im vergangenen Jahr eine deutlich positive Rendite herauszuholen: 3,9 Prozent. Ähnliches schaffte nur der Europportunity Bond A, der sich auf Europa beschränkt.

Auch der Lilux-Rent setzt stark auf ­Europa und hat zu etwa zwei Dritteln im Euro-Raum angelegt. So begrenzt er das Währungsrisiko. Gleichzeitig steckt er einen Teil des Vermögens in Unternehmens- und Wandelanleihen, die zuletzt mehr ­abwarfen als sicherere Staatsanleihen.

Bei europäischen Rentenfonds ist das Währungsrisiko recht gering. Sie kaufen neben Anleihen aus Euroland zum Beispiel Anleihen aus Großbritannien und Skandinavien. Das britische Pfund schwankte in den vergangenen Jahren gegenüber dem Euro längst nicht so stark wie der US-Dollar oder der japanische Yen.

Weltweit anlegende Rentenfonds sind dagegen oft stark im Dollar-Raum aktiv und deshalb wankelmütiger. Die Rentenpapiere, in die sie das ­Anlegergeld stecken, sind aber in der Regel ähnlich solide wie die Anleihen in Euro-Rentenfonds. Meist sind es Staatsanleihen von Ländern mit guter Zahlungsfähigkeit. Ein Reinfall wie mit Argentinien-Anleihen ist mit solchen Fonds nicht zu befürchten.

Das Risiko hält sich in Grenzen

In der Tabelle „Die besten Rentenfonds Welt und Europa“ stellen wir die internationalen und europäischen Rentenfonds vor, die sich in unserem Fünfjahrestest am besten geschlagen haben. Die Gruppeneinteilung nach Risiken hängt, wie bei den Euro-Rentenfonds, stark von der Laufzeitenmischung ab. Je länger die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen, desto höher ist das Risiko eines Fonds.

Die maximalen Verluste sind bei Rentenfonds Welt und Europa zwar im Durchschnitt ein wenig höher als bei Euro-­Rentenfonds, aber von einer riskanten ­Anlage kann deshalb noch keine Rede sein. Weltoffenheit wird also auch bei Rentenfonds nicht bestraft.

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