Rentenfonds Test

Wenn die Zinsen steigen, wird mancher Anleger unruhig. Rentenfonds zum Beispiel sind grundsätzlich eine sichere Sache. Bei steigenden Zinsen allerdings fällt ihr Kurs. Die Anleihen im Besitz des Fonds verlieren an Wert, wenn Papiere mit einer besseren Verzinsung zu haben sind. Aber kein Grund zur Sorge: Rentenfonds sind trotz solcher Verluste eine sichere Geldanlage. Bald nach Zinssteigerungen pendelt sich der Kurs wieder ein. Allerdings sind die Qualitätsunterschiede groß. Bei manchem Fonds bremsen hohe Kosten die Erträge. Die besten Rentenfonds bringen im Vergleich zu schwachen Kandidaten mehr als doppelt so viel Rendite. Finanztest sagt, wo es die meiste Sicherheit und die höchste Rendite gibt.

Die aktuelle Wertentwicklung und Finanztest-Bewertungszahl finden Sie im Produktfinder Investmentfonds.

Sicherheit mit Staatsanleihen

Rentenfonds setzen ganz auf festverzinsliche Wertpapiere. Sicherheitsorientierte Fonds, die sich gut als Basis für langfristig angelegte Privatdepots eignen, investieren vor allem in Anleihen von Staaten der Euro-Zone. Sie bringen recht wenig Rendite, die ist dafür aber ganz sicher. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist die (Rest-)Laufzeit der Anleihen im Fondsvermögen. Ist bis zur Rückzahlung der Anleihe nicht mehr viel Zeit, ist die Rendite meist gering. Dafür ist auch das Risiko geringer. Anleihen mit langer Restlaufzeit verändern ihren Wert bei Änderungen des Zinsniveaus sehr viel stärker. Der Kurs einer langfristigen Geldanlage sinkt, wenn die Zinsen steigen und das langfristig in der fest verzinsten Anleihe gebundene Geld bei einer anderen Geldanlage mehr Rendite bringen würde.

Nur selten geringe Verluste

Für deutsche Staatsanleihen hat Finanztest im Detail nachgerechnet. Das Ergebnis: Im Durchschnitt der letzten 20 Jahre brachten die im Rex-Performance Index zusammengefassten Papiere 6,3 Prozent Rendite pro Jahr. Der bei Kauf und Verkauf zum jeweils ungünstigsten Zeitpunkt maximal mögliche Verlust lag bei 4,9 Prozent. Mit anderen Worten: Ein Verlust ist unwahrscheinlich, und wenn doch mal einer entsteht, fällt er gering aus.

Renditekiller Kosten

Rentenfonds Euro sind als Basis für ein sicherheitsorientiertes Depot also gut geeignet. Allerdings unterscheiden die Fonds sich erheblich. Beispiel: Der Raiffeisen-Euro-Rent A als im Finanztest-Vergleich bester Rentenfonds Euro mit geringem Risiko hat in den vergangenen Jahren durchschnittlich jeweils 5,3 Prozent Rendite gebracht. Der Mediolanum Global Bond SA dagegen schaffte im selben Zeitraum gerade mal durchschnittlich 2,6 Prozent pro Jahr. Dafür ist er in einer anderen Disziplin Spitze: den Kosten. Stolze 2,02 Prozent der Anlegergelder gibt der Fonds für Spesen aus. Zum Vergleich: Beim Raiffeisen-Euro-Rent A liegt die Kostenquote bei gerade mal 0,65 Prozent.

Qualität auf dem Prüfstand

Außer den Kosten ist wichtig, wie gut die Fondsmanager arbeiten. Sie müssen den richtigen Zeitpunkt finden, um Anleihen verschiedener Laufzeiten zu kaufen und verkaufen. Zuverlässiger Maßstab für die Qualität der Fonds ist die Finanztest-Bewertung in der monatlich aktualisierten Fondsanalyse. Sie errechnet sich aus der Kursentwicklung der vergangenen fünf Jahre im Vergleich zum Durchschnitt vergleichbarer Fonds. 50 Punkte markieren den Durchschnitt. Wirklich gut sind Fonds mit deutlich mehr als 50 Punkten. Der Raiffeisen-Euro-Rent A kommt derzeit auf stolze 82,2 Punkte. Kaum einer der insgesamt rund 4 500 Fondsanalyse-Kandidaten schafft eine noch bessere Finanztest-Bewertung.

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