Rentenansprüche Meldung

Wer einen Riester-Rentenvertrag abschließt, will erst einmal wissen, wie hoch seine gesetzliche Rente ausfällt. Die Versicherungsträger verschicken jetzt persönliche Renteninfos.

Die gesetzliche Rente wird immer knapper, eigene Vorsorge umso wichtiger. Für Zeitdruck sorgt jetzt die neue Riester-Rente. Wer die volle staatliche Förderung einstecken will, muss bis Ende 2002 einen Vertrag unterschrieben haben. Doch Millionen Sparer fragen sich, über welche Summen sie abschließen sollen. Deshalb gehen die Rentenversicherungsträger in die Offensive. Zwar sind sie erst ab 2004 verpflichtet, jedem Versicherten über 27 Jahre unaufgefordert eine Renteninformation zu schicken. Doch schon ab Sommer dieses Jahres beginnen sie im Rahmen eines Pilotprojekts mit dem Versand der Unterlagen. Einige Versicherer verschicken die Info zuerst an junge Leute ab 27 Jahre, bis Sommer 2003 sollen dann auch die älteren Jahrgänge informiert werden. Die Renteninformation enthält fünf Punkte:

1.

Die Zahl der Entgeltpunkte. Jedes Beitragsjahr wird dem Versicherten in Form von Punkten angerechnet. Ein Jahr, in dem er so viel verdient wie der Durchschnitt aller Versicherten, bringt genau einen Entgeltpunkt. Und der wiederum bringt zurzeit 25,31 Euro (Ost: 22,06 Euro) monatliche Altersrente.

2.

Die Höhe der aktuellen Rente für den Fall, dass der Versicherte schon jetzt wegen voller Erwerbsminderung den Beruf aufgeben muss.

3.

Die Höhe der bis jetzt erworbenen Ansprüche auf Altersrente. Da die meisten Empfänger der Renteninformationen aber noch auf Jahre hinaus im Berufsleben stehen, wird zusätzlich die wahrscheinliche Altersrente genannt, die der Versicherte bekommt, wenn er bis zum 65. Lebensjahr weiterhin so viel verdient wie in den letzten fünf Jahren. Das ist die entscheidende Angabe, um die individuelle Rentenlücke zu erkennen: die Differenz zwischen Gehalt und Rente. Außerdem wird diese hochgerechnete Rente dynamisiert: Es wird angegeben, wie hoch sie aufgrund künftiger Rentensteigerungen ausfallen wird, mit denen zum Beispiel der Kaufkraftverlust durch Inflation ausgeglichen wird. Dabei wird als Beispiel mit Steigerungen um ein sowie um drei Prozent gerechnet.

4.

Bisher erreichte Versicherungszeiten.

5.

Die Summe der bis jetzt eingezahlten Versicherungsbeiträge. Mit diesen Daten kann sich jeder ein Bild über seinen persönlichen Vorsorgebedarf machen. Wer schon vor Erhalt der Renteninformation Auskunft über seine Rentenhöhe haben will, sollte bei seinem Rentenversicherungsträger eine so genannte Rentenauskunft anfordern. Das geht mit einem formlosen Brief, manchmal auch per E-Mail. Wer als Angestellter beschäftigt ist, wendet sich an die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte. Für Arbeiter sind die 22 Landesversicherungsanstalten zuständig, für Eisenbahner die Bahnversicherungsanstalt, für Seeleute die Seekasse, für Landwirte die Alterskassen, für Bergleute die Bundesknappschaft, für Künstler und Publizisten die Künstlersozialkasse.

Die Rentenauskunft ist nicht ganz so umfangreich wie die Renteninfo. Sie nennt nur die Rentenhöhe entsprechend den bis dahin gezahlten Beiträgen, dazu die bisher erreichten Entgeltpunkte. Eine Rentenauskunft anzufordern, ist auch deshalb sinnvoll, weil dort das bisherige Versicherungsleben des Antragstellers dokumentiert ist ... und das hat oft Lücken, die noch geschlossen werden müssen. So werden zum Beispiel Schul- und Studienzeiten, Kindererziehung, Wehr- und Zivildienst nicht immer automatisch im persönlichen Versicherungsverlauf gespeichert. Der Versicherte muss nachträglich Belege vorlegen, zum Beispiel Zeugnisse, mit denen er rentenrechtlich relevante Zeiten nachweisen kann. Je früher ein solches Kontenklärungsverfahren durchgeführt wird, desto leichter lassen sich fehlende Belege noch besorgen.

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