Renten- und Geldmarktfonds Meldung

Anleger, die jetzt neu für kurze Zeit in Euro-Renten- oder Geldmarktfonds investieren wollen, sollten wegen der geänderten Steuerregeln die Ausschüttungstermine der Fonds beachten.

Weil seit dem 1. Januar die Zwischengewinne nicht mehr steuerlich berücksichtigt werden, ist ein genaues Timing des Kaufs und Verkaufs wichtig. So vermeiden Steuerzahler Nachteile, wenn sie den Sparerfreibetrag von 1 421 Euro mit Werbungskostenpauschale (Ehepaare 2 842 Euro) ausgeschöpft haben.

Wer zum Beispiel ein halbes Jahr vor dem Ausschüttungstermin 200 000 Euro in einen Geldmarktfonds (angenommener Zinsertrag: 2 Prozent pro Jahr) investiert, sollte sich den Verkaufszeitpunkt reiflich überlegen: Verkauft der Anleger nach dem Ausschüttungstermin, zahlt er bei 35 Prozent persönlichem Steuersatz 1 400 Euro Steuern auf die 4 000 Euro Zinsen. Denn nach den neuen Steuerregeln ist der Zinsertrag des ganzen Geschäftsjahres steuerpflichtig, obwohl der Anleger die Anteile erst vor einem halben Jahr gekauft hat.

Verkauft er aber kurz vor der Ausschüttung, zahlt er nur die Hälfte, nämlich 700 Euro, Steuern. Jetzt ist der erzielte Kursgewinn als Spekulationsgewinn von rund 2 000 Euro steuerpflichtig.

Tipp: Wenn Sie in einen Euro-Renten- oder Geldmarktfonds investieren wollen, sollten Sie bei der Fondsgesellschaft den Ausschüttungstermin erfragen. Ist dieser für Sie ungünstig, weichen Sie lieber auf eine Anleihe oder ein Zinsangebot einer Bank aus. Diese haben nicht die steuerlichen Nachteile der Fonds.

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