Geplante Flexi-Rente: Gleitend in den Ruhe­stand

Rente und Job Special

Früher in Rente gehen und Teil­zeit arbeiten – das soll 2017 einfacher werden. Ein guter Ansatz, wie Marina Herbrich, die Präsidentin des Bundes­verbands der Rentenberater, findet.

Arbeiten und eine Teilrente bekommen, das ist jetzt schon möglich. Welche Einschränkungen gibt es?

Erst mit Erreichen der Regel­alters­grenze kann jeder unbe­grenzt hinzuver­dienen, ohne dass es bei der Rente Abzüge gibt. Diejenigen aber, die vor Erreichen der Regel­alters­grenze weniger arbeiten wollen, müssen mit Rentenkür­zung rechnen, wenn sie mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Zweimal im Jahr dürfen es 900 Euro sein. Für den, der mehr verdient, vermindert sich die volle Rente um zwei Drittel, die Hälfte oder ein Drittel. Die Abstufungen sind abhängig von den Hinzuver­dienst­grenzen, die von der gesetzlichen Renten­versicherung für jeden individuell berechnet werden.

Was ist falsch daran?

Das jetzige System ist zu unflexibel. Jemand, der beispiels­weise durch eine Tarif­erhöhung oder eine Einmalzahlung im Job mehr verdient, kann so leicht die Hinzuver­dienst­grenze über­schreiten und ungewollt in die nächst­höhere Stufe der Rentenkür­zung fallen. Im schlimmsten Fall kann der Renten­anteil so ganz wegfallen.

Was soll das neue Gesetz zur sogenannten Flexi-Rente bringen?

Der neue Gesetz­entwurf soll das Ausscheiden aus dem Beruf gerechter und einfacher machen. Die starren monatlichen Hinzuver­dienst­grenzen werden aufgebrochen. Jeder, der ab Mitte 2017 gleitend in den Ruhe­stand gehen möchte, soll noch vor Erreichen der Regel­alters­grenze insgesamt 6 300 Euro brutto im Jahr dazu­verdienen können, ohne dass jeder einzelne Monat neu berechnet werden muss. Liegt der Verdienst höher, werden 40 Prozent davon auf die Voll­rente ange­rechnet.

Was können Teilrentner heute tun, um ihre Hinzuver­dienst­grenze nicht zu über­schreiten?

Die Hinzuver­dienst­grenzen können sich zurzeit ändern. Wer sicher­gehen will, sollte sie halb­jähr­lich beim Renten­versicherungs­träger erfragen.

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