Rente und Job

Freiwil­lige Helfer: Was Ehren­amtliche steuerfrei kassieren dürfen

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Inhalt

Verena Zietzke ist immer will­kommen. Die 73-Jährige betreut und besucht ehren­amtlich ältere Menschen, die an Demenz erkrankt sind, mindestens einmal die Woche und leistet ihnen Gesell­schaft. „Das Schöne daran ist, dass sich jeder freut, wenn ich komme – die pflegenden Angehörigen, die mehr Zeit für sich haben, und auch die Pflegebedürftigen, denen ich etwas Abwechs­lung im Alltag bringe.“ Für ihre Tätig­keit bekommt die Rentnerin jeweils eine Aufwands­entschädigung in Höhe von 5 Euro pro Stunde. Die Pflegekasse zahlt das Geld an die Diakonie Berlin. Diese koor­diniert den Einsatz der ehren­amtlichen Helfer und zahlt das Geld an sie aus. Verena Zietzke betreut im Schnitt acht Stunden die Woche und kommt so im Monat auf etwa 160 Euro.

Die 2 400-Euro-Grenze. Verena Zietzke darf bei dieser Tätig­keit bis zu 2 400 Euro im Jahr dazu­verdienen, ohne Steuern und Sozial­abgaben zahlen zu müssen.

Geltungs­bereich. Das gilt auch für andere Ehren­amtliche in den Bereichen Ausbildung, Kunst und Pflege: Trainer, Übungs­leiter und Ausbilder in Vereinen,Dozenten und Prüfer an Universitäten, Schulen, Volks­hoch­schulen und öffent­lichen Einrichtungen, Betreuer mit pädagogischer Ausrichtung für Senioren oder Kinder, zum Beispiel Spiel­kreis- und Ferien­betreuer, Betreuer in Kirchen, Kultur­stätten, im Umwelt- und Katastrophen­schutz, Darsteller in künst­lerischen Vereinen, Chorleiter, Dirigenten und ausübende Künstler in Vereinen.

Betreuer. Der Frei­betrag von 2 400 Euro steht auch ehren­amtlich tätigen recht­lichen Betreuern zu, Vormündern und Fürsorgepflegern. Auch wenn jemand mehrere Menschen betreut, gilt die 2 400-Euro-Grenze, so ein Urteil des Bundes­finanzhofs (Az. VIII R 57/09).

Die 720-Euro-Grenze. Menschen, die sich in anderen Bereichen wie einem gemeinnützigen Verein engagieren, können 720 Euro im Jahr dazu­verdienen – ohne Steuern und Sozial­abgaben zahlen zu müssen. Dazu gehören etwa Vorstand, Kassierer, Platz­wart oder Schieds­richter, die aktiv sind. Auch für Betreuer in öffent­lichen Jugend­klubs, Seel­sorger in Kirchen oder Helfer in Wohl­fahrts­organisationen ist das möglich. Die Pauschale gibts aber nicht, wenn ein Ehren­amtlicher bereits den Übungs­leiterfrei­betrag und Zahlungen aus öffent­lichen Kassen bekommt.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 30.04.2018 um 10:59 Uhr
Rente Minijob und Krankenversicherung

@471peterg: In der Regel zahlen Sie als Mitglied der KdVR keinen Krankenversicherungsbeitrag für den Lohn aus einem Minjob, solange die nicht mehr als 450 Euro / Monat verdienen. Bei der Berechnung der Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung zählt der Lohn aus dem Minijob mit. Warum in Ihrem konkreten Fall Beiträge anfallen (und ob das so richtig ist), bitten wir mit dem Arbeitgeber / der Krankenkasse zu klären. Eine persönliche Beratung zur gesetzlichen Krankenversicherung bekommen Sie bei der UPD: /www.patientenberatung.de, 0800 011 77 22 (gebührenfrei aus allen Netzen). (maa)

471peterg am 27.04.2018 um 22:35 Uhr
Rente Minijob und Krankenversicherung

Als Rentner bin ich in der gesetzlichen Krankenkassen pflichtversichert,arbeite aber noch im Minijob
bis 450 Euro.Wieso werden mir nochmal Monatl. Krankenkassen Beiträge von den 450 Euro abgezogen?

rs2507 am 16.11.2016 um 20:37 Uhr
@befok Freiwillige Beiträge

Sie können die aktuellen Daten selbst auf der Homepage der DRV nachlesen.
"Macht das Sinn?" Das kommt m.E. auf die Lebenssituation, die bisherige Erwerbsbiographie und die persönliche Betrachtungsweise an. Wenn man eine Altersrente als eine monatliche Zinsauszahlung bis zum Lebensende und als Teil einer Hinterbliebenenversorgung betrachtet, ist es zumindest nicht unsinnig freiwillige Beiträge auf sein Rentenkonto einzuzahlen. Wer das eingezahlte Geld allerdings irgendwann vollständig zurück erhalten will, sollte sich anders entscheiden. Wer -theoretisch- im bereits fortgeschrittenen Alter bei Kontostand null starten würde, ohne dass in früheren Jahren jemals Beiträge auf das Rentenkonto eingezahlt wurden, käme mit vertretbarem Aufwand nicht allzu weit. Der einzuzahlende Betrag und die erzielbare Rente stünden in keinem sinnvollen Verhältnis.

befok am 15.11.2016 um 15:59 Uhr
rs2507

wenn ich 1000€ einzahle,habe ich 40€ mehr pro Jahr?Da brauche ich ja 25 Jahre
um meine 1000€ zurück zu haben.Macht das Sinn,oder rechne ich falsch?

rs2507 am 14.11.2016 um 12:57 Uhr
@Kathari

"Man kann das Gesparte auch noch im höheren Alter bei Bedarf in eine Sofortrente (bei privaten Versicherungen) umwandeln, um eine regelmäßige Zahlung bis zum Lebensende sicherzustellen."
Dabei habe ich z.Zt., ehrlich gesagt, ein etwas mulmiges Gefühl. Es hängt von der persönlichen Lebenssituation ab, wer Kinder hat, möchte denen verständlicherweise gern etwas Startkapital hinterlassen. Dazu sollte die Rente aber vererbbar sein.
"Zudem besteht, solange man die Rentenzahlung noch nicht beantragt hat, ggf. die Möglichkeit von freiwilligen Einzahlungen, um die Rente weiter aufzustocken (gilt zumindest für nicht Pflichtvesicherte)."
Diese Variante erscheint mir, auch unter kritischer Berücksichtigung möglicher politischer Entscheidungen, überlegenswert. Angesichts der aktuell extrem niedrigen Zinsen ist eine Aufstockung des Rentenkontos _vergleichsweise_ attraktiv. Pro 1000 freiwillig eingezahlte Euro erhöht sich der individuelle Rentenanspruch um ca. vierzig Euro Jahresrente.