Stichtage sind hart und ungerecht. Ist ein Kind am 31. Dezember 2007 statt einen Tag später zur Welt gekommen, bekommen die Eltern 115 Euro weniger Kinder­zulage für die Riester-Rente. Hat eine Mutter ihr Kind am 31. Dezember 1991 geboren, bekommt sie weniger Renten­punkte für die Erziehung als eine, die ihr Kind am 1. Januar 1992 zur Welt gebracht hat. Auch bei der abschlags­freien Rente mit 63 Jahren gibt es so einen Stichtag: Den 1. Juli 2014. Wer davor bereits eine Rente mit Abschlägen bezog, kann nicht mehr in die abschlags­freie Rente wechseln.

Eine Rentnerin aus Hamm fand diese Ungleichbe­hand­lung so ungerecht, dass sie vor Gericht zog. 5,7 Prozent Abschlag musste sie hinnehmen, weil sie bereits vor dem Stichtag in Rente gegangen war. Sie fand, auf den Zeit­punkt ihres Renten­antrags könne es nicht ankommen, wenn sie doch die Voraus­setzungen der abschlags­freien vorzeitigen Rente erfülle. Ihre Klage hatte keinen Erfolg. Ist die Rente bewil­ligt, ist ein Wechsel ausgeschlossen, urteilte das Sozialge­richt Dort­mund (Az. S 61 R 108/15).

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