Vor der Unterschrift: So sollte der Vertrag aussehen

Bei einer sofort beginnenden privaten Rentenversicherung folgt die Auszahlung der Rente unmittelbar der Einzahlung. Der Versicherer zahlt spätestens im folgenden Monat die erste Rente.

Einzahlung

Wie hoch die Rente ausfällt, hängt am stärksten von der Höhe der Einzahlung ab. Frauen müssen für die gleiche Rente mehr Geld aufbringen als Männer, weil sie meistens länger leben. Und je älter ein Kunde bei Rentenbeginn ist, desto höher fällt seine Rente für dasselbe Geld aus, weil die verbleibende Lebenserwartung ­eines Älteren statistisch betrachtet ­geringer ist als die eines Jüngeren.
Doch auch im Vertrag trifft jeder Kunde Vereinbarungen, die seine Rente beeinflussen.

Überschüsse

Kunde und Versicherer legen fest, wann der Kunde an Überschüssen beteiligt wird. Davon hängt die Entwicklung seiner Rente im Laufe der Zeit ab.

Überschüsse entstehen, wenn der ­Versicherer das eingezahlte Kapital mit einer besseren Rendite anlegt als dem Garantiezins von 2,25 Prozent. Dieser Überzins fließt als größter Posten in den Überschusstopf. Hinzu kommen weitere Überschüsse, wenn die Kosten geringer waren als kalkuliert oder der Versicherer weniger Renten zahlen musste.

Rentenverlauf

Die Rente kann durch die Überschüsse mit dem Alter steigen. Sie kann auch höher anfangen und durch Kürzungen der Überschüsse sinken, sie kann gleich bleiben oder schwanken – je nachdem, wie und wann ein Versicherer die in der Rentenphase erreichten Zinseinnahmen aus dem angesammelten Kapital und die sonstigen Überschussanteile an seinen Kunden auszahlt.

Die Formen der Überschussbeteiligung, unter denen ein Kunde wählen kann, sind in den Versicherungsbedingungen aufgeführt. Im Antrag kann der Kunde die gewünschte Variante ankreuzen. Gibt es keine Wahl, sollte der Kunde klären, um welche Form es sich handelt, bevor er unterschreibt.
Ausgerechnet die Variante mit der höchsten Anfangsrente ist nicht zu empfehlen. Hier kalkuliert der Versicherer die Zuteilung der Überschüsse von Anfang an so, dass zukünftige Überschüsse für eine gleichbleibende Rente einbezogen werden. Durch die Inflation verliert der Rentner über die Zeit an Kaufkraft. Zudem besteht die Gefahr einer Rentenkürzung, wenn der Versicherer weniger Überschüsse erzielt als anfangs kalkuliert.
Besser ist eine Auszahlung, die mit der Garantierente beginnt und durch Überschüsse steigt, oder eine Mischform mit etwas höherer Anfangsrente und geringeren Steigerungen.

Rentengarantie

Einzahlungen in eine private Rentenversicherung sind für ­Erben verloren, sobald der Versicherte stirbt. Um den möglichen Verlust zu mildern, bieten die Unternehmen Rentengarantiezeiten an. Üblich sind 5 bis maximal 20 Jahre ab Rentenbeginn. Stirbt ein Kunde, zahlt das Unternehmen die Rente dann mindestens bis zum Ende dieser Frist weiter an dessen Erben aus. In der Untersuchung nimmt Finanztest eine Rentengarantie von 20 Jahren an.

Beitragsrückgewähr

Erben können auch über eine Beitragsrückgewähr profitieren. Stirbt der Kunde, überweist das Unternehmen die verbliebene Summe an sie.

Option auf Kapitalzahlung

Die meisten Versicherern im Test bieten dem Kunden die Möglichkeit, dass er aus dem Vertrag aussteigen und sich die vereinbarte Todesfallleistung selbst auszahlen lassen kann.
Todesfallleistungen kosten allerdings Rente. 20 Jahre Rentengarantiezeit oder Beitragsrückgewähr verringern die Rente um rund 10 Prozent.

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