Rente Meldung

Die Einnahmen von Millionen Rentnerhaus-halten werden ab nächstem Jahr fürs Finanzamt viel transparenter.

Für Tausende Rentner ist die Steueramnestie eine einmalige Chance.

Tausenden Rentnern droht Ärger mit dem Finanzamt. Wer Nebeneinkünfte wie Betriebsrenten, Mieten, Kapitaleinkünfte oder Renten aus privaten Lebensversicherungen kassiert, ist eventuell steuerpflichtig. Nach Schätzung der Steuergewerkschaft haben rund 400 000 Rentner solche Einnahmen bisher nicht angegeben – oft weil sie glaubten, nicht steuerpflichtig zu sein, weil ihr zu versteuernder Renten-Ertragsan­teil sehr niedrig ist. Wo aber zusätzliche Einkünfte hinzukommen, kann schnell eine Steuerpflicht entstehen.

Bisher kaum aufgefallen

Rente Meldung

Betroffene sollten unbedingt fachmännischen Rat einholen.

Bisher ist das kaum aufge­fallen, denn Renten und Nebeneinkünfte werden nicht zentral erfasst. Doch ab 2005 verschärft der Staat die Kontrollen massiv:

  • Gesetzliche Rentenkassen müs­sen ihre Zahlungen an eine zentrale Stelle der Finanzverwaltung bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte melden. Dasselbe gilt für Versorgungswerke und private Versicherungen.
  • Banken müssen schon für 2004 zum ersten Mal Jahresbescheinigungen über Kapi­taleinkünfte und Wertpapiergeschäfte ausstellen.
  • Die Finanzämter können ab April 2005 die Stammda­ten privater Konten abfragen.
  • Mit der EU-Zinsrichtlinie werden voraussich­tlich ab Mitte 2005 Kapi­tal­einkünfte Deutscher in den meisten EU-Ländern an die deutschen Finanzämter gemeldet.

Damit werden ab nächstem Jahr die Einkommen von Millionen Rentnern auf einen Schlag viel transparenter. Die Finanzämter kön­­nen dann die Einnahmen der Vorjahre zurückverfolgen. Wer bisher keine Steuererklärung abga­b, kann auffallen. Stoßen die Beamten auf verschwiegene Einnah­men, drohen Nachzahlungen und Strafverfahren. Nach geltender Rechtslage müssten die Steuern für zehn Jahre nachgefordert werden.

Tipp: Betroffene sollten unbedingt mit einem Steuerberater prüfen, ob sie die Steueramnestie nutzen. Dabei können sie Einkünfte der Jahre 1993 bis 2002 angeben. Dafür sind bei der Einkommensteuer 25 Prozent Strafsteuer fällig. Es werden aber nur 60 Prozent des Betrags zugrunde gelegt. Das gilt bis Ende 2004. Im nächsten Jahr kann bis 31. März die „strafbefreiende Erklärung“ abgegeben werden. Dann sind aber 35 Prozent Nachsteuer fällig. Danach ist es mit der Steueramnestie vorbei.

Achtung: Ab nächstem Jahr werden etwa 2,2 Millionen Rentnerhaushalte erstmals steuerpflichtig. Denn dann steigt der steuerpflichtige Ertragsanteil für alle Rentner auf 50 Prozent – auch für heutige Ruheständler. Zwar bleiben Renten bis 1 575 Euro (Ehepaare: 3 150 Euro) in der Regel steuerfrei. Doch wer Nebeneinkünfte hat, bekommt es schnell mit dem Finanzamt zu tun und muss eine Steuererklärung abgeben.

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