„Bestimmen Sie Ihre Rendite selbst!“, heißt es auf dem Portal Renditetip.com. 20 bis 30 Prozent Rendite pro Jahr könnten Anleger erwirt­schaften, wenn sie sich an das Portal wenden. Es will Anlegern mithilfe von „Renditemanagern“ eines Netz­werkes namens JPM Venture Plus LLC Zugang zu „außergewöhnlichen Geschäften“ ermöglichen.

Kontakt zu dem Netz­werk, das damit wirbt, sich in unmittel­barer Nähe der Finanzzentren New Yorks zu befinden, können Anleger per Formular aufnehmen. Ein Finanztest-Leser machte den Versuch. Darauf­hin bat ihn ein Rechts­anwalt Peter Treichler um eine Ausweiskopie, ohne eine eigene Adresse oder Telefon­nummer anzu­geben.

Gefunden haben wir eine Kanzlei Treichler in Princeton, New Jersey. Princeton kam uns bekannt vor. Dort sitzt auch Rainer von Holst. Er hat Anleger mit zahllosen Firmen um Millionen geprellt. Gleich­zeitig hatte er Unternehmen in seinem Online­dienst Gerlachreport mit aus der Luft gegriffenen Schmähungen unter Druck gesetzt, Geld zu zahlen, damit diese Artikel nicht oder nicht mehr erscheinen. Dabei gab er sich unter wechselnden Namen als amerikanischer Anwalt aus Princeton aus.

Der Gerlachreport selbst schrieb erst kürzlich, dass mithilfe von „Renditemanagern“ 20 Prozent Ertrag pro Jahr erwirt­schaftet werden könnten.

Das Portal Renditetip behauptet, keine genehmigungs­pflichtigen Finanz­produkte anzu­bieten. Es wirbt aber mit der deutschen Finanz­aufsicht Bafin, die das Netz­werk JPM Venture Plus LLC „ständig prüft und kontrolliert“. Laut Bafin-Sprecherin Anja Schuchhardt prüft und kontrolliert die Behörde das Netz­werk aber nicht. Wir setzen Renditetip auf unsere Warnliste.

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