Händler, die schlechte Ware verkaufen, dürfen bei berechtigten Reklamationen nicht mauern, nur weil ein Umtausch umständlich ist. Das musste ein Möbel-Abholmarkt lernen, der einem Kunden ein Sofa verkauft hatte.

Der Kunde hatte das Sofa selbst nach Hause und dort per Hubwagen über den Balkon in die Wohnung befördert. Das Treppenhaus war zu eng. Später zeigten sich Mängel, die der Kundendienst aber nicht beheben konnte. Der Kunde verlangte daraufhin eine neue Couch und der Möbelmarkt war zunächst auch einverstanden. Doch als sich zeigte, dass es schwierig sein würde, das Sofa über den Balkon abzuholen, lehnte er den Austausch ab.

Der Kunde forderte daraufhin sein Geld zurück und die Abholung des Sofas. Doch der Möbelmarkt weigerte sich – und unterlag schließlich vor dem Amtsgericht Menden (Az. 4 C 26/03). Der Austausch sei wirksam vereinbart gewesen und da er scheiterte, könne der Kunde den Kauf rückabwickeln.

Zudem stellte das Gericht klar, dass es egal ist, ob ein Umtausch teuer ist. Unzumutbar für den Verkäufer wäre der Austausch erst gewesen, wenn seine Kosten den Warenwert überschritten hätten. Doch das war nicht der Fall.

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