Reiseversicherungen Meldung

Ferien sind Hochsaison für den Verkauf von Versicherungen

Vor allem über Reisebüros bieten die Versicherer Urlaubspolicen an, gern geschnürt zum „Sorglospaket“ oder „Rundumschutz“. Doch diese Pa­kete sind oft überteuert, enthalten Überflüssiges oder bieten zu geringe Deckungs­summen.

Reisekrankenversicherung: Sie ist ein Muss. Denn selbst in der EU ersetzen Krankenkassen oft nur einen Teilbetrag. Außerdem akzeptieren viele Ärzte die Versichertenkarte nicht. Kassenmitglieder müssen diesen Schutz bei gewerblichen Versicherern abschließen, bei privat Versicherten ist er oft im Vertrag enthalten. Günstige Jahrespo­licen gibt es ab etwa 6 Euro pro Person. Dann sind mehrere Reisen pro Jahr gedeckt, wobei jede meist höchstens 42 Tage dauern darf.

Privathaftpflicht: Auch sie ist ein Muss – aber nicht nur für die Reise. Vielmehr ist sie das ganze Jahr über nötig, auch zu Hause. Die Deckungssumme sollte mindestens drei Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden betragen. Familien-Jahresverträge gibt es zum Beispiel ab gut 50 Euro.

Reiserücktritt: Ratsam bei teuren Reisen, die lange im Voraus gebucht werden. Im Versicherungsfall muss der Arzt des Versicherten bestätigen, dass eine Reise tatsächlich nicht angetreten werden kann. Anschläge im Urlaubsland werden nicht als Grund anerkannt.

Reisegepäck: Noch immer schränken zahlreiche Ausnahmen im Kleingedruckten den Wert dieser Police ein. Im Grunde muss der Versicherte so auf sein Gepäck achten, dass es gar nicht gestohlen werden kann – einmal weggeschaut, schon gilt Fahrlässigkeit als Ausschluss. Tipp: Urlaubsgepäck ist auch über die Hausratpolice ver­si­chert, aber nur in Gebäuden, nicht im Auto oder Wohnmobil.

Auto-Schutzbrief: Er ist nicht unbedingt erforderlich, spart aber Nerven. Denn es werden nicht nur Kosten für Pannen- und Unfallhilfe, Abschleppen, Weiter- oder Rückfahrt übernommen, sondern auch Hilfestellungen gegeben, zum Beispiel Rechtsbeistand oder ein Notfalldarlehen, wenn der Urlauber bestohlen wurde.

Kfz-Kasko: Nach einem unverschuldeten Unfall gibt es mitunter erst nach Jahren Schadenersatz von einem ausländi­schen Versicherer. Da ist ein befristeter Vollkaskovertrag hilfreich. Wem das zu teuer ist, der sollte wenigstens teilkaskoversichert sein für den Fall von Einbruch oder Diebstahl. Falls Sie einen Unfall haben: Jeder europäische Versicherer muss in Deutschland einen Beauftragten haben. Er ist über den Zentralruf der Autoversicherer erreichbar, Tel. 0 180 2/50 26.

Mietwagen: Einige Kfz-Versicherungen, die vor Ort angeboten werden, sind völlig unzureichend. Daher bieten deutsche Versicherer die so genannte „Mallorca-Police“. Sie gilt für Mietwagen in Europa, auf den Kanaren und Madeira. Außerhalb Europas hilft die Traveller-Police. Anbieter: Kfz-Haftpflichtversicherer, ADAC.

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