Ohne Reisekrankenversicherung muss sich keiner in ferne Länder wagen. Diese Police ist für jeden erschwinglich.

Wer diese Versicherung nicht abschließt, spart am falschen Ende. Denn sie ist zumindest für gesetzlich Krankenversicherte wirklich wichtig und überhaupt nicht teuer – die Auslandsreise-Krankenversicherung.

Finanztest hat 40 Anbieter von Reisekrankenversicherungen untersucht: Schon für 4,92 Euro gibt es einen Jahresvertrag beim Internetversicherer Delfin. Selbst der teuerste Anbieter unserer Untersuchung – der Deutsche Ring – stürzt seine Kunden mit 14,90 Euro nicht gerade in den Ruin.

Am meisten Geld verlangen die Versicherer von älteren Menschen. So verlangt der Deutsche Ring von Menschen ab 70 Jahren statt der 14,90 Euro vergleichsweise stattliche 55,80 Euro. Andere vermeiden das Risiko ganz und versichern Ältere gar nicht.

Ein Höchsteintrittsalter geben 18 der 40 untersuchten Anbieter an. Beim ADAC liegt es bei 76 Jahren, die günstige Delfin – wen wunderts – zählt schon die 54-Jährigen zum alten Eisen.

Extrapolice für lange Reisen

Für längere Reisen am Stück reicht ein Jahresvertrag nicht aus. Zwar gilt er für mehrere Reisen. Diese sind aber jeweils meist auf höchstens 42 Tage begrenzt.

Wer zum Beispiel vor dem kalten Winter auf die Kanaren flüchtet oder eine Weltreise macht, muss einen Einzelvertrag abschließen. Der Preis der Versicherung hängt dann neben dem Alter des Versicherten von der Dauer der Reise ab. Die Höchstreisedauer ist bei den meisten Unternehmen ein Jahr.

Finanztest hat überprüft, wie tief ein Urlauber für eine 92-Tage-Reise in die Tasche greifen muss. Die UKV als günstigster Anbieter unseres Tests nimmt 30,96 Euro. Allerdings nur für Personen bis 69 Jahre. Alle älteren müsssen 91,80 Euro für die gleiche Reise berappen. Teuerster Anbieter war die Central, die 124,80 Euro von unter 67-Jährigen nimmt und sogar 187,20 Euro von allen, deren Alter darüber liegt.

Unverzichtbar auf Fernreisen

Egal ob lange oder kurze Reisen: Sobald es in die weite Ferne geht, ist die ­Auslandsreise-Krankenversicherung für ­gesetzlich Krankenversicherte nötig. Denn die Krankenkassen übernehmen für Behandlungen außerhalb Europas keine Kosten. Muss der Urlauber aber zum Beispiel in den USA ins Krankenhaus, kann dies schnell 2 000 Euro am Tag kosten. Eine Reisekrankenversicherung übernimmt die Kosten für ambulante und stationäre Behandlungen, zahlt die Medikamente und auch den Krankenrücktransport, wenn er medizinisch notwendig ist. Auch kommt sie für die Überführung im Todesfall auf.

Wer in ein Land reist, das zum europäischen Wirtschaftsraum gehört oder mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, kann sich dort mit einem Auslandsreisekrankenschein auf Kosten der Krankenkasse behandeln lassen. Er genießt dort also auch ohne private Zusatzversicherung einen gewissen Schutz. Außer für die EU-Länder gilt das für Bosnien-Herzegowina, Jugoslawien (ohne Kosovo), Kroatien, Mazedonien, die Schweiz, Slowenien, die Türkei, Tunesien, Tschechien und Ungarn. Der Reisende ist in diesem Fall aber an die staatlichen Krankenleistungen des Urlaubslands gebunden – und die können geringer ausfallen als zu Hause.

Für privat Versicherte nicht nötig

Privat Krankenversicherte brauchen dagegen kaum eine gesonderte Reisekrankenversicherung. Wer sich länger außerhalb Europas aufhält, sollte allerdings vorher mit seinem Versicherer sprechen. Von ihm wird eventuell ein Zuschlag verlangt. Auch sollte er klären, ob die Versicherung im Notfall den Rücktransport übernimmt.

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