Reiseversicherung Meldung

Wer nach dem Einchecken des Gepäcks doch nicht in den Urlaub fliegt, erhält von der ­Reiserücktritts-Versicherung oft kein Geld.

Wer beim Aufgeben der Koffer am Abflugschalter erfährt, dass er seine Reise aus einem wichtigen Grund nicht antreten kann, hat bei einer Reihe von Reiserücktrittskosten-Versicherungen keinen Anspruch auf Ersatz der Stornokosten. Mit dem Einchecken habe die Reise bereits begonnen; die von dem klagenden Kunden abgeschlossene Reiserücktritts-Versicherung müsste jedoch nur dann zahlen, wenn er die Reise überhaupt nicht angetreten hätte, so das Oberlandesgericht Dresden (Az. 3 U 1338/01). Der Kläger war beim Einchecken über die Flughafeninformation ausgerufen und dann informiert worden, dass seine Schwiegermutter im Koma liegt. Daraufhin verlangte er das Gepäck für sich und seine Familie am Schalter wieder zurück und flog nicht in die Ferien. Der Abbruch der Reise, so die Richter, sei aber kein Reiserücktritt. Der Kläger blieb auf den Stornokosten sitzen.

Für solche Fälle bieten viele Versicherer eine separate Reiseabbruch-Versicherung an. Sie ist nicht unbedingt empfehlenswert. Denn bei einigen Reise­rücktrittskosten-Versicherungen ist dieser Schutz bereits enthalten; sie übernehmen die Kosten auch bei Reiseabbruch aus wichtigen Gründen.

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