Reise­rücktritts­versicherung Vergleich

9 Tipps für die Schadenmeldung

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Platzt die geplante Reise kurz­fristig, müssen Sie den Schaden beim Versicherer melden. Dabei gilt es einiges zu beachten. Fehler können Sie nämlich bares Geld kosten.

Reise­rücktritts­versicherung Vergleich Testergebnisse für 138 Reise­rück­tritts­ver­sicherungen

1. So schnell wie möglich stornieren

Verlieren Sie keine Zeit, stornieren Sie den Urlaub so schnell wie möglich beim Reise­ver­anstalter. Verlangt er Storno­kosten, bitten Sie um die Rechnung. Besorgen Sie Belege, die Ihre Absage begründen.

2. Krankheit so nach­weisen, wie der Versicherer es verlangt

Manche Versicherer geben für das ärzt­liche Attest ein bestimmtes Formular vor, das auf ihrer Home­page zu finden ist. Gefragt wird nach Diagnose, Behand­lungs­zeit­punkt und Fest­stellung der Reiseun­fähig­keit. Wer sich nach ­einem Unfall nicht ums Stornieren kümmern kann, verletzt keine Pflichten. Gibt es Mit­reisende, sollten sie ­das aber über­nehmen.

3. Im Zweifel beim Versicherer anrufen

Sie sind unsicher, ob Sie bis zur Abreise wieder gesund sind? Rufen Sie die Storn­oberatung des Versicherers an. Wer zu spät storniert, bekommt weniger Geld. Rät die Versicherung zum Abwarten und der Arzt stellt später doch die Reise­unfähigkeit fest, zahlt sie die volle Summe.

4. Belege bereithalten

Neben Krankheit gibt es weitere Gründe, warum jemand seinen Urlaub kurz­fristig absagen muss. Mögliche Belege sind:

  • Schreiben der Agentur für ­Arbeit,
  • Bescheid der Hoch­schule über den Nach­prüfungs­termin, sofern er in die Reise­zeit fällt,
  • Ster­beurkunde ­eines Angehörigen,
  • Polizei­protokoll und Hand­werk­errechnung bei Schäden am Eigentum.

5. Auf gemein­samer Reise bestehen

Buchen Sie als ­Familie eine Reise, und eines der Kinder wird vor Reiseantritt krank (mit Attest oder ärzt­lichem Formular dokumentiert), muss nicht ein Eltern­teil mit den Geschwistern vorfahren. Alle dürfen zu Hause bleiben, und der Versicherer sollte den Storno­grund für die gesamte Familie anerkennen.

6. Bescheinigung vom Vermieter beibringen

Soll die Storno­gebühr für ein Ferien­haus erstattet werden, müssen die Vermie­terin oder der Vermieter dem Kunden ­bescheinigen, dass es nicht weitervermietet werden konnte. Gleiches gilt für eine gecharterte Jacht. Nur unter dieser Voraus­setzung zahlt der Versicherer.

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7. Flugti­cket prüfen

Können Sie Flüge, die Sie nicht antreten, gratis umbuchen, müssen Sie diese Option wählen. Storno­kosten würde der Versicherer nicht erstatten.

8. Urlaubs­abbruch genau dokumentieren

Müssen Sie vorzeitig abreisen oder den Aufenthalt im Reise­land verlängern, brauchen Sie Belege – bei Krankheit von einem Arzt vor Ort. Einige Versicherer halten für diesen Fall ein eng­lisches Formular bereit. Nicht genutzte Leistungen sollte der Reise­ver­anstalter Ihnen bescheinigen. ­Heben Sie Hotel- und Flug­rechnungen auf.

9. Unterlagen voll­ständig einreichen

Achten Sie stets darauf, dass Sie sämtliche Unterlagen voll­ständig einreichen:

  • Versicherungs­nummer,
  • Buchungs- und Zahlungs­bestätigung für die Reise,
  • Rechnung über die Storno­kosten,
  • Beleg über den Grund für Absage, Abbruch oder Verlängerung,
  • etwaige Rechnungen,
  • das ausgefüllte Schadens­formular (zu finden auf der Home­page Ihres Versicherers).

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Profilbild Stiftung_Warentest am 20.01.2023 um 09:26 Uhr
Kündigungsrecht / Beitragserhöhung

@TheBrave: Vor dem Erreichen der Altersstufe und der damit verbundenen Beitragserhöhung bekommt Versicherte in der Regel eine Mitteilung der Versicherung dazu nebst Hinweis auf das Kündigungsrecht und der Kündigungsfrist. Kündigen Versicherte innerhalb der Frist, endet der Vertrag, bevor die Beitragserhöhung wirksam wird.

In den Vertragsbedingungen finden Versicherten hierzu eine Klausel.
Eine deutliche Beitragserhöhung begründet zudem ein außerordentliches Kündigungsrecht.

Bei vielen Versicherungen ist es nicht unüblich, einen vom Alter abhängigen Beitrag zu verlangen. Dem liegt in der Regel eine Risikobeurteilung seitens der Versicherung zugrunde. Ihre Aussage, dass Kunden grundsätzlich ab 95 Jahren nicht mehr versicherbar zu sein scheinen, können wir anhand der uns vorliegenden Angaben zu den Altersgrenzen für den Versicherungsabschluss nicht bestätigen.

medicusarnulf am 19.01.2023 um 13:07 Uhr
"TravelSecure" (Würzburger) NICHT empfehlenswert!

Hallo zusammen!
Als Arzt möchte ich hier einmal in aller Deutlichkeit zur Kenntnis geben, dass die "TravelSecure (Würzburger)" NICHT empfehlenswert ist! Warum?
Es werden im Schadensfall mittels eines Melde-Formblattes Daten eingefordert, die weit über das nötige Maß hinausgehen & die Privatsphäre sowie den Datenschutz erheblich verletzen! Völlig unnötig wird hier Einblick in gesundheitliche Details gefordert; jeder Arbeitgeber hat sich in D von Gesetzes wegen mit der formalen Bestätigung eines ordentlichen Arztes über das Bestehen von "Arbeitsunfähigkeit" zufrieden zu geben. Und hier wird für die Frage der "Reisefähigkeit" mehr als eine gleichgeartete ärztliche Bestätigung gefordert. Nicht einmal die ohne Details gehaltene Bestätigung einer sehr großen Klinik über die Tatsache, dass der/die Betroffene sich dort "...in stationärer Behandlung befindet..." reicht.
Das ist völlig inakzeptabel und unverschämt, wie auch mit dem Schutz der persönlichen Daten nicht vereinbar!
Dr.med.A.Göbel

TheBrave am 17.01.2023 um 17:14 Uhr
Altersgrenzen

Achtung: viele Versicherungen haben Altersgrenzen (60 oder 61 oder 65 oder 70 etc.), zu denen die Tarife teils massiv steigen. Ab 95 scheint man überhaupt nicht mehr versicherbar zu sein.
Ist das Altersdiskriminierung oder erlaubte Segmentierung der Versichten in unterschiedliche Risikogruppen?
Und die Frage: berechtigt einen die Erhöhung aus Altersgründen zur fristlosen Kündigung von Jahresverträgen?

Profilbild Stiftung_Warentest am 16.01.2023 um 13:19 Uhr
Viele Tarife mit Altersstufen für den Beitrag

@TheBrave: Ja, der Beitrag hängt nicht nur vom Reisepreis sondern oft auch vom Alter der Versicherten ab. Deswegen finden Sie bei diesen Tarifen in der Spalte zu den Beiträgen mehrere Preise.
Bei drei Anbietern gibt es Tarife auch Tarife ohne Altersstufen für den Beitrag: BD24 Berlin Direkt, UVR und Zurich. Dort steht dann in der (interaktiven) Tabelle unter Altersklassen "keine". Achtung, mitunter bieten diese auch Tarifvarianten mit Altersklassen an.

TheBrave am 16.01.2023 um 11:45 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.