Reiser­ücktritts­versicherung: Gute Policen für Reise­rück­tritt und -abbruch

Ohne Reise­schutz: Wer etwa eine Pauschal­reise nach Teneriffa für 2 300 Euro gebucht hat und fünf Tage vorher absagt, müsste je nach Veranstalter zwischen 1 700 und 1 800 Euro Storno­kosten zahlen.

Wer seine Reise wegen Krankheit, Unfall oder Tod eines Angehörigen absagen muss, hat meist Storno­kosten zu tragen. Bei kurz­fristigen Absagen sind oft mehr als 75 Prozent des Reise­preises fällig. Gute Reise­rück­tritts­versicherungen über­nehmen die Kosten – auch bei Reise­abbruch, wenn der mitversichert wurde. Bei Absagen oder Abbruch wegen einer Covid-19-Erkrankung leisten nicht alle Policen. So schneiden die Reiser­ücktritts­versicherungen im Vergleich der Stiftung Warentest ab: Von 132 Tarifen sind 2 sehr gut, 61 gut, 9 mangelhaft. Der Singletarif für ­eine 1 000-Euro-Reise kostet beim Testsieger 42 Euro.

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TestReiser­ücktritts­versicherung08.12.2020
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Reisrück­tritts­versicherung – Schutz bei Corona?

Kann der Urlauber wegen einer Covid-19-Erkrankung nicht reisen, hand­haben die Versicherer den Schutz unterschiedlich (Stand: November 2020). Ein Teil zahlt die Storno­kosten der Reise schon bei Vorlage eines positiven Test­ergeb­nisses. Einige fordern zusätzlich ein ärzt­liches Attest. Andere zahlen erst, wenn die versicherte Person Symptome hat und diese per Attest nach­weist oder erst bei schweren Covid-19-Symptomen. Ein Versicherer zahlt, wenn der Versicherte als Verdachts­fall in Quarantäne muss. Andere sichern den Quarantäne-Fall nur ab, wenn der Urlauber einen zusätzlichen Schutz­brief erwirbt.

Pandemien in der Reise­versicherung ausgeschlossen

Einige Anbieter schließen Pandemien sogar grund­sätzlich vom Versicherungs­schutz aus. Oder sie über­nehmen keine Kosten für einen Reise­abbruch wegen einer Covid-19-Erkrankung, wenn vor Reiseantritt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bestand. Auskunft darüber geben unsere Tabellen. Da sich die Situation immer wieder ändert, empfehlen wir, vor dem Abschluss einer Reise­rück­tritts­police beim Anbieter nach­zufragen, wie er das aktuell regelt.

Reisewarnung ist kein Versicherungs­fall

Spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für die Urlaubs­region aus oder gibt es ein Einreise­verbot, ist bei Pauschal­reisen der Reise­ver­anstalter verpflichtet, den Reise­preis zurück­zuzahlen. Die Reiser­ücktritts­versicherung kommt für die Folgen von staatlichen Maßnahmen nicht auf. Das gilt auch, wenn aufgrund behördlicher Anordnungen die touristischen Angebote am Reiseziel einge­schränkt sind (Läden, Lokale, Strände geschlossen) oder die Reise abge­brochen werden muss. Zuständig ist der Reise­ver­anstalter.

Reiser­ücktritts­versicherungen - das bietet unser Vergleich

Tarife vergleichen. Zwei Tabellen zeigen Bewertungen der Stiftung Warentest für 106 Reiser­ücktritts­tarife von 14 Versicherern, jeweils für Singles und Familien. Eine dritte Tabelle zeigt Preise und Tarifmerkmale für 26 weitere Reiser­ücktritts­versicherungen ohne empfohlene Reise­abbruch­versicherung und ohne Qualitäts­urteil.

Individuellen Testsieger finden. Unsere inter­aktiven Tabellen lassen sich nach Tarifen ohne Selbst­beteiligung, nach Verträgen für eine Reise oder Jahres­verträgen und weiteren Kriterien filtern. Die Tabellen zeigen Konditionen für unterschiedliche Alters­klassen und Reise­preise. Wenn Sie mehrere Reisen im Jahr planen, lohnt sich ein Jahres­vertrag. Wir sagen, welche Tarife die besten Bedingungen haben und worauf Sie achten sollten.

Corona-Check machen. Unsere Tabellen zeigen auch, ob der Versicherer bei einer Pandemie leistet. Einige schließen das aus, andere machen Einschränkungen.

Guten Vertrag erkennen. Mit unserer Check­liste können Sie bestehende Verträge auf die wichtigsten Kriterien unter­suchen.

Heft-Artikel downloaden. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf den Testbe­richt aus Finanztest 1/2021.

Reise­versicherung: Meist Streit um Krankheiten

Der häufigste Grund für Absagen sind Krankheiten. Die sind allerdings auch der häufigste Grund für Streitig­keiten zwischen Versicherer und Versicherten. Auslöser ist die in der Branche oft verwendete Klausel „unerwartet schwere Erkrankung“ in den Versicherungs­bedingungen. Das Problem: Für den Verbraucher erschließt sich oft nicht, ob eine Krankheit versichert oder ausgeschlossen ist. Wann ist sie unerwartet, wann schwer? Einige Anbieter erläutern das mitt­lerweile ausführ­licher. So kann beispiels­weise die Verschlechterung einer bestehenden Krankheit versichert sein, wenn sie in den sechs Monaten vor Versicherungs­abschluss nicht behandelt wurde. Das ist eine gute Nach­richt für chro­nisch Kranke.

Ein Versicherer schneidet sehr gut ab

Wir haben vier Varianten bewertet: Single- und Familien­tarife, jeweils für nur eine Reise oder als Jahres­vertrag. Weil die Klausel der „unerwartet schweren Erkrankung“ so maßgeblich ist, haben wir sie in unserem Test besonders genau geprüft. Viele Anbieter haben nachgebessert. Unser Ergebnis: Ein Versicherer schneidet sehr gut ab. Der Singletarif für ­eine einzelne 1 000-Euro-Reise kostet beim Testsieger 42 Euro. Für nur 6 Euro mehr gibt es beim selben Versicherer für die 1000-Euro-Reise eine Police für die ganze Familie – auch hier lautet unser Qualitäts­urteil: Sehr gut. Die meisten Familien-Tarife gelten auch für kinder­lose Paare.

Reiser­ücktritt­versicherungen im Vergleich

Das zeigt der Vergleich der Reiser­ücktritt­versicherungen: Auch bei den Jahres­verträgen landet dieser Versicherer mit dem Qualitäts­urteil Gut ganz vorn. Für den Jahres­vertrag für eine 1 000-Euro-Reise verlangt er für eine Einzel­person 57 Euro (bis 66 Jahre) beziehungs­weise 115 Euro (ab 67 Jahre), bei Familien sind es 107 Euro/180 Euro. Der Preis wird nach dem Alter des ältesten Mitreisenden berechnet. Ein anderer Versicherer mit gleich gutem Test­urteil kalkuliert für den gleichen Reise­preis für eine Einzel­person 48 Euro (bis 64 Jahre) beziehungs­weise 84 Euro (ab 65 Jahre). Der Jahres­vertrag für eine Familie kostet hier 79 Euro/112 Euro.

Kombischutz für Reise­rück­tritt und Reise­abbruch

Auch wenn ein Kunde die Reise abbricht, ­entstehen Kosten. Die Stiftung Warentest empfiehlt deshalb den Abschluss eines Kombitarifs aus Reise­rück­tritts- und Reise­abbruch­versicherung. Eine Reise­abbruch­versicherung über­nimmt Umbuchungs­kosten bei vorzeitiger Rück­reise. Die meisten Anbieter erstatten im Versiche­rungs­fall auch Mehr­kosten für einen längeren Aufenthalt und eine spätere Rück­reise und für nicht genutzte Reise­leistungen.

Reine Reiser­ücks­tritt­versicherungen nicht sehr viel preis­werter

Nur den Reiser­ücktritt zu versichern, ist nicht sehr viel preis­werter, als einen güns­tigen Kombitarif zu wählen. Die Reiser­ücktritts­versicherung für eine Einzel­reise im Wert von 1 000 Euro und eine Einzel­person im Alter von beispiels­weise 54 Jahren kostet zwischen 33 und 48 Euro. Beim gleichen Reise­preis die Familie mitzuver­sichern, kostet zwischen 35 und 48 Euro. Solch eine Police kann sinn­voll sein, wenn man beispiels­weise nur einen teuren Hinflug ohne weitere Reise­leistungen absichern will.

Was ist in der Reiser­ücktritts­versicherung versichert?

Bei welchen Ereig­nissen ein Versicherer zahlt, steht im Klein­gedruckten. Neben Krankheit, Unfall und Tod von Angehörigen zählen zu den versicherten Gründen oft Komplikationen bei der Schwangerschaft, zudem Arbeits­platz­verlust oder -wechsel, Kurz­arbeit und Eigentums­schäden wie ein Brand im ­eigenen Haus. Die Versicherung umfasst in der Regel auch „Risik­opersonen“, das sind nahe Angehörige oder Mitreisende.

Zwei Versicherer leisten bei Terror

Bei einem Rück­tritt nach Terror­anschlägen zahlt ein Versicherer aus unserem Test. Dazu muss der Anschlag kurz vor Reise­beginn und in der Nähe des Ziels statt­gefunden haben. Ausgeschlossen ist der Anspruch, wenn das Risiko für den Reisenden aufgrund einer bereits vorliegenden Reisewarnung des Auswärtigen Amtes schon bei Buchung der Reise erkenn­bar war. Ein weiterer Versicherer kommt für die Kosten eines Reise­abbruchs wegen eines Terror­anschlags auf.

Diese Storno­kosten sind beim Reiser­ücktritt fällig

Je näher der Reise­beginn rückt, desto höher werden die Storno­gebühren. Teil­weise verlangen Veranstalter auch mehr als in unserer Grafik oder haben andere Storno­grenzen. Wenn Sie vor der Reise krank werden und nicht sicher sind, ob Sie die Reise antreten können, sollten Sie sich mit dem Versicherer in Verbindung setzen. Im Zweifel hilft es, in den Stornobedingungen nach­zuschauen, ab wann Sie in der nächsten Storno­stufe landen. Versicherte sind zur Schadens­begrenzung verpflichtet – storniert der Kunde nicht recht­zeitig und erhöhen sich dadurch die Storno­kosten, kann der Versicherer die Leistung kürzen.

Tipp: Die wichtigsten Fragen zum Thema beant­worten wir in unseren FAQ Reiseversicherung.

Kommentare, die vor dem 8. Dezember 2020 gepostet wurden, beziehen sich auf eine ältere Unter­suchung.

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