Werden Urlauber kurz vor der ­Reise krank und müssen zu Hause bleiben, hilft die Reiserücktrittskosten-Versicherung. Sie zahlt die Stornokosten.

Wer will schon für einen Urlaub bezahlen, in den er gar nicht fährt? Doch wenn das Kind kurz vorher mit gebrochenem Bein ins Krankenhaus muss, bleibt der Familie gar nichts anderes übrig.

Urlauber, die ihre Reise zwei Tage vor Antritt absagen, müssen für 80 Prozent des Reisepreises aufkommen. Treten sie erst am Reisetag selbst zurück, müssen sie sogar den vollen Preis bezahlen. Das bleibt ihnen nur erspart, wenn eine Reiserücktritts­kosten-Versicherung die Stornogebühren übernimmt.

Für eine Reise im Wert von 3 000 Euro kostet so eine Versicherung zwischen 57 und 105 Euro. Ist die Reise nur halb so teuer, müssen Urlauber zwischen 27 und 47 Euro für die Versicherung ausgeben. Vor allem Reisende, die mit Kindern in den Urlaub fahren oder die sehr teure Reisen buchen, sollten den Rücktrittsschutz abschließen.

Besser ohne Selbstbeteiligung

Die meisten Versicherer verlangen vom Kunden eine Selbstbeteiligung, wenn er den Schutz in Anspruch nimmt. Nur URV und Signal Iduna bieten zusätzlich Tarife ohne Selbstbehalt an. Zu diesen ­raten wir, auch wenn sie etwas teurer sind.

Kann der Versicherte eine Reise nicht antreten, weil er krank geworden ist, zahlt sich das aus. Denn bei den Selbstbehalt-Tarifen muss er 20 Prozent des Reisepreises selbst tragen. Für eine Reise im Wert von 1 500 Euro sind das immerhin 300 Euro.

Einzelne Zusatzleistungen werden aber nur in den Tarifen mit Selbstbehalt angeboten. Die Hansemerkur übernimmt zum Beispiel auch dann die Rücktrittskosten, wenn der Versicherte seinen Arbeitgeber gewechselt hat und der ihn in der Probezeit nicht weglässt. Bei Buchung der Reise darf der Kunde vom Arbeitsplatzwechsel aber noch nichts gewusst haben.

Zulässige Rücktrittsgründe

Versicherte dürfen nicht aus jedem beliebigen Grund eine Reise absagen. Die Gesellschaften legen genau fest, in welchen Fällen sie die Stornokosten übernehmen. Wer unerwartet als Trauzeuge oder Patenonkel einspringen soll, bekommt kein Geld. Alle Anbieter zahlen aber,

  • wenn der Versicherte, ein Angehöriger oder ein Mitreisender einen Unfall hat oder unerwartet erkrankt,
  • wenn ein Angehöriger oder ein Mitreisender stirbt,
  • wenn Schwangerschaft oder Impfuntauglichkeit die Reise unmöglich machen,
  • wenn das Eigentum des Versicherten zum Beispiel durch einen Brand oder Einbruch stark beschädigt wird.

Viele übernehmen die Kosten auch, wenn der Versicherungsnehmer vor der Reise seinen Job verliert oder nach Arbeitslosigkeit wieder einen gefunden hat.

Anschläge oder Naturkatastrophen dagegen sind in der Regel keine Fälle für die Rücktrittsversicherung, sondern für den Reiseveranstalter. Von diesem bekommen Urlauber meist den Reisepreis erstattet.

Inzwischen bieten einige Versicherungsgesellschaften aber auch an, die Kosten für eine verteuerte Heimfahrt nach einer Überschwemmung oder einem Wirbelsturm zu übernehmen.

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