Wenn Reiser­ücktritts­versicherer und ihre Kunden um die Storno­kosten streiten, geht es oft um das Wört­chen „unerwartet“. Finanztest erläutert zwei aktuelle Gerichts­entscheidungen zum Thema.

Schwangere Kundin gewinnt

Der Versicherer einer schwangeren Frau muss die Storno­kosten von rund 2 500 Euro bezahlen. Nach dem Einsetzen von frühen Wehen hatte die Frau den Familien­urlaub in Griechen­land storniert. Der Versicherer wollte nicht zahlen, weil die Schwangerschaft bei der Buchung bekannt gewesen sei. Dem Gericht kam es aber nur darauf an, dass die Komplikationen unerwartet gewesen seien (Amts­gericht München, Az. 224 C 32365/11).

Schwere OP: Versicherer gewinnt

Kein Recht bekam ein Ehepaar, das eine Pauschalreise nach Fuerteventura storniert hatte. Das Paar blieb auf den Kosten von rund 600 Euro sitzen. Der Ehemann hatte einen Termin für eine Leber­trans­plantation erhalten. Das sei keine unerwartete schwere Erkrankung, entschied das Land­gericht Heidel­berg (Az. 2 S 10/11).

Leser­aufruf: Ihre Erfahrungen Sie gefragt

Hatten Sie Ärger mit der Reiser­ücktritts­versicherung? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen an:
Stiftung Warentest, Finanztest, Stich­wort: „Reisestorno“, Lützowplatz 11–13, 10785 Berlin.
Oder noch einfacher per Mail an: reisestorno@stiftung-warentest.de.

Tipp: Umfassende Informationen finden Sie auf der Themenseite Reiseversicherungen.

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