Wenn Urlauber eine Reise kurz vorm Start absagen, verlieren sie oft viel Geld. Eine Reiserücktrittskosten-Versicherung ist deshalb oft sinnvoll.

Die großen Ferien stehen bevor, das Reiseziel steht fest und bald werden die Koffer gepackt. Für den Fall, dass doch noch etwas dazwischenkommt, haben wir 21 Tarife von Reiserücktrittskosten-Versicherern untersucht. Schließlich könnte eines der Kinder krank werden oder der Partner einen Unfall haben.

Für eine Reise im Wert von 3 000 Euro kostet der Schutz zwischen 47 und 105 Euro. Ist die Reise nur halb so teuer, müssen Urlauber zwischen 27 und 56 Euro ausgeben. Das ist nicht wenig. Aber im Vergleich zu den Stornokosten, die verhinderte Urlauber für eine kurzfristig abgesagte Reise zahlen müssen, lohnt sich die Investition.

Die Stornogebühren fallen umso höher aus, je später abgesagt wird. Zwei Tage vor Reiseantritt bleiben meist 80 Prozent des Reisepreises beim Veranstalter, tritt der Kunde erst am Reisetag selbst zurück, gleich alles. Für Familien oder Urlauber, die sehr teure Reisen buchen, ist der Schutz deshalb sinnvoll.

Verhinderte Urlauber bekommen nicht in jeder Situation die Stornokosten erstattet. Alle Anbieter in unserem Test zahlen aber in den folgenden Fällen:

  • Wenn der Versicherte, ein Angehöriger oder ein Mitreisender einen schweren Unfall hat oder unerwartet schwer erkrankt,
  • wenn ein Angehöriger oder ein Mitreisender stirbt,
  • wenn Schwangerschaft oder Impfuntauglichkeit die Reise unmöglich macht,
  • wenn das Eigentum des Versicherten zum Beispiel durch einen Brand oder Einbruch stark beschädigt wird.

Viele übernehmen die Kosten auch, wenn der Versicherungsnehmer vor der Reise seinen Job verliert oder nach Arbeitslosigkeit wieder einen gefunden hat.

Nicht immer sind sich Versicherer und Kunde einig, ob es sich um einen Rücktrittsgrund im Sinne des Vertrags handelt.

Eine Gesellschaft erkannte die Impfunverträglichkeit eines Kunden nicht an, der schon seit Jahren an zahlreichen Allergien litt. Die allergische Reaktion sei zu erwarten gewesen. Als es zum Prozess kam, gab das Landgericht (LG) Wuppertal (Az. 9 S 259/03) dem Unternehmen recht. Ein Rheumakranker bekam kein Geld, als er aufgrund eines akuten Rheumaschubs nicht reisen konnte (LG Oldenburg, Az. 1 S 791/02).

Attest vom richtigen Arzt

Platzt der Urlaub tatsächlich, ist es wichtig, zum richtigen Arzt zu gehen. Wer zum Beispiel aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Angstzuständen oder Depressionen zuhause bleibt, muss sich dies von einem Nervenarzt bestätigen lassen. Ein Attest vom Hausarzt reicht nicht aus (AG München, Az. 213 C 12853/03 oder AG Hamburg, Az. 18B C 516/02).

Ganz wichtig ist es, den Versicherer schon über den kleinsten Zweifel an der Reisefähigkeit zu informieren. Wartet der Patient, weil er hofft, noch rechtzeitig zu genesen, fährt dann aber doch nicht, sieht er nicht nur nichts vom Urlaubsland, sondern auch nichts mehr von seinem Geld (LG München, Az. 15 S 4319/02).

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