Wer unsicher ist, ob er aus Krankheitsgründen eine Reise überhaupt antreten kann, sollte dies sofort seiner Reiserücktrittskostenversicherung mitteilen. Ansonsten muss diese nicht die vollen Stornokosten übernehmen, entschied das Amtsgericht München (Az. 211 C 30292/00).

Ein Familienvater hatte für seine fünfköpfige Familie eine Pauschalreise gebucht und eine Rücktrittskostenversicherung abgeschlossen. Zwanzig Tage vor Beginn der Reise erkrankte eines der Kinder an Hirnhautentzündung und wurde mit halbseitiger Gesichtslähmung ins Krankenhaus eingewiesen. Die Familie hoffte, dass das Kind noch rechtzeitig vor Reiseantritt gesund würde und stornierte die Reise erst sechs Tage vor Abflug, als sich keine Besserung einstellte. Der Versicherer weigerte sich aber, die Stornokosten voll zu übernehmen. Der Vater verklagte daraufhin den Versicherer auf Erstattung des Differenzbetrags von 1.000 Mark. Das Amtsgericht in München gab jedoch dem Versicherer Recht. Der Vater hätte frühestmöglich absagen müssen, um so die Stornokosten möglichst gering zu halten. Denn diese sind umso höher, je später storniert wird.

Dem Vater half auch nicht, dass der behandelnde Arzt ihm geraten hatte, zunächst die stationäre Diagnose abzuwarten. Auf diesen Rat hätte er nicht hören sollen, da der Arzt kein Versicherungsexperte sei.

Tipp: Bestehen Zweifel, ob eine Reise aus gesundheitlichen Gründen angetreten werden kann, sollte man sich von seiner Versicherung schriftlich eine spätestmögliche Stornierung genehmigen lassen.

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