Reiserecht Meldung

Deutsche Touristen können derzeit nur unter sehr schwierigen Bedingungen in den ägyptischen Urlaubs­ort Scharm el Scheich reisen. Die meisten Veranstalter fliegen die Region nicht mehr an. Der Grund ist eine neue Gepäck­vorschrift nach dem Terror­anschlag Ende Oktober. test.de sagt, was Urlauber jetzt tun können.*

Nur noch Hand­gepäck an Bord

Das Luft­fahrt-Bundes­amt hat ange­ordnet, dass deutsche Touristen nur noch mit Hand­gepäck von Scharm el Scheich aus nach Hause fliegen können. Aufgegebenes Gepäck, Fracht und Bord­vorräte dürfen nicht mehr in Passagier­maschinen zuge­laden werden.

Veranstalter streichen viele Reisen

Einige große deutsche Veranstalter wie TUI oder Thomas Cook haben wegen dieser neuen Gepäck­regelung alle Reisen nach Scharm el Scheich abge­sagt. Touristen, die einen Urlaub in dem Ort gebucht haben, können kostenlos umbuchen. Alternativ erhalten sie ihr Geld zurück. Das können auch Kunden des Unter­nehmens FTI. Der Reise­ver­anstalter bietet seinen Kunden darüber hinaus auch die Möglich­keit in den nächsten Monaten mit einer ausländischen Air­line nach Scharm El Scheich zu an- und abzu­reisen. Die Anordnung des Luft­fahrt-Bundes­amtes gilt nur für deutsche Flugzeuge.

Fracht­maschinen trans­portieren größere Gepäck­stücke

Die neue Gepäck­regelung soll die Sicherheit von Reisenden und Crew-Mitgliedern in der Region erhöhen. Am 31. Oktober war eine russische Passagier­maschine in Scharm el Scheich gestartet und kurze Zeit später abge­stürzt. Sicher­heits­experten vermuteten schnell, dass eine Bombe an Bord Ursache für den Absturz war. Nach dem Beschluss des Luft­fahrt-Bundes­amtes darf deshalb Aufgabegepäck derzeit nur mit Fracht­flugzeugen trans­portiert werden.

Erneute Sicher­heits­prüfung im Januar

Der Reise-Stop der TUI für Scharm el Scheich gilt bis Ende Januar 2016. Ob der Flughafen auf der Sinai-Halb­insel danach wieder angeflogen wird, hängt vom Ergebnis einer erneuten Sicher­heits­über­prüfung im Januar ab. Auch die DER Touristik und andere Veranstalter haben bis mindestens Ende Januar alle Reisen gestrichen.

Keine Einschränkungen für Hurghada und Marsa Alam

Scharm el Scheich wird indes nur von wenigen deutschen Touristen besucht. Beliebt ist der Ort vor allem bei Urlaubern aus Russ­land und Groß­britannien. Die Mehr­zahl der deutschen Ägypten-Touristen verbringt ihren Urlaub am Roten Meer in Hurghada oder Marsa Alam. Diese Ziele werden von den deutschen Veranstaltern unver­ändert und ohne Einschränkungen angeflogen.

Derzeit keine offizielle Reisewarnung für ganz Ägypten

Wer sich außer­stande sieht, unter den derzeitigen Umständen über­haupt nach Ägypten zu fliegen, muss sich an den jeweiligen Reiseanbieter wenden und auf Kulanz hoffen (sofern die Reise nicht nach Scharm el Scheich geht und ohnehin abge­sagt wurde). Einen Rechts­anspruch auf einen kostenlosen Reiser­ücktritt haben Urlauber nicht. Ein solcher würde nur bestehen, wenn das Auswärtige Amt vor einer Reise in die jeweilige Region gewarnt hätte. Eine offizielle Reisewarnung für ganz Ägypten gibt es aber derzeit nicht. Infos zur aktuellen Sicher­heits­lage in Ägypten finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amts. Wie viel Geld Reiseanbieter für Stornierungen verlangen dürfen, steht in unserem Special Stornierte Buchung: So bekommen Flug-Kunden ihr Geld zurück.

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Neue Erkennt­nisse zur Absturz­ursache

Noch ist die Unter­suchung zum Absturz der russischen Passagier­maschine nicht abge­schlossen. Doch inzwischen scheint klar zu sein, dass sich tatsäch­lich eine Bombe an Bord befunden hat. „Man kann eindeutig sagen, dass es ein Terror­anschlag war“, sagte Alexander Bortnikow, Chef des russischen Inlands­geheim­dienstes FSB, am 17. November.

* Diese Meldung wurde erst­mals am 17. November 2015 auf test.de veröffent­licht und am 18. November 2015 aktualisiert.

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