Der Aufenthalt

Es soll ein entspannendes Well­ness-Wochen­ende werden, doch leider ist das Hallenbad zu. Für Fälle wie diesen hat das Land­gericht Frank­furt die sogenannte „Frank­furter Tabelle“ entwickelt, die auch manche andere Gerichte als Richt­schnur für Reise­preis­minderungen verwenden. Das geschlossene Hallenbad würde danach 20 Prozent Minderung recht­fertigen. Ist auch noch die Sauna außer Betrieb, kommen weitere 5 Prozent Nach­lass dazu. Kann statt des Hallenbads ein Außenpool genutzt werden, sind nur 10 Prozent Entschädigung drin.

Stimmungs­killer Nummer eins in Hotels ist Lärm. Gäste, die im selben Flur wie Sport­ver­eine oder Schulklassen wohnen, machen nachts oft kein Auge zu. Kinder­lärm im Hotel ist kein Reise­mangel (Amts­gericht Düssel­dorf, Az. 56 C 13943/05). Wer aber eine „ruhige Lage“ gebucht hat und bis nachts um vier mit Musik beschallt wird, kann 20 Prozent Nach­lass fordern (Ober­landes­gericht Köln, Az. 16 U 42/99). Für Richter ist wichtig, wie das Hotel wirbt und was der Gast gebucht hat: Wer in einem ausgewiesenen Party-Hotel eincheckt, darf nicht die Ruhe eines Sanatoriums erwarten.

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