Reiserecht Meldung

Nach den jüngsten Terror­anschlägen in Tunesien zeigen sich viele Reise­ver­anstalter kulant. Anbieter wie TUI, DER und Thomas Cook bieten Kunden an, ohne zusätzliche Kosten von ihrer geplanten Tunesienreise zurück­zutreten. Auch Umbuchungen sind gebührenfrei möglich. Einige Fristen für diesen Service wurden jetzt verlängert. test.de informiert.

Terror­anschlag auf Badeort

Die Terror­anschläge am vergangenen Freitag im tunesischen Sousse haben insgesamt 39 Todes­opfer gefordert, darunter auch zwei deutsche Urlauber. Unter dem Eindruck dieses Ereig­nisses möchten viele Deutsche bereits geplante Tunesienreisen lieber nicht antreten.

Kein Rechts­anspruch auf Storno oder Umbuchung

Einen Rechts­anspruch auf einen kostenlosen Reiser­ücktritt haben Urlauber nicht. Ein solcher würde nur bestehen, wenn das Auswärtige Amt vor einer Reise in die Region gewarnt hätte. Das Ministerium rät zwar Tunesien-Urlaubern, „besondere Vorsicht und Wachsamkeit walten zu lassen“. Eine offizielle Reisewarnung gibt es für die tunesischen Ferien­orte am Mittel­meer nicht.

Fristen für Reiser­ücktritt wurden verlängert

Die großen Reise­ver­anstalter zeigen sich kulant. Sie bieten ihren Kunden Möglich­keiten zum kostenlosen Reiser­ücktritt oder zur Umbuchung. Zunächst galten die Fristen für Storno oder Umbuchung bei einigen Veranstaltern nur für Reisen, die bis Mitte Juli geplant waren. Jetzt ist das oft auch für spätere Reisen möglich.

Türkei und Bulgarien beliebt bei Umbuchern

Zahlreiche Kunden sind bereits auf ein neues Reiseziel ausgewichen. Nach Angaben von ITS-Reisen haben viele die Türkei oder Bulgarien als Alternative gewählt. Das Preis-Niveau ist in den beiden Ländern ähnlich wie in Tunesien – und es gibt dort noch freie Betten.

Reisebüro oder Kunden­service sind Ansprech­partner

Wer umbuchen möchte, sollte sich zunächst an sein Reisebüro wenden. Online-Bucher finden den Kontakt zum Kunden­service über die jeweilige Internet-Seite.

Diese Fristen gelten bei großen Veranstaltern:

  • Gäste der DER Touristik, die einen Tunesien-Urlaub bis zum 31. Oktober geplant haben, können ihn bis zum 15. Juli kostenlos absagen oder umbuchen. Zuvor galt die Frist nur für Reisen, die spätestens am 31. Juli starteten. Zur DER-Gruppe gehören auch Marken wie ITS und Jahn Reisen. Informationen gibt es bei der allgemeinen Kunden-Hotline unter der Nummer 0 22 03 / 42 800.
  • Kunden der TUI können bis zum 15. September gebührenfrei umbuchen oder stornieren. Rund 500 Urlauber haben diese Möglich­keit nach Angaben des Unter­nehmens bereits genutzt. Ansprech­partner für Online-Kunden ist das Service-Center von tui.com 0511 / 567 80 105.
  • Der Veranstalter Thomas Cook hat die Frist für Stornierungen und Umbuchungen vom 24. Juli auf den 15. September verlängert. Zu der Unter­nehmens­gruppe gehören unter anderem auch Neckermann Reisen und Öger Tours.

Tipp: Wenden Sie sich direkt an Ihren Veranstalter, wenn Sie Ihre Reise umbuchen oder stornieren wollen. Bei einigen Reiseanbietern müssen sich Kunden noch im Juli entscheiden, ob sie ihre Reise absagen möchten. Deshalb ist es besser, wenn Sie schnell handeln.

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