Anschläge

Ein Reiseveranstalter ist nicht verpflichtet, vor dem Risiko eines Anschlags in bestimmten Urlaubsländern zu warnen, wenn die Medien bereits lange Zeit über die Gefahren berichtet haben. Will ein Reisender dennoch Schadenersatz wegen einer Informationspflichtverletzung, muss er beweisen, dass er die Risiken nicht kannte und besondere Informationen benötigt hätte (Oberlandesgericht Köln, Az. 16 U 6/99).

Roulette-Reisen

Bei so genannten "Roulette-Reisen" darf der Veranstalter das Hotel auswählen. Das berechtigt ihn allerdings nicht dazu, Reisende ohne weiteren Hinweis in einem FKK-Hotel unterzubringen. Auch bei Roulette-Reisen müsse von einer "normalen" Unterbringung ausgegangen werden können, urteilte das Amtsgericht Düsseldorf (Az. 38 C 18502/97). Minderungen des Reisepreises bis zu 50 Prozent seien in solchen Fällen angemessen.

All-inclusive-Reisen

Verlangen Veranstalter von All-inclusive-Reisen, dass die Teilnehmer zur Kenntlichmachung Plastikarmbänder tragen, dann stellt dies keinen Reisemangel dar. So urteilten zuletzt die Landgerichte in Hamburg (Az. 313 S 40/99) und Köln (Az. 11 S 216/98). Es stelle keine Herabwürdigung dar, wenn Touristen auch außerhalb ihrer Hotelanlage an den Armbändern als Pauschalurlauber zu erkennen seien.

Ersatzquartier

Bucht ein Reiseveranstalter einen Kunden erst vier Tage vor Urlaubsbeginn auf ein anderes Hotel um, verliert der Gast nicht das Recht auf Reisepreisminderung, selbst wenn er dem zugestimmt hat. Um seine Ferien sicherzustellen, müsse der Gast fast zwangsläufig in die Maßnahme des Veranstalters einwilligen, da die Urlaubsvorbereitungen so kurz vor Reisebeginn in der Regel bereits getroffen seien (Amtsgericht Kleve, Az. 28 C 318/98).

Dieser Artikel ist hilfreich. 175 Nutzer finden das hilfreich.